Markennostalgie :
Shitstorm gegen Adidas wegen USSR-Shirt

Adidas hat sich mit einem Nostalgieshirt zur Fußball-WM keine Freunde in Osteuropa gemacht. Der Schriftzug USSR irritierte auf höchster Ebene. Nun zieht der Sportartikelhersteller das Shirt zurück.

Text: Conrad Breyer

Mit dem USSR-Short wollte Adidas seinen Fans etwas Gutes tun.
Mit dem USSR-Short wollte Adidas seinen Fans etwas Gutes tun.

In Russland hätte das T-Shirt sicher seine Abnehmer gefunden, die Sowjetnostalgie in dem Land ist groß. In Osteuropa erntete Adidas damit aber nur Hohn und Spot, auch von allerhöchster Stellen wie zum Beispiel dem Litauischen Außenministerium.

Das Unternehmen hatte vor, zur Fußball-WM in Russland Repliken russischer Nationalmannschaftsshirts zu verkaufen, sie allerdings mit dem Kürzel "USSR" bedruckt. Das steht für "Union der Sozialistischen Sowjetrepubliken", jedoch nicht für "Russische Föderation". Außerdem war auf den Kleidungsstücken eine Abzeichen mit Hammer und Sichel angenäht.

Entrüstung in ganz Osteuropa

Das Außenministerium in Litauen gibt sich überrascht. Im Tweet schreibt die Behörde, sie habe diese "Imperialnostalgie" satt. Auch andere Länder und Verbraucher Osteuropas reagierten scharf. Unter #stopadidas läuft ein Flashmob gegen Adidas von wütenden Verbrauchern. Die Ukraine beispielsweise kündigte an, die deutsche Firma zu verklagen, sollten die Oberteile in dem Land vertrieben werden. Denn dort sind kommunistische Symbole verboten.

Adidas hat inzwischen auf die Kritik reagiert. Man wolle die auf den Markt gebrachten "Repliken" russischer Nationalmannschaftsshirts anpassen, sagte ein Sprecher. "Wir haben den Hinweis bezüglich der Produktbeschreibung dankend zur Kenntnis genommen." Die Bekleidungsstücke waren im Netz als "Russland Shirt" und "Russland Tanktop" beworben worden.


Autor:

Conrad Breyer, W&V
Conrad Breyer

kam über Umwege ins Agenturressort der W&V, das er heute leitet. Als Allrounder sollte er einst einfach nur aushelfen, blieb dann aber. Er liebt alles, was Struktur hat in der Agenturwelt und Werbern unter den Nägeln brennt. Angefangen hat das alles mit einem Praktikum bei Media & Marketing, lange her. Privat engagiert er sich für LSBTI-Rechte, insbesondere in der Ukraine.