Sport-Scheck will Filialnetz verdoppeln

14 neue Filialen und ein Umsatz von einer Milliarde Euro schwebt dem Sport-Scheck-Chef Stefan Herzog in den kommenden fünf Jahren vor.

Text: Franziska Mozart

21. May. 2012

Das Geschäft des Sport-Artikel-Händlers Sport-Scheck wächst zwar online am stärksten, dennoch will Geschäftsführer Stefan Herzog auf keinen seiner Vertriebskanäle verzichten. "Alle Geschäfte schließen und nur Online verkaufen, den Fehler begehen wir nicht", erklärt er im Gespräch mit der "Süddeutschen Zeitung" (21. Mai, S. 18). Die Hälfte seines Umsatzes erwirtschaften die 16 Filialen, so Herzog, die andere Hälfte komme aus dem Distanzhandel. Die Läden seien wichtig, da die Kunden die Produkte anfassen wollen. "Sport ist ein hochemotionales Thema", ist der Hobby-Radler überzeugt. Er will daher die Zahl der Sport-Scheck-Filialen in den kommenden Jahren noch erhöhen: 14 neue sollen bis 2017 in ganz Deutschland entstehen. Entsprechend will Herzog auch den Umsatz erhöhen. Von 400 Millionen im vergangenen Jahr auf eine Milliarde soll er in den kommenden fünf Jahren klettern. Dazu plant er unter anderem ein neues Haupthaus in München und Filialen in Kassel und Düsseldorf.

Neben den Filialen und dem Online-Handel ist noch immer der 754-Seiten-starke Katalog ein wichtiger Vertriebskanal. Viermal im Jahr erscheint er mit einer Auflage von 1,5 Millionen Exemplaren. Dahinter steht eine Multi-Channel-Strategie, die den Kunden die freie Wahl lässt, in welchem Medium sie mit Sport-Scheck in Kontakt treten wollen.

Ähnlich ist der Ansatz auch bei dem Konkurrenten Globetrotter. Filialen, Internet und Katalog stehen gleichberechtigt nebeneinander. Zudem hat Globetrotter auch die Medienmarke 4-Seasons mit Kundenmagazin und Web-TV etabliert. Der Händler war bis vor kurzem vor allem im Norden und in der Mitte Deutschlands präsent, Anfang 2011 hat sich Globetrotter aber einen Platz im Sport-Scheck-Stammgebiet München erobert. Die Filiale in München zeigt, wie sich das Unternehmen das Einkaufen im Outdoor-Markt vorstellt. Die Kletterwand, das Kanu-Becken und die Kältekammer in der Münchener Innenstadt sind der Beweis, dass die Filialen nicht nur eine reine Verkaufläche ist, sondern dass es für Sporthändler inzwischen darum geht, ganze Erlebniswelten zu erschaffen.


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