Claus Hipp und sein Sohn Stefan Hipp gemeinsam im Unternehmensfilm (2016):

 

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Als junger Mann wollte Claus Hipp Maler werden, er war als Meisterschüler in München auf bestem Weg. Zur Sicherheit studierte er auch Jura und schloss mit dem Doktortitel ab. Nebenher verdiente er sich als guter Reiter Geld als Stuntman beim Film und sorgte dafür, dass der elterliche Bauernhof auf ökologischen Landbau umgestellt wurde - was dem damaligen Zeitgeist völlig widersprach.

Aber nach dem frühen Tod seines Vaters war der junge Mann mit den vielen Talenten plötzlich Chef der Babybrei-Firma - da war er gerade mal 29. Claus Hipp stellte die Produktion schrittweise komplett auf Bio um und wurde damit vom Außenseiter zum Trendsetter. Heute ist der Markt für Babynahrung und -pflege 1,5 Milliarden Euro groß, und die meisten Eltern greifen zu Bioprodukten.

Jeder vierte Hipp-Esser ist kein Baby

Auch junge Frauen, Sportler und Senioren sind dabei zu einer wichtigen Zielgruppe geworden. "Erwachsene kaufen fast ein Viertel der Gläschen und Körperpflege-Produkte aus unserem Sortiment für sich selbst", sagt Claus Hipp. Mit 45 Prozent Marktanteil in Deutschland und 950 Millionen Euro Jahresumsatz weltweit verdient er gut dabei. Auf eine Milliarde Euro schätzte das "Manager-Magazin" das Familienvermögen soeben. "Der Firmenwert ist vielleicht in der Richtung", sagt der Seniorchef dazu. "Mein Vermögen ist aber sehr überschaubar, denn ich hab's weitergegeben."

Hipp lebt auf dem Bauernhof bei Pfaffenhofen in Oberbayern, wo er aufgewachsen ist, nahe dem Stammsitz des Unternehmens. Seine jüngste Tochter führt den Hof, seine beiden älteren Töchter kümmern sich um die Mitarbeiterzeitung und den Internetauftritt der Firma.

An seinem Geburtstag will der Katholik wie jeden Tag in aller Früh zur nahen Barockkapelle Herrenrast fahren, die er vor dem Verfall gerettet hat - aber diesmal nicht allein beten, sondern mit anderen Gläubigen und dem Pfarrer dort die Messe feiern. Mittags lädt er die 1300 Mitarbeiter in Pfaffenhofen zum Essen ein. "Und am Tag darauf geb' ich für alle Helfer der Münchner Tafel ein Abendessen, um denen zu danken, die das ganze Jahr für Bedürftige Lebensmittel einsammeln und verteilen." Seit Gründung der Tafel 1996 ist er ihr Schirmherr. Dann warten auch schon seine Studenten in Georgien: "Ab nächsten Mittwoch bin ich wieder dort."

Das sind die jungen Nachahmer

Claus und Stefan Hipp sind nicht die einzigen Familienunternehmer, die sich selbst für ihre Marke vor die Kamera - oder hinterrs Mikro  - setzen. Seitenbacher-Müsli ist durch die Stimme von Willi Pfannenschwarz bekannt geworden. Ebenfalls legendär: Wolfgang Grupp, Trigema-Chef, und sein Schimpanse. 

Auch Startups nehmen sich Claus Hipps' unaufgeregte Art zum Vorbild. Hinter Little Lunch stehen die beiden Brüder David und Denis Gibisch, die ihr Biosuppen-Unternehmen 2014 gegründet haben. 2015 hatten sie einen Auftritt im TV-Format "Die Höhle des Löwen". In diesem Jahr starteten sie ihre Werbekampagne (Agentur: Pilot, München). Sowohl im Imagefilm als auch bei den Spots stehen die beiden selbst vor der Kamera: 

Die Brüder im Porträt:

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Einer der Kampagnen-Spots:

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Von der lustigen Seite nimmt es Mustafa's Gemüse Kebap. Gründer Tarik Kara posierte für den Kinofilm, den ihm Dojo Berlin spendierte. "Davor stehe ich mit meinem Namen". Und persifliert damit geschickt das bekannte Hipp-Statement: "Dafür stehe ich mit meinem Namen."

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am/mit Roland Losch, dpa


Autor:

Annette Mattgey, Redakteurin
Annette Mattgey

Seit 2000 im Verlag, ist Annette Mattgey (fast) nichts fremd aus der Marketing- und Online-Ecke. Für Markengeschichten, Kampagnen und Karriere-Themen hat sie ein besonderes Faible. Aus Bayern, obwohl sie "e bisi anners babbelt".