5 Fragen an About-You-Markenbotschafter :
Steven Gätjen: "Ich sehe mich nicht als Influencer"

Testimonial oder Influencer der Otto-Marke About You? W&V hat Markenbotschafter Steven Gätjen mit 5 Fragen zur Werbung mit Prominenten konfrontiert. 

Text: Petra Schwegler

Steven Gätjen steht seit einigen Monaten für die Mode von About You.
Steven Gätjen steht seit einigen Monaten für die Mode von About You.

Das Prinzip des Influencer-Marketings ist an sich nichts Neues: Marken spannen Prominente, Meinungsmacher oder Beeinflusser für ihre Sache ein. Mit den heutigen Stars der sozialen Medien buchen Marketer aber gleich die reichweitenstarke Community mit - ein Aspekt, der dem klassischen Testimonial durchaus fehlen kann. Der Filmstar muss nicht unbedingt eine Instagram-Größe mit Hunderttausenden Followern sein.
Doch die Grenzen verwischen immer mehr. Einer, der es wissen muss, ist TV-Moderator Steven Gätjen. W&V hat ihn als Markenbotschafter von About You zum Influencer-Marketing befragt. 

Herr Gätjen, jetzt wird’s gleich zum Auftakt schwierig: Soll ich Sie als Testimonial oder als Influencer der Otto-Marke About You bezeichnen? 

In erster Linie bin ich Moderator und Entertainer. Influencer passt glaube ich nicht wirklich zu mir. Wobei ich zugeben muss, dass die Begriffe Testimonial und Influencer heute immer mehr miteinander verschmelzen. Die sozialen Medien sind für mich aber auch ein ganz wichtiger Teil meiner Arbeit, das direkte Feedback der Zuschauer, der Austausch über Inhalte, neue Denkanstöße und vor allen Dingen auch um tolle Ideen zu bekommen. Und um nah dran zu sein an den Leuten, für die ich Fernsehen mit Leidenschaft mache.

Bei dem Modell von About You geht es nicht nur darum Werbebotschafter zu sein, sondern seinen eigenen und echten Style zu zeigen. Natürlich arbeitet About You mit Influencern, aber genauso mit Leuten aus den klassischen Medien wie mit mir zusammen.

Ich schätze die Kombination sehr, dass ich mich als Typ zeigen kann, was ich gerne trage und worin ich mich wohlfühle, aber dann auf der anderen Seite auch ein Teil der ersten "About You Awards" zu sein und meine Erfahrung aus dem TV-Bereich mit einzubringen und gemeinsam neue Wege zu gehen. Am Ende geht es dabei auch darum, verschiedene Charaktere und Typen zu zeigen. 

Einigen wir uns doch auf "Markenbotschafter". In dieser Funktion gefragt - was hat sich aus Ihrer Sicht in der Werbeansprache der Marken geändert? 

Sehr viel. Werbung ist deutlich vielfältiger geworden. Für Marken ergeben sich immer mehr Berührungspunkte mit dem potenziellen Kunden und Möglichkeiten sich selbst zu inszenieren. Das hat natürlich auch viel mit Social Media zu tun. Früher hat es vielleicht einmal gereicht, Print-Anzeigen oder TV-Spots zu kreieren. Aber die Interaktion mit den Kunden ist deutlich intensiver und viel schneller geworden.

Das liebe und schätze ich. Man kann dadurch besonderen, besseren und passenderen Content für den Zuschauer, den Kunden produzieren. Zwar leben Kampagnen immer noch von guten Ideen, aber ich glaube, dass Werbung noch anspruchsvoller geworden ist.

Was passt besser zu Ihrer sehr netzlastigen Rolle bei About You - der Influencer oder das Testimonial?

Ich sehe mich selbst sicher nicht als Influencer. Ich würde aber auch sagen, dass der Begriff Testimonial heute fast schon überholt ist. Es reicht nicht mehr, sein Gesicht emotionslos für ein Produkt in die Kamera zu halten.

Das will und kann ich persönlich auch nicht. Ich will dafür brennen und es muss authentisch sein. Wenn ich etwas persönlich mag, dann wirkt es glaubhaft und dann mache ich auch sehr gerne Werbung für die Marke, das Produkt oder Unternehmen. Und wenn man es schafft, ein gutes Konzept zu entwickeln und wirklich coole und passende Inhalte zu schaffen, dann finde ich das sehr spannend und interessant.

Die ersten Fragen deuteten es an: Neu ist das Phänomen nicht, nur tritt es in neuen Kleidern auf. Laufen die Werbungtreibenden Gefahr, den Promi-Einsatz zu übertreiben?

Schwierig…! Ich denke, es kommt auf die Konstellation an. Im Fall von About You ist es zum Beispiel Teil der Geschäftsidee und für mich absolut nachvollziehbar.

Es gibt aber sicher auch heute noch Werbespots mit Prominenten, bei denen ich etwas schmunzeln muss. Wie gesagt: Es darf nicht zu aufgesetzt sein, es muss stimmig, kreativ, authentisch und darf auch manchmal verrückt sein sein. Wenn das gegeben ist, bin ich mir sicher, dass Konzepte mit Persönlichkeiten weiter funktionieren werden. Es ist letztendlich aber wie bei allem: Das Maß sollte natürlich stimmen. 

Wenn Sie wählen dürften: Für welche Marke würden Sie mal gerne in TV oder Internet werben? 

(Überlegt lange…) Das weiß ich wirklich nicht. Klar habe ich Lieblingsmarken, aber es kann sein, dass ich jetzt eine Marke nenne, ich mich aber dann mit dem Konzept niemals identifizieren könnte. Das wäre bei mir der Knackpunkt.

Genauso kann es auch geschehen, dass eine Marke auf mich zukommt, die ich überhaupt nicht auf dem Radar habe. Die Idee sollte stimmen.

Ich glaube, man muss sich in jedem Fall immer gemeinsam hinsetzen und darüber sprechen, was beide Seiten wollen und sich wünschen. Dann kann daraus etwas wirklich Tolles entstehen. Ich habe auf jeden Fall eine ganze Menge schöner Ideen und Konzepte, die zu einer Reihe an Marken passen würden. Man hat ja auch schnell ein gemeinsames Gefühl dafür, ob es passt.

Meine ideale Vorstellung wäre daher wahrscheinlich, wenn ich mein Hobby darin ausleben könnte und man gemeinsam Film- oder Kinokonzepte entwickelt. Warum nicht? Ich hätte einen Heidenspaß daran, glaube an solche Formate - und vor allem: Ich habe so etwas in Deutschland noch von keiner Marke gesehen.

Mehr zum Thema Influencer-Marketing finden Sie in unserem großen Dossier


Autor:

Petra Schwegler, Redakteurin
Petra Schwegler

Die @Schweglerin der W&V. Schreibt seit mehr als 20 Jahren in Print und Online über Medien - inzwischen auch jede Menge über Digitales. Lebt im Mangfalltal, arbeitet in München.