Strick-Guerilla und sexy Spielerfrau: Der BVB feiert sein neues Trikot

Mit einer Guerilla-Strickaktion und einer Riesen-Party haben Borussia Dortmund und sein neuer Ausrüster Puma das Trikot für die neue Saison vorgestellt. Zum Verkaufsstart steckt Karstadt Sports eine Spielerfrau ins enge Hemd. W&V Online zeigt die Werbeideen.

Mit einer großen Party hat am Mittwoch Abend Borussia Dortmund das neue Trikot für die kommende Bundesliga-Saison und damit auch seinen neuen Ausrüster Puma offiziell vorgestellt. Damit keiner das große Event verpasst, hatten zuvor 120 Mitarbeiter 3000 Bäume und Laternen mit gelben Strick-Graffiti umhüllt. Die Guerilla-Aktion fand die Stadtverwaltung allerdings nicht so witzig, denn der auffällige Baumschmuck war laut "WAZ" so nicht abgesprochen. Die neuen Partner ließen sich davon jedoch nicht beirren, passend zum Motto der neuen Liason: "Echte Liebe ist gelb".

Die Raubtiermarke löst damit den italienischen Ausrüster Kappa ab, der seit 2009 den BVB einkleidete. Dafür soll der Verein rund vier Millionen Euro pro Jahr kassiert haben. Der Vertrag mit Puma ist da wohl deutlich lukrativer, die Kooperation läuft bis 2020 und soll laut "Handelsblatt" rund 50 Millionen Euro in die Kasse des Vereins spülen. Von 2003 bis 2009 war Nike BVB-Ausrüster und zahlte insgesamt rund 30 Millionen Euro, stieg damals jedoch vorzeitig aus.

Der BVB-Fanshop bekommt jetzt viel zu tun, denn Puma bietet eine eigene Dortmund-Kollektion mit 170 Teilen an, deutlich mehr als Kappa. Und an jedem Stück verdient der BVB mit. In der vergangenen Saison wurden alleine 230.000 Trikots verkauft, das neue Shirt kostet stolze 74,95 Euro und ist seit dem 5. Juli erhältlich. Um den Verkauf anzukurbeln hat Karstadt Sports im Ruhrgebiet eine Kampagne mit Lisa Rossenbach gestartet, Freundin von BVB-Torhüter Roman Weidenfeller. Im hautengen Trikot zeigt sie deutlich, wem ihre Sympathien NICHT gehören: Erzfeind Schalke 04 und FC Bayern München.

Nicht nur im Fanshop erhoffen sich Borussia Dortmund und Puma neue Impulse für ihr Geschäft: "Wir freuen uns, dass wir einen Partner mit so einem Image gefunden haben", erklärt Hans-Joachim Watzke, BVB-Geschäftsführer. "Puma spielt in einer ganz anderen Liga als unser bisheriger Partner Kappa", zitiert ihn das "Handelsblatt". Puma will seinerseits mit dem Deutschen Meister als neues Zugpferd den dritten Rang im internationalen Sportartikelmarkt "weiter ausbauen". "Wir wollen im Sport glaubwürdiger werden", sagte Puma-Chef Franz Koch laut "Handelsblatt". Die Marke wolle wieder mehr als Sportmarke wahrgenommen werden und investiere daher verstärkt in Spitzensport.

Das lässt sich Puma einiges kosten. Um den Verkauf ordentlich anzukurbeln, startet der Sportartikelhersteller zum Bundesliga-Auftakt die erste TV-Kampagne in Deutschland seit 15 Jahren.


Autor:

Frauke Schobelt, Ressortleiterin
Frauke Schobelt

ist Ressortleiterin im Online-Ressort und schreibt über alles Mögliche in den Kanälen Marketing und Agenturen. Sie hat ein Faible für Kampagnen, die „Kreation des Tages“ und die Nordsee. Und für den Kaffeeautomaten. Seit 2000 im Verlag W&V.



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