Die Organisatoren von "Stop Hate for Profit" haben dagegen nichts einzuwenden. Es gebe zwar noch einiges zu tun, doch könnten Brands hoch erhobenen Hauptes ihre Kampagnen wieder starten, heißt es in einem Statement. Man habe das öffentliche Augenmerk auf die tiefen Schäden gelenkt, die Facebook in der Gesellschaft und für die Demokratie hinterlasse. Und man habe Facebook zu einer Reihe von Zugeständnissen gezwungen. Dazu zählten die Einnahme einer Führungsrolle zur Überwachung der Bürgerrechte, die Zusammenstellung eines Teams, welches durch Algorithmen verstärkte rassistische Vorurteile untersuchen soll und die Sperrung von Accounts hasserfüllter Organisationen wie Boogaloo.

Andere Marken halten den Boykott aufrecht. Zu ihnen zählt Chipotle. Coca-Cola, das in der Coronakrise alle Werbeaktivitäten in sozialen Medien weltweit stoppte, will im August zwar wieder bei Youtube und Linkedin Präsenz zeigen, Facebook, Instagram und Twitter aber weiter weltweit meiden. "Wir haben zwar Fortschritte gemacht, aber unsere Reise ist noch nicht zu Ende", so der Getränkehersteller in einem Statement. Der Neuanfang auf sozialen Medien solle schrittweise und nach einer genauen Überprüfung erfolgen.

In einem Statement schreiben die Initiatoren von StopHateForProfit, dass Zuckerberg wirkliche Verbesserungs-Maßnahmen nach wie vor schuldig bleibe. Man dürfe neue Dialogrunden nicht mit substanziellen Ergebnissen gleichsetzen. In den kommenden Wochen will StopHateForProfit seine Kampagne verstärkt nach Großbritannien und Europa bringen und dort Unternehmen dazu motivieren, nicht mehr auf Facebook zu werben, wenn die Plattform ihrem Versprechen, Hass und Desinformation zu unterbinden, nicht nachkomme.



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Autor: W&V Redaktion

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