Sexismus-Werbeverbot :
Stadt München verbannt frauenfeindliche Werbung

Die Stadt München verbietet ab sofort sexistische Werbung auf städtischen Werbeflächen. Das hat die Stadtrats-Vollversammlung entschieden. 

Text: Belinda Duvinage

Keine Klischee-Werbung mehr in München.
Keine Klischee-Werbung mehr in München.

Keine sexistische Werbung mehr auf Werbeflächen der Stadt München: Auf Antrag der Rathaus-Grünen und Rosa Liste hat der Stadtrat am Donnerstag einstimmig beschlossen, dass zukünftig auf städtischen Werbeflächen keine klischeehafte Reklame mehr gezeigt werden darf, die "die sexuelle Attaktivität der Frau ohne Sachzusammehang" zeigt oder die Frauen "demütigt oder lächerlich macht".

Außerdem untersagt ist Werbung, die den Eindruck erweckt, dass Frauen "Waren sind oder als deren Zugabe erworben werden können" oder die "zu Gewalt gegen Frauen oder Kinder" auffordert, wie Matthias Kristlbauer von der Stadt München auf Anfrage bestätigte. "Das wird so dann zukünftig auch in den Verträgen mit den jeweiligen Vertragspartnern festgeschrieben."

Das Verbot gilt für alle öffentlichen Werbeflächen des Münchener Wirtschaftsreferat, der Münchner Verkehrsgesellschaft (MVG) und der Stadtwerke München (SWM), die zuständig sind für die Vermietung der Werbeflächen. Im Zweifelsfall soll aber auch die Gleichstellungsstelle der Landeshauptstadt München mitentscheiden. "Wir gehen aber davon aus, dass unsere Vertragspartner sich an die Vorgaben halten", sagte Kristlbauer. 

Die Rathaus-Grünen fordern bereits seit 2013 das Einrichten einer Werbewatch-Group, wie sie bereits unter anderem in Wien existiert. 


Autor:

Belinda Duvinage

legt ein besonderes Augenmerk auf alle Marketing-Themen. Bevor die gebürtige Münchnerin zur W&V kam, legte sie unter anderem Stationen bei burdaforward und dem Münchner Merkur ein, leitete ein regionales Magazin in Göttingen und volontierte bei der HNA in Kassel. Den Feierabend verbringt sie am liebsten mit ihren drei Jungs in der Natur, auf der Yogamatte, beim perfekten Dinner mit Freunden oder, viel zu selten, einem guten Buch.