Superfood werde vor allem von Frauen gekauft, berichtet Achim Spiller, Professor für Lebensmittelmarketing an der Uni Göttingen. "Ich glaube nicht, dass der Trend seinen Höhepunkt überschritten hat", sagt er. Allerdings würden die Zyklen bei den Ernährungstrends derzeit immer kürzer. So gehöre der "Light"-Trend mit beispielsweise fett- oder zuckerreduzierten Produkten bereits wieder der Vergangenheit an.

Eine Zielgruppe mit höherem Einkommen mache die Produkte vor allem für die Discounter interessant, sagt Martin Fassnacht, Marketingexperte von der privaten Wirtschaftshochschule WHU. "Aldi hat dann was cooles Neues", so Fassnacht. Wer einmal im Laden sei, könne dort dann auch gleich den ganzen Einkauf erledigen.

"Superfood hat seinen Höhepunkt schon überschritten, wenn es bei Aldi auftaucht", meint dagegen Angela Clausen, Ernährungswissenschaftlerin von der Verbraucherzentale NRW. "Supertolle" Inhaltsstoffe könnten Verbraucher auch in heimischen Produkten wie Beeren, frischen Kräutern oder Kohl finden. Zu dem exotischen Superfood werde dagegen meist eine ganz tolle Geschichte gleich mit dazu geliefert.

Problematisch werde es dagegen, wenn ein Lebensmittel plötzlich zum Trend erklärt werde und die benötigten Mengen gar nicht verfügbar seien. Produktfälschungen seien dabei für den Verbraucher gar nicht oder nur schwer zu erkennen, warnt die Verbraucherschützerin.

"Da wird dann irgendetwas pulverisiert", beschreibt Clausen mögliche Praktiken zur Herstellung des ursprünglich für die japanische Teezeremonie gedachten Pulvers Matcha. Granatapfelsaft werde dagegen bisweilen mit simplem Kirsch- und Apfelsaft gestreckt. "Superfood kann den Speisezettel bereichern, sollte aber nicht zur Standardernährung gehören", rät die Expertin. (dpa)


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W&V Redaktion
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