Beurteilung der ergriffenen Maßnahmen durch die Regierung.

Beurteilung der ergriffenen Maßnahmen durch die Regierung.

Nur die Hälfte der Befragten aus den G7-Staaten gibt an, in gewissem Maße darauf zu vertrauen, dass ihre Regierung in Zukunft die richtigen Entscheidungen treffen wird. Diese Einschätzung basiert auf deren bisherige Reaktion auf den Ausbruch des Coronavirus. Während in den G7-Staaten damit seit März ein Rückgang (minus neun Prozent) zu verzeichnen ist, sticht Deutschland mit stabilen hohen Vertrauenswerten von 67 Prozent (keine Veränderung) zusammen mit Kanada 72 Prozent (minus fünf Prozent) heraus.

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Über 60 Prozent sehen der wirtschaftlichen Zukunft pessimistisch entgegen

61 Prozent der Bevölkerung der G7-Staaten glauben, dass ihre Volkswirtschaft ein bisschen oder sogar viel schwächer sein wird, als vor dem Ausbruch des Coronavirus. Jeder und jede siebte (14 Prozent, minus zwei Prozent) gibt an, die Hälfte seines/ihres persönlichen Einkommens oder mehr verloren zu haben.

Über die Hälfte würde eine Corona-Tracing-App nutzen

Über die Hälfte (52 Prozent) gibt an, dass sie eine Kontaktverfolgungs-App verwenden würden, um andere Nutzer zu benachrichtigen, wenn sie mit jemandem in Kontakt waren, der mit dem Coronavirus infiziert ist. Bei denen, die keine App verwenden würden, ist die Sorge um den Datenschutz das größte Hindernis für die Akzeptanz dieser (62 Prozent).

Über die Hälfte würde eine Tracing-App nutzen.

Über die Hälfte würde eine Tracing-App nutzen.

Schutz der Gesundheit und Wirtschaft befinden sich nicht im Gleichgewicht

Mit dem Beginn der unterschiedlichen Anpassungen der Ausgangsbeschränkungen durch die Regierungen, sehen immer weniger Menschen, dass im Vergleich zum April das richtige Gleichgewicht zwischen der Unterstützung der Wirtschaft und dem Schutz der Gesundheit der Bevölkerung gefunden wurde (27 Prozent, minus sechs Prozent). 39 Prozent der Befragten (plus drei Prozent) sind der Ansicht, dass zu viel Wert auf die Unterstützung der Wirtschaft und nicht genug auf den Schutz der Gesundheit der Menschen gelegt wird. 22 Prozent (plus drei Prozent) glauben, dass ihre Regierung den Schutz der Gesundheit gegenüber der Unterstützung der Wirtschaft zu stark gewichtet.

Gesundheit der Menschen oder Wirtschaft des Landes?

Gesundheit der Menschen oder Wirtschaft des Landes?

Die Bereitstellung von persönlicher Schutzausrüstung (PSA) und Tests zur Untersuchung von Verdachtsfällen durch die Regierung werden von nur von 51 Prozent als sehr gut oder ziemlich gut eingestuft.

44 Prozent der Menschen bewerten die internationale Zusammenarbeit zwischen Ländern als sehr gut oder als ziemlich gut. Im April lag dieser Wert noch bei 51 Prozent. Im Gegensatz dazu denken 50 Prozent der Menschen in Großbritannien, Frankreich, Deutschland und Italien, dass die Zusammenarbeit zwischen europäischen Ländern sehr oder auch ziemlich gut ist, ähnlich wie 51 Prozent im April.

Prognosen zu persönlichen Finanzen weniger pessimistisch

37 Prozent geben an, dass das Coronavirus bereits Auswirkungen auf ihr persönliches Einkommen hat (keine Änderung). Weitere 30 Prozent geben an, dass sie dies in Zukunft erwarten (minus fünf Prozent).

