Adobe Summit :
Sensei gibt bei Adobe den Ton an

Künstliche Intelligenz und Machine Learning sind im digitalen Marketing stark auf dem Vormarsch. Das machen auch Neuheiten deutlich, die bei Adobes weltweit größter Marketingkonferenz in Las Vegas vorgestellt werden. 

Text: Holger Schellkopf

Treffpunkt digitaler Vordenker - der Adobe Summit 2018.
Treffpunkt digitaler Vordenker - der Adobe Summit 2018.

Nicht weniger als 13000 Menschen werden am Adobe Summit 2018 teilnehmen, der am Dienstag auf der großen Bühne in Las Vegas beginnt. Im Zentrum sollen dabei natürlich die Neuheiten des Veranstalters stehen.

Besondere Aufmerksamkeit gilt der Einführung der nächsten Adobe Cloud Plattform-Generation, mehreren Neuerungen in der Adobe Advertising Cloud, sowie den neuen Möglichkeiten in Adobe Analytics. Eindeutig wird dabei klar: KI ist auf allen Feldern des digitalen Marketing weiter stark auf dem Vormarsch: Sensei, das Adobe Framework für künstliche Intelligenz (KI ) und maschinelles Lernen, spielt bei jeder der Neuerungen eine zentrale Rolle. 

Partnerschaft mit Microsoft wird ausgebaut

Im Vorfeld hatte es bereits eine Reihe von PreSummit-Sessions gegeben. Zu Adobes weltweit größter Digital Marketing-Konferenz gehört auch eine Expo, bei der zahlreiche Partner ihre Lösungen in Kombination zu Adobe präsentieren. Zu diesen Partnern zählt Microsoft. Die beiden US-Unternehmen wollen ihre Zusammenarbeit noch verstärken. In Las Vegas kündigten sie die Expansion ihrer 2016 gestarteten Partnerschaft nach China an, um "globale Marken zukünftig dabei zu unterstützen, auch in diesem wichtigen und wachsenden Markt personalisierte Erlebnisse über alle Kundenkontaktpunkte hinweg anzubieten".

Mehr als 60 globale Marken nutzen nach Angaben der Unternehmen bereits erste gemeinsame Lösungen. Darüber hinaus zeigen Adobe und Microsoft die Integration zahlreicher nativer Technologien zwischen Adobe Experience Manager und Microsoft Azure, Adobe Campaign und Microsoft Dynamics 365 sowie Adobe Analytics und Microsoft Power BI.

Adobe startet Cloud-Plattform der nächsten Generation

Adobe präsentiert in Las Vegas seine Cloud-Plattform der nächsten Generation. Damit sollen Unternehmen über eine moderne Cross-Cloud-Architektur verfügen, die Daten und Content intelligent zusammenbringt. Das Ganze basiert auf der hauseigenen KI-Technologie Adobe Sensei. Zu den Neuerungen gehört auch ein neues einheitliches Experience Profil, das alle Daten unternehmensweit zusammenführt. Das soll auch bei der Einhaltung der Allgemeinen Datenschutzbestimmungen (GDPR) helfen.

Diese und andere neue Funktionen werden, so glaubt Adobe, "die wichtigsten Herausforderungen lösen, mit denen Marketer, Data Scientist und Entwickler aktuell konfrontiert sind". Die Cloud-Plattform werde schon jetzt von Tausenden Partnern weltweit genutzt. Sie verwalte mehr als 155 Billionen Datentransaktionen pro Jahr und empfange täglich mehr als eine Milliarde API-Aufrufe über Adobe I/O, Adobes Cross-Cloud-Entwicklerportal. 

"Das moderne Unternehmen von heute benötigt ein leistungsstarkes System, das die großen Mengen an Inhalten und Daten verwalten und sinnvoll nutzen kann", so Brad Rencher, Executive Vice President Digital Experience Business bei Adobe. "Als Antwort auf diese neue Herausforderung stellen wir unsere nächste Generation der Adobe Cloud Plattform vor, das die Leistungsfähigkeit von Daten, Inhalten und intelligenten Services sowie ein offenes Ökosystem vereint, um jedes Unternehmen auf seinem Weg zum Experience Business zu unterstützen."

Adobe Advertising Cloud wird "Creative"

Weiterer Neuzugang aus dem Summit-Reigen ist Adobe Advertising Cloud Creative, eine neue Self-Service-Plattform. Sie soll das Angebot der Dynamic Creative Optimization (DCO) der Adobe Advertising Cloud erweitern und obendrein bestehende Silos aufbrechen. 

"Wir reißen die Mauern zwischen Kreativität, Daten und Medien in einer Weise nieder, wie es nur Adobe kann", gibt sich Keith Eadie, Vice President und GM von Adobe Advertising Cloud selbstbewusst. "Zu viele Marketer geben sich noch immer mit einfachen Display-Retargeting-Ausführungen zufrieden, die potenzielle Kunden verärgern. Um das zu ändern, machen wir es einfach wie nie, gut gestaltete, anspruchsvolle Geschichten zu erzählen, die großartige Erlebnisse schaffen und damit zu Konsumenten durchdringen, die Werbung ansonsten eher ignorieren oder blockieren."  

Die Einführung neuer Werbematerialien soll wesentlich schneller und ohne den kompletten Neubeginn des internen Designprozesses möglich sein. Ziel ist, dass Marketer mit den in der Adobe Creative Cloud erstellten Kreativ-Inhalten, die automatisch in der Adobe Advertising Cloud Creative verfügbar sind, personalisierte Display-Werbung in allen Anzeigengrößen bearbeiten, zielgerichtet anpassen, Storyboards erstellen und fortlaufend optimieren können.

Analyse von digitalen Audioformaten

Auch in Sachen Audio präsentiert Adobe beim Summit Neues, die Begründung dafür wird gleich mitgeliefert: Laut einer aktuellen Adobe-Umfrage sind Musik-Streams, digital gespeicherte Musik und Podcasts die beliebtesten Audioquellen der Verbraucher zwischen 18 und 34 Jahren. Für das Marketing biete dieser Trend große Potenziale. Bislang würde die Marken jedoch im Dunkeln tappen, wenn es darum gehe, die On- und Offline-Nutzung von digitalen Audioformaten zu messen, glaubt Adobe.

Abhilfe soll eine neue Analysefunktion für Digital Audio in Adobe Analytics schaffen. Mit ihr würden Marken die Möglichkeit erhalten, sämtliche Interaktionen mit Podcasts, Musik-Streams, Hörbüchern und anderen Formaten zu analysieren.

Mehr zum Adobe Summit gibt es in unserem LiveBlog


Autor:

Holger Schellkopf

Chefredakteur Digital. Sozialisiert mit Print, konvertiert zu digital. Wild entschlossen, doch noch eine wirkliche Ahnung von der Sache mit dem Coden zu bekommen. Feste Überzeugung: Digital Journalism rocks! Versucht ansonsten, sich so oft wie möglich auf das Rennrad zu schwingen oder in die Laufschuhe zu steigen.