KNSK vs. Jung von Matt :
Spot-Antwort: SPD ist schneller als die CDU

Die SPD und ihre Agentur KNSK kontern den CDU-TV-Spot - bevor ihn die Christdemokraten überhaupt vorgestellt hatten.

Text: Ulrike App

"In welchem Deutschland wirst Du einmal leben?" - die SPD hat auch ein ungeborenes Kind aufzubieten.
"In welchem Deutschland wirst Du einmal leben?" - die SPD hat auch ein ungeborenes Kind aufzubieten.

Noch bevor die CDU am Donnerstag in Berlin ihren ersten TV-Spot präsentierte, hat der politische Wettbewerber bereits Gegenmaßnahmen ergriffen. Am Mittwochnachmittag - also Stunden vor der CDU-Pressekonferenz - stellte die SPD einen Spot auf Youtube und Facebook, der eigentlich eine Antwort auf den CDU-Film ist. "In welchem Deutschland wirst du einmal leben?", heißt der 50-Sekünder der SPD. Und mit genau diesem Satz steigt die CDU in ihren Spot ein. Zu sehen ist ein ungeborenes Kind, die Stimme des SPD-Kanzlerkandidaten Martin Schulz erklingt.

Die SPD-Agentur KNSK verrät, man habe einen Tipp bekommen. Mit ein paar Tagen Vorlauf haben sich die Kreativen dann ans Werk gemacht, um die CDU nochmals richtig zu attackieren. "Es ist sehr ungewöhnlich, dass eine solche Idee durchsickert", sagt Olaf Uthmann von der SPD-Agentur KNSK.

Schulz versucht in "In welchem Deutschland wirst Du einmal leben?" nochmals sein Wahlkampfthema Gerechtigkeit einzubringen. Er gibt unter anderem als Antwort: "Hoffentlich in einem Land, in dem du gut von deiner Rente gut leben kannst. Und nicht bis 70 arbeiten musst." 

SPD: "In welchem Deutschland wirst Du einmal leben?"

CDU "Deutschland von morgen"

Die CDU reagierte bereits am Mittwochnachmittag auf Facebook. Unter dem SPD-Post kommentiert die Partei: "Falscher Spot ;) Jetzt für die Preview des Originals registrieren. Und dann der Hinweis auf die CDU-Website

2005 gab es einen ähnlichen Fall: Damals gelangte die SPD-Agentur Butter an Insider-Informationen - und ärgerte Merkel und ihr Wahlkampf-Team mit einem Kugel-Spot.

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Ulrike App
Ulrike App

ist bei W&V Online für Digitalthemen zuständig. Und das hat nicht nur mit ihrem Nachnamen zu tun, sondern auch mit ihrer Leidenschaft für Gadgets und Social Media. Sie absolvierte vor ihrer Print-Zeit im Marketing-Ressort der W&V die Berliner Journalisten-Schule und arbeitete als freie Journalistin.