Viral-Hit :
So profitiert Ikea von #lastnightinsweden

Eine unvorsichtige Bemerkung Donald Trumps hat den nächsten Social Media-Sturm provoziert: In Schweden ist zwar nichts Weltbewegendes passiert, aber das tut es mit lautem Getöse. Wie Ikea und andere vom Medienrummel um #lastnightinsweden profitieren.

Text: Anja Janotta

Die Assoziation zu Ikea ist naheliegend.
Die Assoziation zu Ikea ist naheliegend.

Eine unvorsichtige Bemerkung Donald Trumps hat nach den Second-Bewerbungsvideos den nächsten Social Media-Sturm provoziert: In Schweden ist zwar nichts Weltbewegendes passiert, aber das tut es mit lautem Getöse.

Der Hintergrund: In einer Brandrede am Samstag zum Thema Flüchtlinge hatte der US-Präsident gewettert, die Zuhörer sollten sich doch bitte ansehen, was vergangene Nacht in Schweden passiert sei. Mittlerweile ist klar: In Schweden gabe es am besagten Freitag keinerlei problematische Vorfälle mit Flüchtlingen. Der Präsident bezog sich lediglich auf eine Ankündigung von Fox-News vom vergangenen Tag zu einer Dokumentation über Probleme mit Flüchtlingen.

Nun zeigen sich die Schweden gelassen in ihren Alltagssituationen und das Netz spottet.

Die Tageszeitung "Aftonbladet" listete in einem satirischen englischen Beitrag auf, welche Ereignisse Schweden am Freitag erschüttern: U.a. dass der berühmte Sänger Owe Thörnquvist bei einer Probe mit technischen Problemen zu kämpfen hatte und dass die E10 in Teilen wegen Überschwemmung gesperrt werden musste.

Auch deutsche Medien griffen die News auf:

Wo Schweden gemeint ist, ist der Schritt zu Ikea nicht weit. Zwar hat das Unternehmen selbst keinerlei Stellungnahme veröffentlicht, die Ikea-Memes unter dem Stichwort #lastnightinsweden fehlen natürlich nicht:

Auch hier ist das Möbelhaus immer präsent:

Für Ikea dürfte die Aktion dennoch einen enormen Werbewert bieten.

Und noch ein weiteres Unternehmen hat lustigen Zuspruch erhalten: Die österreichische Konditorei Niemetz, deren Spezialität Schokoküsse mit dem Namen Schwedenbomben sind.

Doch während sich Ikea und Niemetz selbst vornehm zurückhalt, haben andere Unternehmen den Hashtag längst annektiert.

Daneben ließen die Schweden natürlich auch ihre literarischen Helden, Pippi Langstrumpf und Michel von Lönneberger zu Wort kommen:

Auch Abba - weiterer Exportschlager der Skandinavier - können nicht fehlen:

Wie es offiziell ausging? Die schwedische Botschaft hatte den US-Präsidenten um Aufklärung in der Sache gebeten. Und Donald Trump hat tatsächlich den Vorgang höchst persönlich auf Twitter aufgeklärt:


Autor:

Anja Janotta, Redakteurin
Anja Janotta

seit 1998 bei der W&V - ist die wohl dienstälteste Onlinerin des Hauses. Am liebsten führt sie Interviews – quer durch die ganze Branche. Neben der W&V-Morgenpost, Kreativ- und Karrierethemen schreibt sie ab und zu was völlig anderes - Kinderbücher. Das jüngste dreht sich um  ein paar nerdige Möchtegern-Influencer.