Von den Personen, die einen Verlust des persönlichen Einkommens melden, geben 39 Prozent (minus fünf Prozent) einen Verlust von der Hälfte oder mehr an. Dies entspricht 14 Prozent (minus zwei Prozent) der Menschen in den G7-Staaten.

Auswirkungen auf das persönliche Einkommen.

Auswirkungen auf das persönliche Einkommen.

45 Prozent (minus drei Prozent) der Menschen in den G7-Staaten bewerten die Unterstützung ihrer Regierung für Menschen mit Einkommensverlust als sehr oder ziemlich gut, während 49 Prozent (plus drei Prozent) die Unterstützung als sehr oder ziemlich schlecht bewerten. Die Bürgerinnen und Bürger in Deutschland sind im Vergleich der G7-Staaten häufiger und damit mehrheitlich bereit, der Bundesregierung eine (sehr) gute Unterstützung zu attestieren (61 Prozent, minus drei).

In ähnlicher Weise bewerten 41 Prozent der Befragten (minus vier Prozent) die Leistung des Staates bei der Unterstützung von Unternehmen, die mit Schließungen und Einkommensverlusten konfrontiert sind, als gut oder sehr gut, verglichen mit 50 Prozent (plus drei Prozent), die diese als schlecht bewerten. 

Die Bereitschaft zu Masken ist enorm gestiegen

Drei Viertel der Menschen (75 Prozent, plus 23 Prozent) geben an, jetzt Masken zu tragen. Während es in Großbritannien keine allgemeine Pflicht gibt, Masken zu tragen und deshalb eher weniger Menschen diese aufsetzen (35 Prozent, plus 15 Prozent), hat sich diese Anforderung in Deutschland seit der letzten Erhebung als neue soziale Norm sehr stark verbreitet. Drei Viertel (75 Prozent, plus 48 Prozent) der Bürgerinnen und Bürger in Deutschland gibt an, dieser Verpflichtung Folge zu leisten.

Während sich einige Länder der G7 in verschiedenen Phasen befinden, in denen sie Kontaktverfolgungs-Apps starten, um Ausbrüche des Virus zu verfolgen, geben 52 Prozent der Menschen an, dass sie eine Kontaktverfolgungs-App mit hoher Wahrscheinlichkeit verwenden würden. Menschen in Großbritannien (63 Prozent) und Italien (58 Prozent) sagen am ehesten, dass sie eine solche App benutzen würden. Während vor allem in Frankreich und Japan (je 45 Prozent) solch eine App seltener genutzt werden würde, liegt der Anteil für Deutschland (53 Prozent) leicht oberhalb des Durchschnitts der G7-Staaten.

Von denen, die sagen, dass es ziemlich oder sogar sehr unwahrscheinlich ist, dass sie eine solche Kontakt-App verwenden, sind Bedenken hinsichtlich des Datenschutzes das größte Problem (62 Prozent), gefolgt von der Forderung, dass die Regierung ihren Standort nicht nachverfolgen soll (52 Prozent) und den Zweifeln an der Wirksamkeit dieser Apps (34 Prozent). In den USA (73 Prozent) und Kanada (68 Prozent) sind die Bedenken hinsichtlich der Privatsphäre am größten.

Über 70 Prozent würden sich impfen lassen

Mit Blick auf längerfristige Interventionen, um sich selbst vor dem Coronavirus zu schützen, sagen sieben von zehn (71 Prozent) Menschen, dass sie sich definitiv oder wahrscheinlich impfen lassen würden, sobald ein Impfstoff verfügbar sein wird.

Nach der Corona-Krise soll sich wieder mehr der Klimakrise zugewandt werden

Jeder und jede Dritte (33 Prozent) ist der Meinung, dass nach dem Ausbruch des Coronavirus, Maßnahmen zur Bekämpfung des Klimawandels für die Regierungen eine höhere Priorität haben sollten. Im Vergleich zu Italien (48 Prozent) wird diese Meinung in Deutschland (35 Prozent) nicht so viel häufiger als im Schnitt der G7-Staaten geäußert.

