Fußball-WM 2006 :
Sommermärchen-Affäre: Mercedes-Benz erwartet von DFB "lückenlose Aufklärung"

DFB-Generalsponsor Daimler äußert sich nur zurückhaltend zur Sommermärchen-Affäre. Immerhin: Der Automobilhersteller erwartet eine "lückenlose Aufklärung".

Der Generalsponsor des Deutschen Fußball-Bundes wünscht sich eine Aufarbeitung der Affäre um die Fußball-Weltmeisterschaft. "Wir beobachten die Entwicklungen genau und begrüßen eine lückenlose Aufklärung", hieß es beim Automobilhersteller Daimler auf "dpa"-Anfrage. Die Frage, ob das Engagement auf den Prüfstand gestellt werde, sollte die Affäre nicht aufgeklärt werden, stelle sich derzeit nicht. Daimler ist mit der Marke Mercedes-Benz seit 1990 Generalsponsor des DFB. Der aktuelle Vertrag läuft noch bis 2018.

Der Automobilhersteller ist bereits seit 1972 mit dem DFB verbunden. Mercedes-Benz kann die Fußball-Weltmeister für Kampagnen nutzen. Außerdem bestehen Werbeverträge mit Nationalmannschaftsmanager Oliver Bierhoff und Bundestrainer Joachim Löw. In den vergangenen Tagen hatten sich die Allianz und Henkel zum Thema geäußert.

Im Zentrum der sogenannten Sommermärchen-Affäre steht eine Zahlung von 6,7 Millionen Euro, die laut Darstellung von DFB-Präsident Wolfgang Niersbach an die Finanzkommission der Fifa gegangen sein soll. Durch diese soll das Organisationskomitee eine Unterstützung in Höhe von 170 Millionen Euro erhalten haben. Der frühere DFB-Präsident Theo Zwanziger sprach von einer "schwarzen Kasse". Den im Raum stehenden Vorwurf eines Stimmenkaufs wies der DFB mehrfach zurück.

Zuletzt war Günter Netzer juristisch gegen Zwanziger vorgegangen. Hintergrund sind Zwanzigers Behauptungen, wonach er von Netzer erfahren habe, dass das WM-Bewerbungskomitee die Stimmen der vier asiatischen Vertreter in der FIFA-Exekutive bei der WM-Vergabe gekauft habe. Netzers Anwälte setzten Zwanziger eine Frist bis Freitag für eine Erklärung, künftige Behauptungen zu unterlassen. Andernfalls werde Netzer den langjährigen Funktionär verklagen.


1 Kommentar

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Anonymous User 29. Oktober 2015

... als nächstes fordert VW lückenlose Aufklärung.
Als Pressefritze wäre ich an Daimlers Stelle ganz ganz still... sonst fliegt ihnen das Geflöte um Aufklärung wie ein Bumerang um die Ohren.

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