Kartellbeschwerde und Kampagne :
Ryanair grätscht sich in Air-Berlin-Hilfspaket

Air-Berlin-Konkurrent Ryanair nimmt nicht hin, dass Staatshilfen die insolvente Airline stützen. Auch machen sich die Iren am Air-Berlin-Stammflughafen Tegel breit. 

Text: Petra Schwegler

Ryanair-Marketer Kenny Jacobs stellt die "Berlin braucht Tegel“-Plakatkampagne vor.
Ryanair-Marketer Kenny Jacobs stellt die "Berlin braucht Tegel“-Plakatkampagne vor.

Gegen die deutschen Staatshilfen für Air Berlin will Konkurrent Ryanair vorgehen. Der irische Billigflug-Anbieter hat eine Kartellbeschwerde angekündigt. Ryanair begründete den Schritt damit, dass es einen "offensichtlichen Komplott" zwischen der Bundesregierung, Lufthansa und Air Berlin gebe.

Die Argumentation: Die Staatshilfen für die insolvente Fluggesellschaft hätten das Ziel, dass Lufthansa eine schuldenfreie Air Berlin übernehmen könne. Dies widerspreche allen Wettbewerbsregeln von Deutschland und der EU, teilte Ryanair auf seiner Homepage mit.

Air Berlin hatte am Dienstag Insolvenz beantragt. Der Flugbetrieb ist durch einen 150-Millionen-Euro-Kredit des Bundes noch für etwa drei Monate gesichert.

Wie Ryanair für Berlin-Tegel wirbt

Unabhängig davon grätscht sich Ryanair gerade in den Stammflughafen von Air Berlin – Tegel.  Dort ist der Billigflieger ab sofort mit einer groß angelegten Plakatkampagne präsent. Motto: "Berlin braucht Tegel". Ryanair will Berliner mobilisieren, damit sie am 24. September mit "Ja" für den Erhalt des Flughafens Tegel stimmen und nach dem lange verzögerten BER-Start einen drohenden Mangel an Flughafenkapazitäten in der Hauptstadt verhindern.

Als Sprachrohr fürs Projekt tritt Kenny Jacobs, Chief Marketing Officer von Ryanair, auf. Er wird in der Mitteilung - nur wenige Stunden nach Bekanntgabe der Air-Berlin-Insolvenz - so zitiert: "Berlin kann es sich als wichtige europäische Hauptstadt nicht leisten, im Wettbewerb um Touristen und Urlauber zurückzufallen. Die Schließung von Tegel würde unvermeidlich zu einer geringeren Flughafenkapazität und weniger Wettbewerb führen, was wiederum weniger Flüge, höhere Flughafengebühren und damit letztendlich höhere Flugpreise zu Folge hätte."

Ryanair macht sich damit schon mal im Terrain von Air Berlin breit. 


Autor:

Petra Schwegler, Redakteurin
Petra Schwegler

Die @Schweglerin der W&V. Schreibt seit mehr als 20 Jahren in Print und Online über Medien - inzwischen auch jede Menge über Digitales. Lebt im Mangfalltal, arbeitet in München.


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