Welchen Stellenwert soll der Klimawandel nach Corona haben?

Welchen Stellenwert soll der Klimawandel nach Corona haben?

Öffentliche Verkehrsmittel verlieren an Beliebtheit

Bei der Wahl der Verkehrsmittel wird der öffentliche Nahverkehr zugunsten des Autos Federn lassen müssen. Jede und jeder Dritte (31 Prozent) gibt an, dass er oder sie die öffentlichen Verkehrsmittel nach den Ausgangsbeschränkungen weniger als zuvor nutzen wird. Im Vergleich zu Italien (40 Prozent) gilt das in Deutschland seltener (26 Prozent).

Das Arbeiten von zu Hause gewinnt an Akzeptanz

Die Hälfte der Arbeitnehmer und Arbeitnehmerinnen (48 Prozent) fühlt sich wohl bei dem Gedanken, an ihren Arbeitsplatz zurückzukehren, wenn das möglich wird. Jedem und jeder Dritten (33 Prozent) ist bei diesem Gedanken nicht oder gar nicht wohl dabei.

Ein Drittel der Arbeitnehmer und Arbeitnehmerinnen (34 Prozent) gibt an nach Beendigung des Lockdowns mehr von zu Hause aus zu arbeiten, verglichen mit ihren Arbeitsgewohnheiten vor der Pandemie.

Vier von zehn der Befragten mit Kindern (40 Prozent) geben an, es nicht sehr oder gar nicht zu befürworten, ihre Kinder bei einer Wiedereröffnung wieder zur Schule zu schicken. 35 Prozent hingegen fühlen sich dabei sehr oder ziemlich wohl.

Vier von zehn (40 Prozent) planen, selbst wenn es wieder sicher ist, Restaurants und Cafés etwas oder viel seltener als vor der Pandemie zu besuchen. 36 Prozent sagen dasselbe von Pubs und Bars, kulturellen Großveranstaltungen und Kinos.

Zwölf Prozent erwartet eine Rückkehr zur Normalität bis Juli/August, weitere 68 Prozent gehen von einer längeren Zeitspanne bis zur Rückkehr zur Normalität aus.

Fernsehen nach wie vor am vertrauenswürdigsten

Fernsehnachrichten gelten nach wie vor als vertrauenswürdigste Quelle für zuverlässige Informationen über das Virus in Japan (42 Prozent, minus vier Prozent), Deutschland (28 Prozent, minus fünf Prozent) und Großbritannien (25 Prozent, minus drei Prozent). In Frankreich (31 Prozent, plus neun Prozent), Italien (29 Prozent, plus elf Prozent) und den USA (34 Prozent, plus drei Prozent) ist der Arzt oder Gesundheitsdienstleister am vertrauenswürdigsten. Im Gegensatz zu den bisherigen Untersuchungswellen werden die Regierung und Politik in keiner der G7-Staaten mehr als vertrauenswürdigste Informationsquelle aufgeführt.

Ältere sind besonnener

Ältere Menschen glauben eher, dass die Regierung das richtige Gleichgewicht zwischen dem Schutz der Wirtschaft und dem Schutz der Gesundheit der Menschen gefunden hat. 32 Prozent der 55- bis 64-Jährigen und 33 Prozent der 65-Jährigen sind dieser Ansicht, verglichen mit 19 Prozent der 16- bis 34-Jährigen.

Jüngere Menschen geben eher an, dass sie eine Anwendung zur Kontaktverfolgung verwenden würden. 62 Prozent der 16- bis 24-Jährigen würden dies sehr oder ziemlich wahrscheinlich tun, verglichen mit 47 Prozent der 55- bis 64-Jährigen und 48 Prozent der über 65-Jährigen.

