Werbemarktanalyse :
Süßwarenbranche investiert 770 Millionen Euro in Werbung

Der Werbemarkt der Süßwaren hat laut einer Analyse von Ebiquity Germany und Research Tools 2013 um zehn Prozent zugelegt. Größter Spender ist mit mehr als 300 Millionen Euro Ferrero. Besonders beliebt als Werbekanal ist das Fernsehen.

Text: Frauke Schobelt

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Die Osterwochen gehören für die Süßwarenhersteller zu den lukrativsten im Jahr. „Weihnachten steuert etwa 55 Prozent des Umsatzes bei, Ostern etwa 45 Prozent“, sagt Torben Erbrath, Sprecher des Bundesverbands der Deutschen Süßwarenindustrie (BDSI) gegenüber dpa. Entsprechend viel wird in dieser Zeit für Schokolade, Pralinen und andere Naschereien geworben.

Die Süßwarenbranche gehört zu den Big Spendern im Werbemarkt. 770 Millionen Euro hat sie laut einer Werbemarktanalyse von Ebiquity Germany und Research Tools 2013 in Werbung investiert, ein Zuwachs von zehn Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Dabei blieb die Anzahl der Werbungtreibenden unverändert bei 112 Unternehmen. Diese steigerten laut dem Werbemonitoring in sieben der zehn untersuchten Produktmärkte (Bonbons, Eiscreme, Gebäck, Pralinen, Riegel, Schokolade, Weingummi & Lakritz, Image, Range und Sonstige) ihre Werbeausgaben. Zahlreiche Unternehmen werben dabei parallel in verschiedenen Produktmärkten.

Auf die zehn Top-Unternehmen entfallen mehr als drei Viertel der gesamten Werbeausgaben. Das Gesamtranking nach Werbevolumen führt Ferrero mit über 300 Millionen Euro Werbespendings an. Der Konzern ist dabei in fünf Produktmärkten führend. Werbeausgaben in zweistelliger Millionenhöhe tätigten die Zweit- und Drittplatzierten im Ranking, Storck und Mars.

Eine regelrechte Werbeschlacht lieferten sich 2013 die führenden Hersteller von süßem Gebäck. Um ganze 70 Prozent stiegen die Werbeausgaben in dem Produktmarkt, obwohl sich die Anzahl der Werbungtreibenden um ein Viertel verringert hat. Die Konzerne Mondelez/Kraft Foods Germany, Bahlsen und Griesson–de Beukelaer teilen diesen Werbemarkt mit den Produktreihen Belvita, Chocolé, Leibniz, Mikado, Milka, Oreo und Prinzen fast vollständig unter sich auf. Vor allem Griesson–de Beukelaer stockte sein Werbevolumen für die intensiven Bewerbung von Choclé und Prinzenrolle beträchtlich auf.

Der Produktmarkt Pralinen ist der insgesamt größte Markt sowohl nach Werbevolumen, als auch nach Werbungtreibenden. 24 Unternehmen haben hier insgesamt 180 Millionen Euro in die mediale Kommunikation investiert. Auch hier dominiert klar Ferrero. Viel in Werbung investierten auch Storck und  Lindt&Sprüngli.

Zum "fulminanten Aufsteiger" küren die Marktforscher jedoch Intersnack. Das Unternehmen katapultierte sich mit den größten Spendingzuwächsen in das Ranking der Top 5 und insgesamt in das Ranking der 20 größten Werbungtreibenden. Neben Anzeigen in der Zeitschrift "TV Digital" wirbt Intersnack hauptsächlich im Fernsehen für die Produktreihen Chio und Funny-Frisch.

Die Süßwarenbranche investiert vor allem in TV-Werbung und setzt auf eine große Reichweite. Radio und Zeitung werden am seltensten belegt. Um die wichtige Zielgruppe der Kinder und Jugendlichen direkt zu erreichen, werden vereinzelt auch spezielle Werbeträger wie z.B. "Bravo" oder Nickelodeon genutzt.

Auf eine breite Wirkung zielt auch die Werbung in der Osterzeit, denn alle wollen möglichst viel vom Kuchen. Im vergangenen Jahr gönnten die Verbraucher in Deutschland sich und ihren Lieben süße Osterartikel im Wert von 409 Millionen Euro. In diesem Jahr schicken Industrie und Handel fast 200 Millionen Schoko-Osterhasen ins Rennen, nach schätzungsweise 190 Millionen Exemplaren im vergangenen Jahr. Mehr als 40 Prozent davon gehen in den Export – hauptsächlich in die EU-Staaten, aber auch weltweit sind die langohrigen Schoko-Tiere gefragt (fs/dpa).


Autor:

Frauke Schobelt, Ressortleiterin
Frauke Schobelt

ist Ressortleiterin im Online-Ressort und schreibt über alles Mögliche in den Kanälen Marketing und Agenturen. Sie hat ein Faible für Kampagnen, die „Kreation des Tages“ und die Nordsee. Und für den Kaffeeautomaten. Seit 2000 im Verlag W&V.



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