Billigairline :
Spot-Premiere: Ryanair greift in Deutschland an

Die irische Billigairline Ryanair startet ihre erste TV-Kampagne in Deutschland. W&V Online hat mit Marketingchef Kenny Jacobs über die Strategie gesprochen. Hier zeigen wir die ersten Spots: Film ab!

Text: Daniela Strasser

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Zurückhaltung ist nicht jedermanns Sache, und die der irischen Billigairline Ryanair schon gar nicht. Ryanair-Chef Michael O'Leary ("Wenn ich abtrete, wird sicher unser Marketing-Etat wachsen, weil wir ohne meine Sprüche weniger Aufmerksamkeit bekommen - aber das sparen wir dann an Gerichtskosten, weil uns dann weniger Leute wegen meiner Sprüche verklagen") ist bekannt für sein markant-rüpelhaftes Auftreten. Und Kenny Jacobs, sein CMO, steht ihm da kaum nach.

Seit heute wirbt Ryanair in Deutschland zum ersten Mal mit zwei TV-Werbespots: Der eine betont den günstigen Preis und Service, der andere wirbt mit der Pünktlichkeit und dem Zuwachs an deutschen Abflughäfen der Airline (Agentur: Dare, London). Beide Spots sind auf den größten TV-Sendern zu sehen und Teil von Ryanairs ehrgeizigen Plänen für den deutschen Markt: Rund 20 Prozent Marktanteil will die Fluglinie in den kommenden fünf Jahren in Deutschland erreichen, im Moment sind es gerade mal knapp fünf Prozent. Deutschland sei "der wichtigste Wachstumsmarkt von Ryanair überhaupt", sagt Jacobs gegenüber W&V Online.

Die Offensive richtet sich direkt gegen Lufthansa und Air Berlin - und Ryanair hat dafür 2015 bereits viel investiert. So haben die Iren beispielsweise eine neue Basis in Schönefeld eröffnet, fliegen ab Köln-Bonn und wollen perspektivisch noch weitere zentrale Flughäfen bedienen, die sich anders als etwa Frankfurt-Hahn nicht in Randlage befinden. "Wir arbeiten an der Evolution von billig-verrückt hin zu billig und servicestark", sagt Jacobs. Neuerdings können die Ryanair-Passagiere zwei Handgepäckstücke gratis mitnehmen sowie einen Sitzplatz vorab reservieren.

In Deutschland will Ryanair zudem stärker als in den anderen Märkten mit dem Thema Pünktlichkeit der Flugzeuge werben - von wegen deutsche Tugenden und so. Jacobs setzt auf einen international einheitlichen Markenauftritt, weshalb hierzulande auch die Spots gezeigt werden, die man bereits aus Irland und Italien kennt. "Nur, wenn die Aktionen hier in Deutschland gar nicht laufen sollten, könnten wir uns vorstellen, für den deutschen Markt eigenständigere Marketingwege zu gehen", sagt Jacobs.

Fünf Millionen Euro Media-Budget plant er für die Werbung 2016 in Deutschland - im Vergleich zu Lufthansa ist das wohlgemerkt sehr wenig. Vor dem jetzigen TV-Debüt hatte Jacobs bereits die Print- und Radiowerbung im Umfeld seiner zwölf deutschen Flughäfen ausgeweitet.


Autor:

Daniela Strasser, W&V
Daniela Strasser

Redakteurin bei W&V. Interessiert sich für alles, was mit Marken, Agenturen, Kreation und deren Entwicklung zu tun hat. Außerdem schreibt sie für die Süddeutsche Zeitung. Neuerdings sorgt sie auch für Audioformate: In ihrem W&V-Podcast "Markenmenschen" spricht sie mit Marketingchefs und Media-Verantwortlichen über deren Karrieren.



2 Kommentare

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Anonymous User 29. Dezember 2015

Service? Ist nicht Teil der RyanAir-Positionierung. Daher sind die Spots auch konsequent markenadäquat.
Übrigens gibt's auch bei AB und LH kaum noch Service. Aber diese Lücke füllen dann andere Wettbewerber...

Anonymous User 28. Dezember 2015

Und das Wort Service wird wohl nicht benutzt; besser so weil völlig unbekannt.

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