Prankvertising #DoItForUs :
So lustig verulkt Olympia-Sponsor Nissan das britische Team

Als Siegeszeichen ein "N": Sponsor Nissan verlangt von dem britischen Olympia-Team absurde Gesten während der Spiele, um die Marke zu promoten. Die Reaktionen auf den lustigen Prank sind sehenswert. 

Text: Frauke Schobelt

- 2 Kommentare

Ein Fest für Körpersprache-Experten: Der Prank von Nissan.
Ein Fest für Körpersprache-Experten: Der Prank von Nissan.

Zum Alltag von Top-Athleten gehört der Umgang mit Sponsoren. Die Werbepartner zahlen Millionen, damit von den Leistungen der Sportler Glanz auf die Marken abstrahlt. Dafür erwarten sie einen gewissen Einsatz - Fotoshootings, Social-Media-Hinweise, Klamotten mit Logos, Präsenz bei Events, solche Dinge. Doch was Olympia-Sponsor Nissan nun von den Athleten des britischen Teams verlangte - das hat wohl noch kein Sportler erlebt.

Beim Sponsoren-Briefing vor den Olympischen Spielen fielen die britischen Olympioniken und Paralympioniken aus allen Wolken. Denn die beiden "Brandmanager" von Nissan verlangten vollkommen abwegige Dinge von ihnen, um während der Spiele die Marke und das neue Elektromodell Nissan Leaf zu promoten. Der Paralympionike Stef Reid zum Beispiel sollte im Startblock so tun, als drehe er an einem Steuer und würde sich selbst einparken. Andere wurden gebeten, beim Start den Nissan-Sound nachzuahmen. Oder während des Laufens die Luft anzuhalten, um auf das Nullemission-Modell hinzuweisen. Und als Siegeszeichen bittet der Autohersteller um ein "N" - für Nissan. Ein Prank natürlich, mit versteckter Kamera - und mit authentischen und witzigen Reaktionen der Athleten. 

Mit dabei sind Leichtathletin Katarina Johnson Thompson, Turner Max Whitlock oder auch Radlerin Becky James. Sie alle sind fassungslos über das, was ihnen der Sponsor während der Spiele abverlangen will - und reagieren mit Humor. Manche machen sogar mit und üben den Nissan-Sound mit den Fake-Brandmanagern. So gewinnen beide Seiten: Die Sportler wirken auch in ihrer Verwirrtheit sehr sympathisch. Und der Sponsor nimmt sich mit der Zuspitzung des Werbewahnsinns selber auf den Arm. Was ebenfalls Sympathien bringt.    

Der TV-Spot wird auf Facebook, Twitter und Youtube mit weiteren Aktionen rund um den Hashtag #DoItForUs begleitet. Nissan nutzt dabei auch eine neue Werbemöglichkeit auf Twitter: "First View" zeigt nach dem Start den Spot 24 Stunden lang in den User-Timelines. Produktionsfirma ist Red Bee


Autor:

Frauke Schobelt, Ressortleiterin
Frauke Schobelt

ist Ressortleiterin im Online-Ressort und schreibt über alles Mögliche in den Kanälen Marketing und Agenturen. Sie hat ein Faible für Kampagnen, die „Kreation des Tages“ und die Nordsee. Und für den Kaffeeautomaten. Seit 2000 im Verlag W&V.



2 Kommentare

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Anonymous User 8. August 2016

Sehe ich anders. Natürlich renne ich nicht gleich ins nächste Autohaus um mir einen Nissan zu kaufen. Aber der Spot macht Nissan für mich sympathischer und auch kompetenter, weil man sich hier wirklich was überlegt hat.

Anonymous User 5. August 2016

Nein, finde ich nicht lustig, eher nervig. Ohnehin halte ich Sponsoring dieser Art für völlig überbewertet. Wer z.B. glaubt, der "Glanz" der Fußballnationalelf strahle auf die Commerzbank ab, der irrt.

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