Smartphones in Deutschland: Jedes zweite kann 5G

Wirklich praktischen Nutzen im Alltag bietet der neue Mobilfunkstandard 5G bisher eher noch nicht. In den allermeisten Fällen reicht das Tempo von 4G bzw. LTE allemal aus. Doch Smartphone-Hersteller und Kunden wollen für die Zukunft gerüstet sein, wenn 5G Download-Geschwindigkeiten von bis zu 10 Gigabit pro Sekunde liefern soll – zehnmal mehr, als das neue Netz momentan ermöglicht. An 5G-fähigen Smartphones soll es dabei nicht fehlen. Laut einer Untersuchung des Vergleichsportals Verivox unterstützen von den 149 neuen Handy-Modellen, die seit Juli 2020 in Deutschland erschienen sind, bereits 80 Smartphones 5G. "5G-fähige Geräte führen kein Nischendasein mehr, sondern entwickeln sich zum Standard", heißt es von Verivox-Experte Jens-Uwe Theumer. Die absolute Mehrheit für 5G-Smartphones hat sich damit relativ schnell entwickelt.

Noch im Sommer 2020 waren in Deutschland nur 33 Handy-Modelle im Angebot, die bereits im neuen Netz gefunkt haben. Damals haben vor allem die chinesischen Hersteller sehr eilig auf 5G gesetzt. Mittlerweile gibt es die Next-Gen-Geräte von allen großen Herstellern, inklusive Apple mit allen Varianten des iPhone 12. Wie gut sich die teureren 5G-Smartphones verkaufen, und wie intensiv der neue Standard bereits genutzt wird, geht aus der Untersuchung allerdings nicht hervor. Die 5G-Abdeckung ist in Deutschland aber noch längst nicht optimal, erklärt Experte Theumer: "Die Telekom versorgt nach eigenen Angaben 80 Prozent der Bevölkerung mit 5G. Vodafone gibt knapp ein Drittel Versorgungsdichte an. Telefonica funkt erst in einigen Großstädten mit 5G, und 1&1 hat noch kein eigenes Netz aufgebaut." Die neue Technik hat also noch einen weiten Weg vor sich – zumal unklar ist, ob wirklich alle aktuellen 5G-Smartphones künftig auch den endgültigen und schnelleren Standard "5G Standalone" unterstützen, der derzeit noch kaum verbreitet ist.

Absolute Mehrheit: Mehr als jedes zweite Smartphone auf dem deutschen Markt funkt bereits mit 5G.

Absolute Mehrheit: Mehr als jedes zweite Smartphone auf dem deutschen Markt funkt bereits mit 5G.

Tesla: Autonomes Fahren kostet 199 Dollar im Monat

Das autonome Autofahren wird ein teures Vergnügen – zumindest bei Tesla. Der kalifornische Elektroauto-Pionier hat jetzt auf dem Heimatmarkt in den USA ein Abo eingeführt, mit dem Kunden die autonomen Funktionen freischalten können. Es kostet 199 Dollar (168 Euro) im Monat und ermöglicht automatisches Navigieren, Fahrspurwechsel und Einparken. Das Abo löst das bisherige Full-Self-Driving-Paket (FSD) ab, für das Tesla-Fahrer einmalig 10.000 Dollar bezahlen mussten. Einfache Rechnung: Gut vier Jahre autonomes Abo sind so teuer wie das bisherige einmalige Paket. Danach zahlen Elon-Musk-Fans drauf. Allerdings haben sie mit dem Abo die Möglichkeit, das autonome Fahren jederzeit zu kündigen und das Steuer wieder selbst in die Hand zu nehmen.

Und dieser Wunsch könnte durchaus entstehen. Denn momentan dürfen Fahrer auch mit der neuen FSD-Version 9.0 nicht die Hände in den Schoss legen und beim Fahren einen Kinofilm anschauen oder ein Nickerchen machen. Denn der Chauffeur muss laut Tesla weiterhin "jederzeit aufmerksam sein und seine Hände am Lenkrad haben, um die Kontrolle des Fahrzeugs übernehmen zu können". Zudem müssen Nutzer des Full-Self-Driving-Pakets beim Kauf des Autos rund 1.500 Dollar für Hardware und Sensoren bezahlen – die sich auch für bestehende Fahrzeuge nachrüsten lassen. Die Nutzung ist vorerst auf die USA beschränkt.

