Umstrittene Brexit-Kampagne :
Scotland Yard soll gegen Ryanair ermitteln

Am 23. Juni stimmen die Briten über den Brexit ab. Eine gute Vorlage für Ryanair, um mal wieder einen kleinen Skandal loszutreten: Mit einem lautstarken Angebot für alle, die für den Verbleib votieren. Nun ist die Polizei eingeschaltet worden.

Text: Anja Janotta

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Die Parteinahme durch die Fluggesellschaft hat die Kritiker erzürnt.
Die Parteinahme durch die Fluggesellschaft hat die Kritiker erzürnt.

Am 23. Juni stimmen die Briten ab: Wollen sie weiterhin in der Europäischen Union bleiben oder nicht. Eine gute Vorlage für Ryanair, um mal wieder einen kleinen Skandal loszutreten. Die Billig-Airline hat im Vorfeld mit billigen Flügen zu diesem Datum geworben - ab 19.99 Pfund soll ein Flug dann kosten. Soweit wäre das "Brexit-Special" wohl noch durchgeangen, aber die Tatsache, dass sich Ryanair ganz deutlich auf die Seite der EU-Befürworter stellt, hat die Polizei auf den Plan gerufen. Der Slogan "Fly home to vote: remain" ("Flieg nach hause, um für 'Bleiben' zu stimmen") kam bei den Leitern der "Vote Leave"-Kampagne offenbar denkbar schlecht an. Deren Chef Dominic Cummings wandte sich an die Polizei und fordert eine schnelle Untersuchung durch Scotland Yard.

Rynair-Chef Michael O'Leary reagierte mit gewohnter Kaltschnäuzigkeit auf das Ansinnen. "Die 'Leave-Kampagne' lehnt günstige Flüge für britische Staatsbürger ab", ließ er in einer Pressemitteilung verlauten. Das zeige, dass die Brexit-Befürworter immer verzweifelter werden. Die Airline verlängerte das Angebot noch um einen Tag und kündigte das in den sozialen Medien breit an:


Autor:

Anja Janotta, Redakteurin
Anja Janotta

seit 1998 bei der W&V - ist die wohl dienstälteste Onlinerin des Hauses. Am liebsten führt sie Interviews – quer durch die ganze Branche. Neben der W&V-Morgenpost, Kreativ- und Karrierethemen schreibt sie ab und zu was völlig anderes - Kinderbücher. Das jüngste dreht sich um  ein paar nerdige Möchtegern-Influencer.



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