"Das glaub ich jetzt nicht!" :
So schräg wirbt Ogilvy für KFC

Um den neuen Kampagnenslogan "Das glaub ich jetzt nicht" zu rechtfertigen, muss man schon was auftischen. Und das gelingt Ogilvy Düsseldorf mit den neuen Spots für KFC.

Dieser Turmspringer sorgt für absurde Momente im Werbeblock.
Dieser Turmspringer sorgt für absurde Momente im Werbeblock.

„Das macht Lust auf Huhn. ”

"Das glaub ich jetzt nicht!" - Um einen solchen Kampagnenslogan zu rechtfertigen, muss man schon ordentlich was auftischen. Und das gelingt Ogilvy Düsseldorf mit den neuen Spots für die Fast-Food-Kette KFC ganz gut. Die beiden 20-Sekünder bewerben die neue "KFC Value Box" mit ziemlich absurden Storys, die auf den ersten Blick nur bedingt etwas mit Hähnchenbraterei zu tun haben. Aber dafür unterhalten sie mit witzigen Überraschungsmomenten - und schaffen so die Verbindung zum 1,99-Euro-Menü-Angebot, das neue Kunden erst erstaunen und dann in die Filialen locken soll.   

Der Spot "Turm" erinnert in seiner Absurdität fast ein wenig an den Hornbach-Spot, in dem ein nackter Mann glückselig einen Berg herunterschlittert. Für KFC springt ein gutgelaunter, kleiner, nackter Mann von einem Turm in einen leeren Eimer - angefeuert von einer Menschenmenge. Im zweiten Spot schlägt ein Opa mit Rollator einen Salto von einem Trampolin in seinen Rollstuhl. Das Ende bleibt erstmal offen, dafür kann man sich dann über die KFC-Box weiterwundern. 

Spot "Turm"

Spot "Opa"

"Mit der Promotion gehen wir einen neuen Weg in unserer Kommunikation", sagt Thorsk Westphal, Chief Marketing Officer bei KFC. "Die Spots sind frech und provokant und bieten mehr als das klassische Product Hero-Storytelling. Sie entsprechen unserer neuen Grundhaltung als Challenger Marke." Die Kampagne soll vor allem unterhalten, sagt Serdar Kantekin, Creative Director bei Ogilvy & Mather Düsseldorf. Die Geschichten seien bewusst "absurd inszeniert und enden abrupt an der spannendsten Stelle. Genau hier lenken wir die Aufmerksamkeit auf das neue, günstige Angebot von KFC."

Die Spots gehen am 6. Juni auf reichweitenstarken TV-Sendern on air, außerdem sind sie im Netz im Rahmen einer Digital-Video- und Display-Kampagne zu sehen. Die Kampagne wird über Social Media, Out of Home und am Point of Sale verlängert. Die TVCs wurden von Film Deluxe unter der Regie von Zoran Bihac produziert, die auch den Männer-Burger inszenierten.

Erste Arbeit bewarb den Männer-Burger

"Das glaub ich jetzt nicht!" ist die zweite Kampagne von KFC mit Ogilvy & Mather Düsseldorf. Die Agentur löste im Herbst 2016 Serviceplan Campaign als Etathalter ab. Im Januar 2017 bewarben die Düsseldorfer den neuen "Männer-Burger" Double Down. Auch hier inszenierte sich die Fast-Food-Kette als "Challanger Brand": Mit dem "Hero-Produkt" versprach Marketingchef Thorsk Westphal eine "echte Innovation" für "den übersättigten deutschen Burgermarkt". Der Double Down verzichtet ganz auf Brötchen und bietet stattdessen zwei Schnitzel zum Festhalten und Wegessen. Die Agentur zog in der Kampagne konsequent den Dopplungseffekt durch, auch in den Werbeblöcken. Dort lief zum Start der TV-Spot zweimal hintereinander. Und die Online-Version doppelte gleich alles. 

„Das macht Lust auf Huhn. ”


Autor:

Frauke Schobelt, Ressortleiterin
Frauke Schobelt

ist Ressortleiterin im Online-Ressort und schreibt über alles Mögliche in den Kanälen Marketing und Agenturen. Sie hat ein Faible für Kampagnen, die „Kreation des Tages“ und die Nordsee. Und für den Kaffeeautomaten. Seit 2000 im Verlag W&V.



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