Markenrelaunch Salewa :
So will Salewa bei den Bergsportlern punkten

Vor vier Jahren überarbeitete Salewa sein Logo und präsentierte den Kampagnenclaim „Get vertical“. Jetzt gibt sich das Unternehmen mit „Pure Mountain“ einen richtigen Claim.

Text: Lena Herrmann

Salewa setzt unter anderem auf sportliches Bergsteigen - und nennt das Speed Hiking
Salewa setzt unter anderem auf sportliches Bergsteigen - und nennt das Speed Hiking

Die Bergsportmarke Salewa, die zur in Bozen ansässigen Oberalp Gruppe gehört, überarbeitet ihren Auftritt. Ab sofort verpasst sich die Marke, die 1935 als Tochter der Sattler- und Tapezierer-Einkaufsgenossenschaft als SAttel- und LEder-WAren entstand, einen Claim - in der Vergangenheit hatte das Unternehmen darauf verzichtet. "Pure Mountain" prangt ab sofort auf allen Werbemitteln. Der bisherige Kampagnenclaim "Get vertical" wird nach wie vor zweimal im Jahr bei Events und Gewinnspielen verwendet, rückt sonst aber an den Rand.

Der neuen Claim hat einen Hintergrund: "Wir konzentrieren uns auf den Bergsport", sagt Stefan Rainer, General Manager von Salewa. Andere Outdoorthemen wie beispielsweise das Reisen bedient die Marke nicht mehr. "Wir waren in der Vergangenheit sehr breit", sagt Rainer.

Klare Abgrenzungen von den Schwestermarken

Die neue Ausrichtung ist ein Ergebnis einer Neuorganisation aller Marken unter dem Oberalp-Dach. Seit einigen Jahren bedient die einstige Skimarke Dynafit nicht nur die winteraffigen Bergathleten, auch für die anderen Jahreszeiten ist Dynafit gerüstet. Im Gegensatz zu Salewa schreibt sich die Marke aber auf die Fahnen, Bergathleten ausrüsten zu wollen. Also alle, die sehr ambitioniert unterwegs sind. Aus diesem Grund hat Salewa nicht mehr die Sparte Trail Running im Sortiment. Die In-Sportart hat Dynafit in ihrem Portfolio. Den Bereich Sportklettern hat Salewa an die Schwestermarke Wild Country ausgegliedert.

Als Zielgruppe definiert Salewa all jene, die "in den Bergen ihren Ausdruck finden und die Pfade verlassen wollen", sagt Rainer. "Progressive Mountaineers" nennt Salewa sie. Für sie hat Salewa dem sportlichen Bergsteigen einen neuen Namen gegeben. Unter "Speed Hiking" verstehen die Südtiroler das schnelle, ambitionierte Wandern gegen die Stoppuhr, bei dem die Bergsteiger aber nicht wie beim Trail Running laufen, sondern noch gehen.  

Die Herkunft rückt in den Fokus

Ebenfalls für die Markenidentität wichtig ist das Thema Regionalität. "Engineered in the heart of the dolomites" steht unter dem Claim "Pure Mountain". Um die Herkunft von Salewa zu betonen, arbeitet das Unternehmen unter anderem mit Schäfern der Dolomiten zusammen. Von den Tiroler Bergschafen bekommt Salewa die Wolle, die - versetzt mit Nano-Partikeln - als Dämmmaterial in Jacken und Westen zum Einsatz kommt. "Tirolwool Celliant" nennt Salewa das Ergebnis, mit dem es beim Kunden punkten will.

Auch die Inszenierung der Marke findet ab sofort in den Dolomiten statt. Auf reine Werbeshootings verzichtet Salewa dabei, künftig entstehen Imagebilder nur noch bei echten Unternehmungen.


Autor:

Lena Herrmann
Lena Herrmann

schreibt als Redakteurin für das Marketingressort der W&V unter anderem über Sportmarken und Reisethemen. Beides beschäftigt sie auch in ihrer Freizeit. Dann besteigt sie Berge, fährt mit dem Wohnmobil durch Neuseeland, wandert durch Weinregionen oder sucht nach der perfekten Kletterlinie.