Japaner stellen Internet-Weltrekord auf

Japanische Wissenschaftler haben die (bisher) schnellste Internetverbindung aller Zeiten erfunden. Der neue Weltrekord steht bei 319 Terabit pro Sekunde. Das entspricht einer Datenmenge von 39,9 Terabyte pro Sekunde. Der Inhalt einer handelsüblichen 2-Terabyte-Festplatte lässt sich damit also binnen fünf Hundertstel Sekunden übertragen. Die Ingenieure des japanischen National Institute of Information and Communications Technology (NICT) haben hierfür ein Glasfaserkabel mit vier Kernen verwendet, anstelle des bisher üblichen einzelnen Kerns. Mit Hilfe eines 522-Kanal-Lasers haben sie den letztjährigen Rekord aus England mit 179 Terabit pro Sekunde beinahe verdoppelt.

Die Japaner haben das Signal praktisch verlustfrei über eine Strecke von 3.000 Kilometern übertragen. Weil das Vierfach-Glasfaserkabel nicht dicker ist als bisherige Leitungen, ließe sich die Technik auch in bestehende Netze integrieren. Terabit-Internet auch für Normalsurfer steht damit aber noch nicht unmittelbar vor der Tür, wie Engadget erklärt. Die neuen Superleitungen sind vor allem für Provider und für Knotenpunkte interessant, an denen Daten für ganze Regionen, Länder oder Kontinente zusammenlaufen. Sie könnten künftig auch die enormen Datenmengen transportieren, die bei Mobilfunkstandards über 5G hinaus anfallen, also beispielsweise Ende der 2020er-Jahre mit 6G. Ziel der japanischen Forscher: Internet- und Mobilfunkleitungen sollen damit unabhängig von der Zahl der aktuellen Nutzer jederzeit Höchstgeschwindigkeiten bieten.

Für Experten: So funktioniert die neue Datenübertragung mit Vierfach-Glasfaser.

Für Experten: So funktioniert die neue Datenübertragung mit Vierfach-Glasfaser.

Formel 1: Michael Schumacher gegen Mick Schumacher

Schumi senior gegen Schumi junior – diesen Zweikampf gab es auf der Rennstrecke leider nie. Formel-1-Fans können das Familienduell jetzt aber auf PlayStation, Xbox oder PC nachholen. Denn im neuen offiziellen Spiel "F1 2021", das am Freitag erschienen ist, steht Mick Schumacher als Haas-Fahrer zum ersten Mal am Start. Und auch Papa Michael lässt sich in der "Deluxe Edition" auswählen, ebenso wie andere Legenden von Ayrton Senna bis Alain Prost. Das Spiel entstand erstmals unter der Aufsicht von Branchenriese Electronic Arts ("FIFA"), der den englischen Entwickler Codemasters für eine Milliarde Euro übernommen hat.

Dieses Jahr hält sich EA, das dafür berüchtigt ist, den Spielern mit Extrakäufen das Geld aus der Tasche zu ziehen, gottlob noch zurück. Es gibt zwar eine virtuelle Währung namens "Pitcoin", mit der sich Autos und Fahrer aufhübschen lassen. Doch so nervig und dominant wie in "FIFA" sind die Extra-Käufe nicht. Die spektakuläre Grafik erinnert gerade auf PlayStation 5 und Xbox Series X mehr denn je an eine Fernsehübertragung. Neu ist der Rollenspiel-Modus "Braking Point" (Bremspunkt), bei dem es darum geht, den fiktiven Rennfahrer Aiden Jackson aus der Formel 2 an die Formel-1-Spitze zu befördern. Das sorgt fünf, sechs Stunden lang für gute Unterhaltung, auch wenn viele Dialoge unfreiwillig komisch daherkommen. (Ohne Altersbeschränkung, 60 bis 70 Euro)



Autor: Jörg Heinrich

ist Autor bei W&V. Der freie Journalist aus München betreut unter anderem die Morgen-Kolumne „TechTäglich“. Er hat die Hoffnung noch nicht aufgegeben, dass Internet und Social Media künftig funktionieren, ohne die Nutzer auszuhorchen. Zur Entspannung fährt er französische Oldtimer und schaut alte Folgen der ZDF-Hitparade mit Dieter Thomas Heck.