Deloitte Christmas Survey :
Studie: Was die Deutschen für Weihnachten ausgeben

Die Deutschen machen 2015 mehr für Weihnachtsgeschenke locker als im Vorjahr. Davon profitieren Webshops und der stationäre Handel gleichermaßen. Und lokale Läden spielen eine größere Rolle als Mobile Commerce. 

Text: Frauke Schobelt

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Während Medien wie der "Tagesspiegel" ungewohnt offen ein schlechtes Weihnachtsgeschäft beklagen, kann sich der Einzelhandel zum Jahresende auf mehr Umsatz freuen. In ihrem jährlichen "Christmas Survey" sagt die Unternehmensberatung Deloitte voraus, dass die Deutschen in diesem Jahr mehr für das Weihnachtfest ausgeben als im Vorjahr. Insgesamt könne der Einzelhandel auf Umsätze von rund 17 Milliarden Euro hoffen. 

Für Geschenke erhöht sich laut Deloitte das Budget pro Haushalt um fast 2,5 Prozent auf 256 Euro, für Nahrungsmittel um etwa drei Prozent auf 124 Euro. Das Gesamtbudget beträgt im Schnitt 423 Euro. Pro Geschenk geben die Deutschen durchschnittlich 28 Euro aus. Für ihre Partner planen sie dabei ein Budget von knapp 50 Euro, für Kinder rund 73 Euro ein.

"Ein Großteil der Verbraucher erwartet für das nächste Jahr eine gleichbleibende oder bessere Entwicklung der Wirtschaft. Ebenso sieht es für die Einkommen aus – nur rund ein Drittel ist pessimistischer. Diese positive Grundstimmung zeigt sich auch im Konsumverhalten zu Weihnachten", sagt Karsten Hollasch, Partner und Leiter Consumer Business bei Deloitte.

Anfang November bereits beginnen die meisten Verbraucher mit dem Weihnachtsshopping, nur ein kleiner Teil gehört zu den Last-Minute-Einkäufern, die in der letzten Woche vor Weihnachten loslegen.

Fast die Hälfte des Geldes wird in Webshops ausgegeben. Bei vielen Produkten stehen jedoch stationäre Geschäfte weiterhin an erster Stelle. Dabei liegen Spezialfachketten deutlich vor klassischen Kaufhäusern, die ihre Position aber stabilisieren konnten. Auch lokale Fachgeschäfte, die unter der Konkurrenz von Onlineshops besonders leiden, werden wieder interessanter: 16 Prozent der Deutschen wollen dort einkaufen. Die stationären Händler können dabei mit Beratung, Service und dem Einkaufserlebnis überzeugen, so Deloitte. Beim Nahrungsmittelkauf sind Supermärkte und Discounter weiter beliebt, über das Internet wollen nur sechs Prozent bestellen.

Preise und Produkte vergleichen Verbraucher vorrangig im Laden und online. Geschenkanregungen und Informationen holen sie sich etwa zu gleichen Teilen über klassische Medien, Websites, Fachgeschäfte und Empfehlungen. Soziale Netzwerke haben nur eine geringe Relevanz. Mobile Commerce spielt für den Großteil der Verbraucher zu Weihnachten keine Rolle.

Ganz oben auf dem Wunschzettel stehen Geldpräsente, Bücher, Filme und Wellness.

Top-10-Wunschzettel (Frage: Welches dieser Geschenke wünschen Sie sich?)

Frauen

 

Männer

1

Geld

54%

 

1

Geld

44%

2

Bücher

50%

 

2

Bücher

28%

3

Schönheitspflege, Wellness

37%

 

3

DVD/BluRay

24%

4

Kosmetika/Parfüms

35%

 

4

Reisen

23%

5

Schmuck, Uhr

33%

 

5

Smartphone

23%

6

Konzert-/Theater-Tickets

33%

 

6

CD

21%

7

Reisen

32%

 

7

Laptop, PC

21%

8

Geschenkgutscheine

31%

 

8

Tablet

19%

9

DVD/BluRay

28%

 

9

Geschenkgutscheine

19%

10

Kleidung, Schuhe

27%

 

10

Restaurantbesuche

19%

Und wie passen Wunsch und Wirklichkeit zusammen? 36 Prozent der Verbraucher wollen Bücher verschenken und liegen zumindest damit nicht ganz falsch. Kritischer ist es, dass 30 Prozent der Schenkenden Schokolade für ein passendes Präsent halten, gefolgt von Gutscheinen mit 28 Prozent auf Rang 3, Kosmetik und Parfüms mit 25 Prozent auf Platz 4 und CDs mit 19 Prozent auf Platz 5. Geldgeschenke – die Nummer 1 auf den Wunschzetteln – landen auf Platz 7 mit 18 Prozent.

Eltern geben für ihre Kinder durchschnittlich 73 Euro und damit zwölf Prozent mehr aus als im Jahr zuvor. Dabei schenken sie Kindern unter zwölf Jahren vor allem Games, Bücher, Lernspielzeug, Puppen und Kuscheltiere sowie Kleidung und Schuhe. Für Teenager stehen Games, Geldgeschenke, Bücher, Gutscheine und CDs auf der Einkaufsliste.

Eine Kurzversion der Studie gibt es hier zum Download.


Autor:

Frauke Schobelt, Ressortleiterin
Frauke Schobelt

ist Ressortleiterin im Online-Ressort und schreibt über alles Mögliche in den Kanälen Marketing und Agenturen. Sie hat ein Faible für Kampagnen, die „Kreation des Tages“ und die Nordsee. Und für den Kaffeeautomaten. Seit 2000 im Verlag W&V.



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