Schock-Kampagne: Sterbehilfe-Aktivisten zeigen Sarkozy todkrank

Die französische Organisation ADMD wirbt für den selbstbestimmten Tod in Würde. In einer Kampagne der Agentur Melville nehmen sich die Aktivisten die französischen Präsidentschaftskandidaten um Sarkozy vor. Bilder, die schockieren.

Text: Sebastian Blum

08. Mar. 2012

Die Association pour le droit de mourir dans dignité (Verein für das Recht auf Sterben in Würde, ADMD) kämpft - vorwiegend im Netz - für das Recht auf den würdevollen, selbstbestimmten Tod. Die neue Kampagne der Aktivisten springt dabei hart mit den französischen Präsidentschaftskandidaten um. Verantwortlich für die provokante Aktion ist die Agentur Melville aus Paris.

Die Bilder schockieren: Auf Fotomontagen warten Präsident Nicolas Sarkozy, die Rechtsradikale Marine Le Pen und François Bayrou vom Mouvement Démocrate auf den Tod. "Müssen Sie erst in so einer Situation sein, um über Sterbehilfe nachzudenken?", lautet die Überschrift über dem sichtlich mitgenommenen Ehemann Carla Brunis.

Hintergrund der Kampagne ist, dass alle drei Politiker die aktuelle Euthanasie-Gesetzgebung, das loi Leonetti, beibehalten wollen. Deshalb bleibt dem sozialistischen Kandidaten François Hollande das Sterbebett erspart. Er hat sich für eine Gesetzesänderung ausgesprochen.

Mit der Kampagne will die ADMD nach eigenen Angaben für das Thema Sterbehilfe sensibilisieren. Ein Schuss, der nach hinten losgegangen scheint: Laut Melville unterstützt bisher nur das Musikmagazin "Les Inrocks" die PR-Aktion. Im Netz dagegen finden die Bilder ihr Publikum mühelos.


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