Seitenbacher Müsli: Penetranz als Werbestrategie

Seitenbachers Radiospots polarisieren - vielen läuft der schwäbische Dialekt zuwider. Warum das Marketingkonzept des Müsli-Herstellers trotzdem so erfolgreich ist, untersuchte das SWR-Verbrauchermagazin "Marktcheck".

Text: Katharina Hannen

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"Seitenbacher-Müsli – lecker, lecker, lecker!" - die Meinungen zum simplen, aber prägnanten Slogan des Müsli-Herstellers gehen weit auseinander. Kein Wunder, Firmenchef und Werbestimme Willi Pfannenschwarz polarisiert mit ausgeprägtem schwäbischen Dialekt.

Reaktionen auf die Radiospots haben oft den selben Tenor: "Da drehe ich immer leiser!" Und wer sich bei Google über die Marketingstrategie des Unternehmens informieren will, bekommt bei den Suchvorschlägen bereits an dritter Stelle "seitenbacher werbung nervt" angeboten.

Trotz des eher negativen Eindrucks, den die Spots in der Öffentlichkeit hinterlassen, scheinen sie doch viele Verbraucher zu überzeugen. Bereits zehn Jahre nach der Firmengründung gehörte Seitenbacher zu den fünf größten Müsli-Lieferanten in Deutschland. Derzeit setzt das Unternehmen zwischen fünf und zehn Millionen Euro jährlich um.

Was ist das Erfolgsrezept von Seitenbachers Werbung? Wie lassen sich mit  einer derart penetranten Strategie Kunden gewinnen? fragte das Verbrauchermagazin des Südwestrundfunks "Marktcheck" in einer kürzlich gesendeten Folge.

Um sich von internationalen Konzernen abzuheben, setzt Seitenbacher konsequent auf die Faktoren Bodenständigkeit und Regionalität. Gesundheitsbewusst leben mit Produkten aus der Umgebung - so das Markenversprechen. Werbung müsse differenzieren, um zum Kunden durchzudringen, erklärt Werbe-Experte Markus Voeth im Marktcheck-Interview. In dem Kontrastprogramm zu anderen Marken liege der entscheidende Vorteil. Ganz nach dem Motto "Schlechte Werbung ist auch Werbung".

Entsprechend der Polarisierungsthese von Voeth fällt dann auch ein Test aus, der in der Sendung durchgeführt wird. Für eine imaginäre Schokoladensorte nimmt Marktcheck zwei Radiospots auf - einen auf Schwäbisch und einen auf Hochdeutsch. In einer Fußgängerzone werden sie Passanten vorgespielt. Das Ergebnis ist beinahe unentschieden. Der Dialekt, den manch einer als unangenehm empfinden mag, fördert in jedem Fall den Bekanntheitsgrad der Marke. Die Strategie geht auf.


5 Kommentare

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Anonymous User 25. Oktober 2016

Es gibt ja viele Parodien von dieser nervtötenden pubertierenden Werbung. Eine fehlt: Im Dialekt gesprochen
Woisch, Karle, des Seitebachermüsli musch kaufe. Des kotzt sich besser als sichs frißt.

Anonymous User 21. November 2014

die dümmste werbung die ich kenne! jeder angestellte oder die agenur würde dafür entlassen werden, aber hier macht der chef die werbung selbst... radio aus wenn sie kommt! nur dumm für die nachfolgenden werbungen... fazit niemals ein produkt dieser firma kaufen!

Anonymous User 22. September 2014

Dem stimme ich hundertprozentig zu: Abgesehen vom vergleichsweise hohen Preis des Produkts hält mich diese Werbung absolut vom Kauf ab!
Die penetrante Werbung, die mir sehr auf die Nerven geht, würde mir jedes mal , wenn ich das Zeug essen würde, den Appetit verderben.

Anonymous User 30. Juli 2014

Es ist die schlimmste und nervigste Werbung, die ich kenne.Sollte mein Bedarf an Müsli, Öl, etc. Noch so gross sein, ich würde NIE Ein Produkt von Seitenbacher kaufen. so gehts auch vielen Freunden von mir.
das ist echte Negativwerbung.

Anonymous User 30. Juli 2014

Es ist die schlimmste und nervigste Werbung, die ich kenne.Sollte mein Bedarf an Müsli, Öl, etc. Noch so gross sein, ich würde NIE Ein Produkt von Seitenbacher kaufen. so gehts auch vielen Freunden von mir.
das ist echte Negativwerbung.

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