Große Unsicherheit für Beschäftigte

Die Gewerkschaft sieht nach früheren Angaben im Zuge der Übernahme bis zu 10.000 Arbeitsplätze in Gefahr. Dabei geht es nicht nur um die 30 Filialen, die geschlossen werden sollen. Auch die Zukunft der Arbeitsplätze bei den 50 Filialen, die als Real-Kern noch mindestens 24 Monate weiterbetrieben werden sollen, sei ungewiss, meinte der Verdi-Bundesfachgruppenleiter für den Einzelhandel, Orhan Akman. "Niemand ist in der Lage, ein Unternehmen mit lediglich 50 Warenhäusern auf Dauer wirtschaftlich zu betreiben", ist der Branchenkenner überzeugt. Das Ganze sei nicht mehr als eine "Beruhigungspille" für die Mitarbeiter.

Und selbst bei den Geschäften, die an Wettbewerber abgegeben werden, können die Beschäftigen laut Verdi nicht sicher sein, ihre Jobs zu behalten. Denn viele der Real-Filialen müssten aufwendig renoviert oder sogar in mehrere Läden aufgeteilt werden, um eine Zukunft zu haben. Dies während des laufenden Betriebs zu machen, sei in vielen Fällen eine Illusion.

Die Gewerkschaft befürchtet, dass vielen Mitarbeitern wegen der langen Umbauzeiten am Ende doch gekündigt werden könnte und sie sich später bei den Nachfolgeunternehmen neu bewerben müssen. Damit würden sie ihre zum Teil über Jahrzehnte angehäuften sozialen Ansprüche verlieren. Um das zu verhindern, will Verdi versuchen, mit SCP und den potenziellen Käufern von Real-Filialen wie Kaufland oder Edeka Sozialtarifverträge abzuschließen, die einen reibungslosen Übergang garantieren.

SCP-Group-Chefin Marjorie Brabet-Friel hatte kurz nach der Unterzeichnung des Kaufvertrags angekündigt, der Finanzinvestor werde versuchen, "Schließungen und Entlassungen so weit wie möglich zu vermeiden". Doch schränkte sie zugleich ein, das weitere Vorgehen von SCP hänge auch vom künftigen Engagement der anderen Beteiligten, von den Mitarbeitern, Betriebsräten und Gewerkschaften über die Politik bis hin zu den Vermietern ab.

Erich Reimann, dpa