McCormick holt sich Senf und Soßen :
Sagrotan-Hersteller Reckitt Benckiser verkauft Lebensmittelgeschäft

Jetzt gibt Reckitt Benckiser seine Lebensmittelsparte ab - dazu gehört unter anderem Senf der Marke French's. Was McCormick dafür zahlt.

Text: W&V Redaktion

Bald nicht mehr von Reckitt Benckiser: Senf der Marke French's.
Bald nicht mehr von Reckitt Benckiser: Senf der Marke French's.

Der britische Konsumgüterkonzern Reckitt Benckiser trennt sich von seiner Lebensmittelsparte. Für 4,2 Milliarden Dollar übernimmt der US-Konzern McCormick das Geschäft, zu dem Senf und Ketchup der Marke French's gehören. Für McCormick stellt der Zukauf eine Ergänzung zum bisherigen Portfolio aus Gewürzen und Soßen dar.

Reckitt ist eigentlich für Haushaltsreiniger wie Finish, Cillit Bang oder Sagrotan bekannt, verkauft aber auch Arzneimittel und Drogerieprodukte wie Clearasil oder Veet. Mit der angekündigten Übernahme des US-Babynahrungsherstellers Mead Johnson im Februar dieses Jahres für knapp 17 Milliarden Dollar baut sich der Konzern ein weiteres Standbein auf, das mehr Gewinn verspricht. Das Thema Lebensmittel wurde damit obsolet. Ohnehin trugen Lebensmittel nur etwa 4 Prozent zum Gesamtumsatz bei.

Wer sonst noch Senf und Soßen haben wollte

Seit April suchte Reckitt einen Käufer für sein Lebensmittelgeschäft. Laut der Nachrichtenagentur Bloomberg gab es einige Interessenten für die Sparte. Unter anderem hatten Kreisen zufolge auch Campell Soup, der Weetabix- und Power-Bar-Hersteller Post Holdings oder der Bertolli-Konzern Conagra Brands ein Auge auf sie geworfen.

Der amerikanische Lebensmittelmarkt ist derzeit in Bewegung. Im Frühjahr hatte der Ketchup-Hersteller Kraft versucht, den britisch-niederländischen Konsumgüterkonzern Unilever zu schlucken, was nicht klappte. Die weltweite Nummer Eins, Nestle, wiederum steht in den Startlöchern, um ihr Süßwarengeschäft in den USA loszuwerden.

W&V Online/dpa


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