Kampagne :
"So geht Storytelling": Der Mercedes-Spot von Casey Neistat

Versprochen hatte Casey Neistat quasi die coolste Autowerbung seit Erfindung des Autos. Jetzt ist er da, der erste Auto-Spot des bekannten US-Filmemachers und Youtube-Stars. Und er verwandelt den Mercedes CLA in ein cooles Spaßmobil.

Text: Frauke Schobelt

- 14 Kommentare

Versprochen hatte Casey Neistat "the greatest car commercial ever" - quasi die coolste Autowerbung seit Erfindung des Autos. Jetzt ist er also da, der erste Auto-Spot des bekannten US-Filmemachers und Youtube-Stars. Neu erfunden hat er das Genre nicht gerade, aber um ein schräges Werk bereichert.

Austoben durfte sich der flippige Künstler ausgerechnet mit dem neuen CLA der Traditionsmarke Mercedes-Benz. Der Autohersteller ließ - wie schon zuvor Nike - dem Künstler freie Hand. Als Dank bekam er eine Clipserie mit vier witzigen Spots über das "CLA Project". Teil 1 bis 3 erzählen vom Making-of, dem Warum und Wie, inklusive Auto-Selbstfindung und Marktforschung in Deutschland, Teil 4 ist das fertige Werk - und ein würdiges Finale der Story. 

"Sometimes in life you just have to say YES", das wird sich Neistat gedacht haben, als Mercedes ihm das Angebot machte, einen Werbespot zu drehen. Und dieser Satz ist nun auch die Quintessenz seiner Vorarbeit und läuft in großen Lettern durch den Spot. Da wird nicht groß erklärt, welche technischen Raffinessen der CLA so bietet, wieviel PS, Sicherheits-Assistenten und dieses ganze Zeug. Neistat reicht es zu zeigen, dass der Wagen sowohl in der Stadt mit Model am Steuer als auch auf dem Salzsee als Skateboard-Zugmaschine eine gute Figur macht. In Smoking und Turnschuhen lässt sich der Filmemacher US-Fahne schwenkend hinterher ziehen und entkleidet nebenbei noch das Model, bis nur noch die Stars und Stripes übrig sind. Dazu Mitwipp-Musik und schon wird aus der Karosse der Luxusmarke Mercedes ein cooles und erschwingliches Spaßmobil.

Das ganze Projekt lief ohne Storyboard, wie Neistat im Blog "Gizmodo" erzählt. Dort berichtet er auch über die turbulenten Dreharbeiten an den Salzseen, geplatzte Reifen und die Bedeutung der Flagge - für ihn ein Zeichen der "American Arrogance". 

"Surprising and weird", "amazing", "awesome" und "this it what storytelling is about" - loben US-Medien und Blogger. Dem können wir uns nur anschließen. 

Und hier das komplette "CLA-Project", inklusive Making-of des Spots:


Autor:

Frauke Schobelt, Ressortleiterin
Frauke Schobelt

ist Ressortleiterin im Online-Ressort und schreibt über alles Mögliche in den Kanälen Marketing und Agenturen. Sie hat ein Faible für Kampagnen, die „Kreation des Tages“ und die Nordsee. Und für den Kaffeeautomaten. Seit 2000 im Verlag W&V.



14 Kommentare

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Anonymous User 12. September 2013

Selbstinszenierung eines Kreativen weiter oben trifft es auf den Punkt!

Mercedes zeigt aber damit, dass sie bereit sind weiter zu denken und ihre Positionierung aktiv in Frage zu stellen und neu aufzubauen

lg D. Lux

http://www.luxundpartner.at

Anonymous User 11. September 2013

Selbstinszenierung eines Kreativen. Es bleibt ein langweiliges, unattraktives Auto.

Anonymous User 10. September 2013

Wenn man nur das letzte Kapitel in einem Buch liest, sollte man es nicht rezensieren. Man muss die ganze Story anschauen. Dann macht das echt Lust auf einen Mercedes. Super erzählt. Hier geht es nicht um eine super inszenierte und hoch kreative Shortstory in 30 Sekunden. Es ist das Tagebuch eines herausfordernden Abenteuers, für dass wohl jeder Kreative gerne mal ausgewählt würde.

Anonymous User 10. September 2013

Dämlicher trash. Keine Idee, langweilige Bilder, Scheiß Typo.
Kurzum: alles richtig gemacht. Qualität war gestern, liegt einfach voll im Trend von Microstock und Geilgeiz.

Anonymous User 10. September 2013

Eine dieser typischen Arbeiten, die nur genial gefunden werden, weil sie von einer arrivierten Person abgeliefert wurden.

