Wer ganz genau hinschaut, der kann entdecken, dass viermal ganz kurz Frauen zu sehen sind (bei 00:15, 00:41, 1:17 und 1:40) - und der Chor, der bei 1:07 auftritt, ist ein Frauenchor.

Trotzdem scheint das ein sehr geringer Frauenanteil zu sein. Prompt, berichtet Wiegand, habe es Kritik gegeben: "Gleichstellungsbeauftragte mehrerer Institutionen kritisierten das Werbevideo der Staatskanzlei als peinlich fürs Land, der Deutsche Gewerkschaftsbund forderte sogar, es müsse ein 'Remake' her." Obendrein war Schleswig-Holstein auch noch das erste Bundesland mit einer Ministerpräsidentin, Heide Simonis.

Vergessen? Oder unter Druck verpfuscht?

Wiegand berichtet, es habe kein Budget für diesen Werbefilm gegeben, zwei Mitarbeiter hätten das Material bei den oben erwähnten Firmen gesammelt und dann zusammengeschnitten. Gekostet habe das rund 4500 Euro.

Klingt, als habe man am falschen Ende gespart. Und macht, liebe Fachleserinnen und -leser, dann auch deutlich, dass diese Branche mit Agenturen und Werbefilmern durchaus ihre Existenzberechtigung hat.



Susanne Herrmann
Autor: Susanne Herrmann

schreibt als freie Autorin für W&V. Die Lieblingsthemen von @DieRedakteurin reichen von abenteuerlustigen Gründern über Medien und Super Bowl bis Streaming. Marketinggeschichten und außergewöhnliche Werbekampagnen dürfen aber nicht zu kurz kommen.