Deutschland-Start :
So sieht die Marketing-Strategie von Galaxus aus

Galaxus.de will mittelfristig zu den fünf größten Onlinehändlern gehören. Die Marke setzt zum Start vor allem auf Onlinemarketing.

Text: Ulrike App

Galaxus.de geht am 1. November an den Start.
Galaxus.de geht am 1. November an den Start.

Der Schweizer Onlineshop Galaxus.de bedient ab November deutsche Kunden. Die Marke legt hierzulande mit rund 50.000 Elektronikprodukten los, will aber zu einem richtigen Online-Warenhaus heranwachsen. So sollen bald die Kategorien Spielwaren, Haushalt oder Baumarkt folgen. 

"Im deutschen Onlinehandel gibt es ein Segment, das mit dem bisherigen Angebot nicht glücklich ist. Die Konsumenten suchen nach Online-Kaufberatung und fühlen sich im bestehenden Angebots-Dschungel verloren", so Frank Hasselmann, Geschäftsführer von Galaxus Deutschland. Das E-Commerce-Unternehmen hat laut eigenen Angaben eine 20-köpfige Redaktion, die das Sortiment mit Fachartikeln, Testberichten und Reportagen erklärt. Außerdem will Galaxus.de mit Produktfiltern und einer aktiven Community punkten, die schnell auf Kundenfragen reagiert. Der Händler hat die Schweizer Community bereits in die deutsche Plattform eingebunden.

"Mittelfristig wollen wir zu den fünf größten Onlinehändlern Deutschlands zählen", sagt Florian Teuteberg, CEO und Mitgründer von Digitec Galaxus. Die Schweizer Mutter Digitec Galaxus gehört gehört zu 70 Prozent zum Konzern Migros.

Das deutsche Galaxus-Hauptquartier steht im Hamburger Stadtteil Ottensen. Bis Ende dieses Jahres sollen dort zehn Angestellte arbeiten, und zwar im Category Management und im Marketing. Zusätzliche Hilfe bekommt das Team aus der Schweiz. 

Mit Amazon, Ebay & Co. gibt es bereits einige mächtige Player auf dem Markt. Gerade bei Elektronikprodukten wird sich der Neuling preislich an den Konkurrenten orientieren. Galaxus wiederum muss erst einmal die Marke im deutschen Markt bekannt machen. 

Digitec-CMO Martin Walthert, der in der Schweiz sitzt, hilft beim Start der Deutschland-Tochter ebenso mit.

 

Herr Walthert, zum Deutschland-Start kennen kaum Kunden Ihre Marke. Welche Werbemaßnahmen sind denn geplant?

Wir starten nicht mit einem "Big Bang", sondern fangen klein an und entwickeln uns Schrittweise. Zuerst werden wir ausgewählte Performance-Marketing-Maßnahmen evaluieren und laufend optimieren. Mit Performance-Marketing sind wir in der Schweiz sehr erfolgreich – auch weil wir durch unsere Redaktion  spannenden Content haben. Imagekampagnen folgen dann vermutlich, wenn wir das Sortiment ausgebaut haben und wenn wir die wesentlichen Prozesse sowie das Kundenversprechen im Griff haben. Los geht es mit Produkten rund um IT, Unterhaltungselektronik und Telekommunikation. Weitere Kategorien wie Haushalt, Spielwaren oder Möbel folgen dann Schritt um Schritt.

Wie hoch ist der Mediaetat von Galaxus auf dem deutschen Markt?

Dazu nennen wir keine Zahlen. Wir starten aber bewusst klein und wollen einen Nukleus an Kunden der ersten Stunde für uns gewinnen. Das sind Kunden, denen unser inspiratives Warenhaus-Konzept gefällt und die uns weiterempfehlen. Wir werden organisch wachsen, auf die Bedürfnisse der Kunden eingehen und uns laufend verbessern. Wir gehen mit unserem Schweizer Erfolgskonzept über die Grenze – also mit einer gepflegten Produktauswahl, jeder Menge Möglichkeit für Information und Inspiration und einem aktiven Austausch zwischen unseren Kunden.

Mit welchen Werbeagenturen arbeiten Sie in Deutschland zusammen?

Wir werden wie in der Schweiz voraussichtlich praktisch alle Marketingmaßnahmen inhouse umsetzen.

Wie sieht die Unterstützung aus der Schweiz aus?

Zum Launch werden wir das Marketing-Team in Hamburg (drei bis fünf Mitarbeiter bis Ende 2019) zu rund 90 Prozent aus der Schweiz unterstützen. In den kommenden Monaten werden wir die Unterstützung aus der Schweiz aber kontinuierlich reduzieren.


Autor:

Ulrike App
Ulrike App

ist bei W&V Online für Digitalthemen zuständig. Und das hat nicht nur mit ihrem Nachnamen zu tun, sondern auch mit ihrer Leidenschaft für Gadgets und Social Media. Sie absolvierte vor ihrer Print-Zeit im Marketing-Ressort der W&V die Berliner Journalisten-Schule und arbeitete als freie Journalistin.