Die selbe "Idee", vorgeschlagen von einem x-beliebigen Juniortexter, wäre selbigem nur so um die Ohren geflogen. Wo ist die Idee? Wo der Bezug zum Produkt? Wo die Markenpassung? Wo der Mehrwert? Und überhaupt: wofür bezahlen wir Dich eigentlich?

Dieser Spot ist kaum mehr als, wie Südweg schon gesagt hat, dummes Tra-la-la mit Bikini. Und ist trotzdem für viele ganz, ganz großes Kino - weil er von einem Semiprominenten aus der Hipsterszene gemacht wurde.

Anonymous User 10. September 2013

Casey Neistat has balls. He's taking what he knows best and making it work: raw creativity, pragmatic-spontaneous-can-do-attitude whilst putting the product dynamically at the centre of a 4 part experience. It works very well and it is fun content. Everyone can ride in a Benz, shoot glamorous images and talk about the side mirrors and open landscapes handling, or place it all in a futuristic lab, but not everyone did what Casey did, and made happen. I think, aside from over analysis about the iconography of USA, or what's hip or not, there's something greater here - energy and passion that is addictive. Hat's off to Casey!

Anonymous User 10. September 2013

Hmm. Ja, wirklich nett. Aber gestern noch gelesen: Das Durchschnittsalter eines Neuwagenkäufers liegt in Deutschland bei 54 Jahren.

Ist das also eher ein laaaaaangfristig angelegte Kampagne? ;)

Anonymous User 10. September 2013

mit "storytelling" ist die youtube serie vom makeing-of gemeint. der spot ansich ist milde gesagt durchschnitt. zumindest vermag es die wahrgenommene brand mercedes deutlich einem jüngeren publikum schmackhaft zu machen. der clou ist aber nicht der spot. sondern eben die making-of serie. jeder halbwegs internetaffine jugendliche kennt ihn (nike, ...). und am ende des internet spots wird natürlich auf die "story" hingewiesen. so passts dann auch in meinen augen.

Anonymous User 10. September 2013

"Sexistisch, ur-amerikanisch, unkorrekt und spaßig. Verjüngt die sonst eher mit überdimensionierten Renten assoziierte Marke spürbar für mich."

Gerade das macht es so bieder. Wirkt eher wie gewollter aber nicht gekonnter wannabe-hipper Trailer zum Wahlkampf der Republikaner. Furchtbarer Spot.

Anonymous User 10. September 2013

Netter Spot, nett anzuschauen - eben nett. Nicht langweilig, nicht gezielt, aber auch nicht herausragend. Einfach nette Unterhaltung. Und vor allem eins: richtig. Im Sinne der Zielgruppe.
In meinen Augen alles richtig gemacht.

Anonymous User 10. September 2013

Das ist Storytelling? Aha, dann muss ich nochmals zur Schule gehen.

Ich gebe Firtz vollkommen recht: Das ist nicht mehr als dummes Tra-lala mit Bikini.

Anonymous User 9. September 2013

Bitte vielmals um Entschuldigung, aber das fertige Werk, als solches betrachtet, ist wie Reklame für Fiat oder Seat. Tra-lala, Bildsalat, keine Idee, keine Pointe. Der Qualitätsfaktor ist schon sehr tief angesetzt, dazu trägt auch die visuelle Sättigungsbeilage bei, dieses extra dumm-blöde, sagen wir mal neo-narzistische Girlie von vorgestern. Was bleibt, ist eine sehr aggressive Preisstrategie, um beim Jungvolk Fuß fassen zu können: Der Preis ist so im Keller (umgerechnet unter Golf-Niveau), dass man nur Yes sagen kann. Aber der Clip ist nun wirklich nicht das Ereignis, zu dem er aufgebauscht wird.

Anonymous User 9. September 2013

Keine Revolution, aber netter Spaß. Vor allem, weil es sich so schön leicht von all den gezwungen lustigen und krampfhaft konzeptionellen Versuchen von JvM, THJNK, oder wie sie sonst noch so heißen, abhebt. Man bedenke zudem: das hat nur ein Kopf mit ein paar wenigen Helfern realisiert. Da stand kein aufgeblasener Agentur-Korpus dahinter, mit noch aufgeblaseneren Leuten. Toller Typ, dieser Casey.

Anonymous User 9. September 2013

Hihi... Nicht zur Nachahmung empfohlen - dennoch: Sexistisch, ur-amerikanisch, unkorrekt und spaßig. Verjüngt die sonst eher mit überdimensionierten Renten assoziierte Marke spürbar für mich.

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