Sexismus-Vorwurf: Lufthansa wegen Mailing in der Kritik

Die Lufthansa ist wegen eines Mailings an Miles & More-Kunden massiv in die Kritik geraten. Der Vorwurf: Der Brieftext vermittle ein längst überkommen geglaubtes Frauenbild.

Text: Markus Weber

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"Bauknecht weiß, was Frauen wünschen", so lautet einer der berühmtesten Werbesprüche aus den 50er-Jahren. Die Lufthansa glaubt es auch zu wissen - und verschickte jüngst ein Mailing mit der Überschrift "Lieber Schatz" an ihre Miles & More-Kunden. Darin bringt eine Frau (Grußformel: "Deine Special Woman", dazu ein roter Kussmund) gegenüber dem männlichen Leser ihren Wunsch nach einer "Woman's Special"-Partnerkarte (als Ergänzung zur Miles & More-Kreditkarte ihres Liebsten) zum Ausdruck: "Ich würde mich unheimlich freuen, wenn Du diese Partnerkarte für mich beantragst."

Die Dialogmarketing-Aktion brachte der Fluggesellschaft in Internet-Blogs sowie auf Twitter nun massive Kritik ein. Die Unternehmenberaterin und Feministin Anke Domscheit-Berg sieht dahinter einen klaren Fall von Sexismus. Lufthansa rudert mittlerweile kräftig zurück: "Es war zu keiner Zeit unsere Absicht, überholte Rollenbilder zu bedienen", zitiert Süddeutsche.de eine Sprecherin. Die Landing-Page zu der Werbeaktion sei inzwischen abgeändert worden. Nur: Die versandten Briefe lassen sich leider nicht mehr zurückholen.


Autor:

Markus Weber, Redakteur W&V
Markus Weber

ist in der Online-Redaktion für Agenturthemen zuständig. Bei W&V schreibt er seit 15 Jahren über Werbeagenturen. Volontiert hat er beim Online-Marketing-Titel „E-Market“. 2010 war er verantwortlich für den Aufbau der W&V-Facebookpräsenz. Der Beinahe-Jurist mit kaufmännischer Ausbildung hat ein Faible für Osteuropa.



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