Das gehypte Mobile Couponing, also das Couponing per Smartphone erfüllte die Erwartungen dagegen nicht. Das liegt unter anderem daran, dass sich Technologien für die Einlösung der einzelnen Händler unterscheiden, wodurch die mobilen Gutscheine nicht händlerübergreifend verteilt werden können, sagen die Studienautoren vom Coupon-Clearing-Haus Arcado.

Global Coupon Number macht Rabattcodes nachverfolgbar

Ein neuer Couponing-Standard, die Global Coupon Number (CGN), die 2012 eingeführt wurde, soll nun das Thema digitales Couponing vorantreiben. Es handelt sich um eine weltweit gültige Identifikationsnummer für Coupons. Sie soll zum einen das Einlösen länderübergreifend möglich machen.

Zudem ermöglicht sie, dass Rabattierungen bis auf den einzelnen Produktkauf eines Nutzers zurückverfolgt werden können. Dadurch können Coupon-Kampagnen besser nachverfolgt und analysiert werden. Und es verhindert das Vervielfältigen der Rabattcodes im Netz. Der Standard bietet Stationärhändlern die Möglichkeit, den Kunden zu tracken, ähnlich wie im Onlinehandel, sogar über die Kanäle hinweg.

Bisher aber hat sich der neue Standard noch nicht durchgesetzt. Real macht nun mit einer Pilotkampagne in Kooperation mit dem Coupon-Clearing-Haus Arcado den ersten Vorstoß. Als erste Handelskette in Deutschland hat sie die technischen Voraussetzungen für den neuen Coupon-Standard geschaffen und die Kassen in allen Filialen mit entsprechenden Scannern aufgerüstet. Auf Herstellerseite waren unter anderem Eckes-Granini und Arla Foods an Bord.  

Das ist der typische Coupon-Nutzer

In Deutschland nutzen 65 Prozent der Haushalte Coupons. Meistens, zu 73,4 Prozent, lösen Frauen die Gutscheine ein. In etwa jedem zweiten Haushalt, der Coupons nutzt, leben Kinder (50,8 Prozent). Mit 51,8 Prozent ist der Teil der Haustierbesitzer unter den Couponnutzern sogar noch höher. Jeder fünfte Couponverwender löst einmal pro Woche einen Gutschein ein, 13,5 Prozent sogar mehrmals pro Woche.   

Am häufigsten werden Regalcoupons eingelöst, die Wahrscheinlichkeit liegt zwischen 2,5 und 60 Prozent. Im mittleren Bereich liegen die Einlösequoten von Check-out-Coupons (0,5-20 Prozent) und Print-at-Home-Coupons (5-20 Prozent). Besonders selten werden Coupons aus Handzetteln (0,05-0,5 Prozent) und Printanzeigen (0,1-1 Prozent) eingelöst.

Die Zahlen zum Couponmarkt stammen aus dem Clearing-System von Acardo. Acardo hat die Zahlen auf den Gesamtmarkt hochgerechnet. Die Zahlen zum typischen Couponnutzer stammen aus einer Umfrage unter 3500 Nutzern des FMCG-Couponportals Couponplatz.de, das zu Arcado gehört.


Autor:

Verena Gründel

ist seit April 2017 für das Marketingressort der W&V tätig. Davor schrieb sie für iBusiness über Digitalthemen. Nach Feierabend kocht und textet sie für ihren Foodblog – und gleicht das viele Essen mit ebenso viel Sport aus. Wenn sie länger frei hat, reist sie am liebsten mit dem Auto durch Lateinamerika, von Mexiko bis an die Südspitze Argentiniens.