Adidas reagierte auf die Recherchen laut Artikel "mit all dem, was Krisen-PR-Manager empfehlen". Doch die Krisen-PR-Manager können in diesem Fall gelassen bleiben, denn Print ist offenbar etwas behäbiger. Ein TV-Bericht mit dem gleichen Inhalt, der die Schilderungen der Mitarbeiter mit der Kommunikationsabwehr des Unternehmens konterkariert hätte, würde vermutlich stärker aufgewiegelt haben. Wir könnten Schlagzeilen wie "Schwere Vorwürfe: Ausbeutung bei Adidas" schon längst auf allen reichweitenstarken Online-Portalen lesen, vielleicht gäbe es schon eine Kommentar-Flut bei Facebook, den Hashtag #BoykottAdidas bei Twitter, der Konzern hätte vielleicht schon eine offizielle Erklärung abgegeben usw.

Nicht dass es bei jedem Thema unbedingt einen Shitstorm braucht. Doch dieses Beispiel ist im Kern dem Zalando- und Amazon-Shitstorm so ähnlich, dass deutlich wird, wie sehr die mediale Präsentation entscheidend ist. Ein TV-Bericht kann Massen bewegen, die Macht der Bilder ist groß. Bei Zalando war es RTL, bei Amazon die ARD.  Nun ist es ein Zeitungsbericht und der hat es augenscheinlich deutlich schwerer, die Massen zu erreichen.