Jüngere Menschen geben seltener an, eine Maske zu tragen: 68 Prozent der 16- bis 24-Jährigen, 67 Prozent der 25- bis 34-Jährigen im Vergleich zu 81 Prozent der 55- bis 64-Jährigen und 84 Prozent der über 65-Jährigen

Zusammenhalt der Gemeinschaft wird hoch eingeschätzt

35 Prozent der Menschen in den G7 geben an, dass der Zusammenhalt der Gemeinschaft in ihrem Land nach dem Ausbruch des Coronavirus viel/ein bisschen stärker sein wird. Am höchsten ist der Wert in Großbritannien (43 Prozent), Deutschland (37 Prozent) und den USA (37 Prozent). 29 Prozent der Menschen in den G7 glauben, dass der Zusammenhalt der Gemeinschaft in ihrem Land etwas/viel schwächer sein wird. Die Menschen in Italien sagen dies am ehesten (39 Prozent).

37 Prozent der Menschen in den G7 glauben, dass das internationale Ansehen ihres Landes nach dem Ausbruch des Coronavirus etwas/viel schwächer sein wird. Am höchsten ist dieser Anteil in den USA (47 Prozent), Italien (41 Prozent) und Großbritannien (38 Prozent).

Vertrauen in die EU volatil

50 Prozent (minus zwei Prozent) der G7-Bürger der Europäischen Union vertrauen darauf, dass diese auch in Zukunft die richtigen Entscheidungen trifft. Grundlage ist die bisherige Reaktion der EU auf den Ausbruch des Coronavirus.

40 Prozent (minus drei Prozent) der europäischen Bürger denken, dass die Europäische Union schwächer sein wird, wenn der Ausbruch vorbei ist, verglichen mit 17 Prozent (minus zwei Prozent), die sagen, dass sie stärker sein wird, 33 Prozent (plus sechs Prozent), die dasselbe sagen wie zuvor und 10 Prozent (minus ein Prozent), die antworten, dass sie es nicht wissen.

Der Weg zur neuen Normalität ist steinig

"Wenn Gesellschaften in die 'neue Normalität' übergehen, zeigen sich die üblichen Differenzen in der Gesellschaft. Gelang es vorher in Zeiten einer großen nationalen Krise breite Mehrheiten der Bevölkerung für die erforderlichen Notmaßnahmen zu gewinnen, wird das Vertrauen der Öffentlichkeit in die Regierungen auf eine neue Probe gestellt. Daher ist es für die Regierungen von entscheidender Bedeutung, die nun einsetzenden Lockerungen, die nicht alle gesellschaftlichen Bereiche zeitgleich erfassen können, gut zu begründen", Kommentiert Ingo Leven, Director der Public Division in Deutschland, die Forschungsergebnisse. "In dieser Phase der Krise verstetigt sich das große Ausmaß der wirtschaftlichen Auswirkungen der Corona-Krise in allen G7-Staaten. Dessen ungeachtet können wir aber auch erkennen, dass eine breite Mehrheit der Bevölkerungen in den G7-Staaten bereit ist, die 'neuen Normen' mitzutragen. Entscheidend wird sein, mit welchem inneren Zusammenhalt die jeweiligen Gesellschaften die Zeit nach der Krise gemeinsam angehen."

Auch wenn diese Orte wieder als sicher gelten, werden weniger Menschen sie aufsuchen.

Auch wenn diese Orte wieder als sicher gelten, werden weniger Menschen sie aufsuchen.

 

Alle Entwicklungen zum Corona-Virus lesen Sie in unserem Live-Blog:

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Marina Rößer © privat
Autor: Marina Rößer

ist als Redakteurin im Agenturressort der W&V tätig. Die Diplom-Politologin hat viele Jahre in einem Start-Up gearbeitet und ist daher besonders fasziniert von innovativen Digitalthemen und kreativen Marketingstrategien. Ihre eigene kreative Seite lebt sie beim Kochen und Fotografieren aus und bringt sich zudem Designthemen bei.