Shitstorm: E wie einfach zieht umstrittenen Spot zurück

Das war wohl nichts: Nach massiver Kritik am neuen Spot "Einschlafen" rudert E wie einfach zurück. Die Eon-Marke streicht den umstrittenen Film der Agentur Heimat aus ihrer aktuellem Kampagne.

Text: Sebastian Blum

06. Mar. 2012

E wie einfach extrem daneben? Dieser Meinung sind zumindest die Nutzer auf den Social-Media-Kanälen. Mit seinem neuen Werbespot "Einschlafen" ist der Image-Schaden für Energieanbieter E wie einfach perfekt. Nach massiver Kritik zieht die Eon-Zweitmarke den umstrittenen Film der Agentur Heimat zurück. Der Vorwurf von Seiten der User: Sexismus und Verherrlichung von Gewalt gegen Frauen.

Dabei beginnt der Spot so idyllisch: Eine junge, blonde Frau wälzt sich im kuscheligen Bett hin und her. Schlaftrunken beugt sie sich über ihren Partner und haucht: "Hase, ich kann nicht schlafen." Die Lösung des jungen Mannes ist gelinde gesagt reichlich "unkonventionell". Mit einer Kopfnuss schickt er seine Freundin ins Land der Träume. Der Claim am Schluss "Ist doch ganz einfach!" scheint klarzumachen: Der Wechsel des Stromanbieters so simpel wie die Schläge für die Partnerin.

Seitdem hagelt ein Sturm der Entrüstung auf das Unternehmen nieder: "Wenn ich einschlafen möchte, schalte ich meine Lampe aus", schreibt ein User auf Twitter und fügt hinzu: "Die wird nun gewiss nie von E wie einfach mit Strom versorgt." Aber der Spot findet auch seine Unterstützer: "Mal wieder typisch Deutsch sich darüber zu empören...", lautet ein Kommentar auf Youtube.

E wie einfach nimmt die Kritik jedoch ernst: Man habe die Wirkung des Spots unterschätzt, schreibt das Unternehmen auf seiner Facebook-Seite. Keinesfalls habe man beabsichtigt, mit dem Film frauenfeindlich zu wirken. Die Kommentare der User scheinen jedoch zu zeigen, dass die Sache für den Energieanbieter noch nicht ausgestanden ist.

Dabei hat die ganze Sexismus-Debatte bei genauere Betrachtung eine ironische Note: Bei der Werbeagentur Heimat sind mit Jo Marie Farwick und Nicole Holzenkamp zwei Frauen maßgeblich für die Imagekampagne verantwortlich. Farwick selbst kann zumindest den Unmut der Kunden nicht nachvollziehen. "Frei nach Herbert Feuerstein und Harald Schmidt haben auch Frauen ein Recht auf Verarschung", ist die Kreative bei Heimat überzeugt.

Noch ein Nachtrag zum Thema Gewalt: Im Werbespot von Dannon zum Super Bowl 2012 fliegen bei einem Pärchen auch die Fetzen. Diesmal muss aber der Mann einstecken. Beschwerden liegen noch keine vor.


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