UGW :
Studie: Marketing-Entscheider pennen bei Facebook-Einstieg

Laut einer Umfrage der Agentur UGW hat Social Media für die Hälfte der Entscheider in Marketing und Vertrieb noch immer keine hohe Relevanz im Marketing-Mix des eigenen Unternehmens. Aber auch privat ignorieren viele die Vernetzung via Facebook & Co.

Text: Frauke Schobelt

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Für die Hälfte der Entscheider in Marketing und Vertrieb hat Social Media noch immer keine hohe Relevanz im Marketing-Mix des eigenen Unternehmens. Die Wiesbadener Vermarktungs-Agentur UGW hatte für ihr Experten-Barometer online 3719 Entscheider aus Marketing und Vertrieb zu ihrer privaten und beruflichen Nutzung führender Social Media-Plattformen befragt. Das Ergebnis: Für knapp 50 Prozent der Befragten ist eine Facebook-Präsenz des eigenen Unternehmens weniger wichtig oder unwichtig. Nur jeder Fünfte hält einen Facebook-Auftritt für sehr wichtig. "Viele Entscheider verkennen die Chancen, die ein Engagement in sozialen Netzwerken bieten kann", beklagt Sabine Dingeldein, Social Media Expertin von UGW. "Dabei kann der Dialog mit der Zielgruppe auf Augenhöhe einer Marke zusätzliche Glaubwürdigkeit verleihen und auch neue Vermarktungswege öffnen."

Immerhin 60 Prozent der Befragten nutzen Facebook selber. Nur ein Fünftel gab an, mehrere Accounts zu führen, um somit klar zwischen privatem und beruflichem Profil zu trennen. "Zu beobachten ist eine intensive Verschmelzung zwischen privatem und beruflichem Nutzerprofil der Entscheider", so Dingeldein. Jeder Dritte ignoriert Facebook, Twitter & Co. aber komplett.

Wer von den Befragten Social Media nutzt, sucht vor allem Informationen: "Neben der Kommunikation mit Freunden und der Familie (36 Prozent), spielt Facebook im beruflichen Umfeld vor allem zur Unterstützung des eigenen Unternehmens bzw. der eigenen Marke sowie als Monitoring-Tool eine bedeutende Rolle", erklärt Dingeldein. 44 Prozent der Befragten nutzen das Netzwerk, um sich über andere Marken und Unternehmen, öffentliche Personen sowie Vereine zu informieren und Wettbewerber zu beobachten.

Als Kontaktplattform zur Vernetzung mit Arbeitskollegen und Geschäftskontakten wird Facebook nur von knapp 13 Prozent der Entscheider eingesetzt. Ihre beruflichen Kontakte pflegen drei Viertel lieber in den klassischen B-to-B-Netzwerken: Jeder Zweite besitzt einen Account bei Xing, jeder Fünfte bei LinkedIn.


Autor:

Frauke Schobelt, Ressortleiterin
Frauke Schobelt

ist Ressortleiterin im Online-Ressort und schreibt über alles Mögliche in den Kanälen Marketing und Agenturen. Sie hat ein Faible für Kampagnen, die „Kreation des Tages“ und die Nordsee. Und für den Kaffeeautomaten. Seit 2000 im Verlag W&V.



2 Kommentare

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Anonymous User 10. November 2012

Ich bin hundertprozentig der Meinung von tp. Hier wie auch anderswo wird dieser teuflische Gaul namens Social Media herumgeritten, der weiterhin versucht, Budget in falsche Bahnen zu lenken und absolut richtige Entscheidungen, sich aus dem Infodschungel und Datengemülle rauszuhalten, ad absurdum führen möchte. Als jemand, der jetzt 30 Jahre Werbung macht, sage ich Ihnen: Ich kann das Geschwätz nicht mehr hören und lesen. Und: Marke geht anders. Damit kein falscher und verschnarchter Eindruck eines hoffnungslos überholten Altwerbers entsteht: Ich bin FB-Intensivnutzer und ich weiß durchaus die eine oder andere nichtprivate Seite dort zu schätzen. Aber die ausweglose Vermischung von Privatem und Gewerblichen, das sich spaßig, schrill und kumpelhaft geben muss, um wahrgenommen zu werden, ist nicht der Nährboden, auf dem serlöse Markenbilder entstehen. Ausnahmen werden die Regel bestätigen.

Anonymous User 9. November 2012

Die Überschrift sagt, man wisse was über Marketing-Entscheider, nämlich das sie pennen. Aber stimmt das überhaupt? 3719 Entscheider sind zwar viel, aber was sind das überhaupt für Entscheider? Vom Friseurladen um die Ecke, der Bäcker in meiner Straße? Oder Leute, die wirklich professionelle Marketing-Leute sind? darüber erfahren ich nichts. Soll ich das einfach glauben? Wieso? Ich vermute eher, dass das wieder so eine PR-Nummer der Agentur ist, die bei genauem Hinsehen in sich zusammenfällt. Jedenfalls liefert man mir keinen einzigen Anhaltspunkt dafür, dass ich das ernst nehmen sollte. Ganz abgesehen davon, dass der Ausdruck "pennen" unterstellt, es wäre für das Marketing generell richtig und unverzichtbar, bei Facebook einzusteigen. Dafür gibt es bisher aber überhaupt keinen Beleg, es ist sogar ganz schön umstritten. Es könnte demnach auch gut sein, dass es sich nicht um "Pennen" sondern um viele richtige Entscheidungen handelt. Insofern sind solche Artikel und PMs vo allem Beiträge zur allgemeinen Desinformation und die Studie womöglich nur ein Beitrag zu einer völlig bescheuerten Flut von sinnlosem Datenmüll. Ich persönlich fände es echt gut, wenn weniger PMs einfach so abgedruckt würden, ohne nachzudenken und ein bisschen zu recherchieren.

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