Unter Marcus Diekmanns Führung entwickelte sich Rose Bikes zum vielbeachteten Omnichannel-Händler, der nicht nur konsequent die Verschmelzung von On- und Offline-Handel vorantreibt, sondern für die Branche unorthodoxe Wege geht. So nahm Rose Bikes im August vergangenen Jahres die Digitalagentur und E-Commerce-Spezialisten Kommerz unter ihre Fittiche. Um für sich selbst digitale Innovationen zu entwickeln und gleichzeitig mit anderen Onlinehändlern Projekte und Joint Ventures zu stemmen und - natürlich - das Handelsgeschäft weiter auszubauen.

Seit etlichen Monaten ist Diekmann dabei, Rose Bikes zu einer vertikalen Fahrradmarke zu machen, die unabhängig vom Fachhandel über ein flächendeckendes, stationäres Netz verfügt. Dafür prüft das Unternehmen verschiedene, flexible kooperative Businessmodelle, heißt es. Shop-in-Shop-Konzepte seien ebenso möglich wie Stand-Alone-Stores im Franchisekonzept. Aber auch andere, neue Betreibermodelle sollen realisiert werden. Unterstützt wird er von dem Retailexperten René Schielen, der seit März den Geschäftsbereich "New Business & Retail Cooperation" führt.

Rose Bikes beschäftigt heute rund 490 Mitarbeiter. Der Fokus liegt auf individuellen, nach Kundenwünschen gebauten Fahrrädern. Die Wunschbikes werden von Hand am Hauptsitz in Bocholt im Münsterland montiert und europaweit ausgeliefert. Im Onlineshop sowie in den Stores in Bocholt, Münster, Posthausen, München und am Zürichsee in der Schweiz lassen sich die Räder mithilfe des digitalen Bike-Konfigurators  zusammenstellen. Im Wirtschaftsjahr 2018/2019 kam Rose Bikes auf einen Umsatz von 102 Millionen Euro. Ein wichtiger Faktor bleibt nach wie vor der Onlinehandel, der bislang um die 80 Prozent der Einnahmen ausmachte.



Peter Hammer
Autor: Peter Hammer

begleitet seit vielen Jahren redaktionell die Agentur-Branche, für die W&V wie auch früher für den Kontakter. Als Ressortleiter wie Redaktionsleiter. Liebt gute Kreation, aber mehr noch interessante und innovative Geschäftsmodelle. Unabhängig von Kanal und Größe. Was ihn immer wieder überrascht: Wie viele spannende Menschen es in der Branche gibt.