Studie: Welche Leute stehen hinter der Occupy-Bewegung?

Welche Menschen stehen tatsächlich hinter der Occupy-Protestbewegung? Das ist gar nicht so einfach zu beantworten. Grund genug für das GIM Marktforschungsinstitut in Heidelberg, der Frage mit einer ethnologischen Studie auf den Grund zu gehen.

Text: Markus Weber

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Welche Menschen stehen tatsächlich hinter der Occupy-Protestbewegung? Das ist gar nicht so einfach zu beantworten. Grund genug für das GIM Marktforschungsinstitut in Heidelberg, dieser Frage im Rahmen einer ethnologischen Studie auf den Grund zu gehen.

Das Ergebnis: Die Bewegung ist äußerst vielfältig: von Geschäftsleuten, die sich in Teilzeit engagieren, bis hin zu Utopisten und Aussteigern. "Eine wichtige Gruppe innerhalb von Occupy sind die 'Integrierten Idealisten', die besonders in der Anfangsphase im Herbst und Winter 2011 die thematische und organisatorische Aufstellung des Occupy Camps entscheidend vorangebracht haben", sagt Studienleiter Tomas Jerkovic vom GIM-Institut.

Dabei handelt es sich um wohlsituierte, gut ausgebildete Berufstätige mit Familie, die einen informierten und differenzierten Blick auf das Finanzsystem haben. Sie verbringen einen Teil ihrer Zeit im Camp neben Arbeitswelt und Familie. Das Engagement der "Integrierten Idealisten" für mehr soziale Gerechtigkeit und ihr Wunsch nach einem nachhaltigen gesellschaftlichen Wertewandel fußen auf ihrer systemkritischen Sozialisation.

Daneben gibt es die "Utopisten & Aussteiger", die weniger an realpolitischen Lösungen interessiert sind als am generellen Diskurs oder am Happening. Sie sind enttäuscht vom System, ihre zentrale Bezugsgröße ist die Peer Group. Abgekoppelt von Bindungen an Familie und Arbeitswelt äußert diese Gruppe fundamentale Systemkritik, und sieht sich als Opfer des Systems.

GIM führte "fluide" Gruppendiskussionen mit Doppelmoderation und Einzelgespräche im Frankfurter Occupy Camp. Dabei hatte ein Forscher zunächst die ethnologische Rekrutierung durchgeführt. Ein zweiter Forscher betrat das Camp erst zur eigentlichen Gruppendiskussion. Dazu wurden Gruppendiskussionen und Einzelgespräche mit Occupy-Sympathisanten (Singles, Familien, Anleger) und occupy-affinen Bankangestellten durchgeführt.


Autor:

Markus Weber, Redakteur W&V
Markus Weber

ist in der Online-Redaktion für Agenturthemen zuständig. Bei W&V schreibt er seit 15 Jahren über Werbeagenturen. Volontiert hat er beim Online-Marketing-Titel „E-Market“. 2010 war er verantwortlich für den Aufbau der W&V-Facebookpräsenz. Der Beinahe-Jurist mit kaufmännischer Ausbildung hat ein Faible für Osteuropa.



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