Deutsche GmbH nicht betroffen :
Toys'R'Us vor Insolvenz

Der Druck aus Amazon-Konkurrenz und alten Schulden war zu groß: Die US-Mutter der Spielwarenkette Toys'R'Us stellt Antrag auf Gläubigerschutz.

Text: W&V Redaktion

Die Spielwarenkette Toys'R'Us kämpft mit hohen Schulden - und mit Konkurrenz à la Amazon.,
Die Spielwarenkette Toys'R'Us kämpft mit hohen Schulden - und mit Konkurrenz à la Amazon.,

Die Spielwarenkette Toys'R'Us ist ins Straucheln geraten. Der US-Handelsriese für Spielzeug steht vor der Insolvenz. Die Filialen - auch in Deutschland - sollen aber erst einmal weitermachen wie bisher. Der Mutterkonzern aus New Jersey stellte am späten Montagabend einen Antrag auf Gläubigerschutz. Der Grund: Der Druck aus Internet-Konkurrenz und alten Schulden war zu groß. 

Die überwiegende Mehrzahl der Märkte arbeite weiter profitabel und setze ihren Betrieb fort, betonte das Unternehmen. Die Gesellschaften in Europa, Asien und Australien seien zudem ”nicht Teil des derzeit in den USA und Kanada stattfindenden Restrukturierungsprozesses“, hieß es am Dienstag aus der deutschen GmbH von Toys'R'Us in Köln.

Auch die Bestellmöglichkeiten im Internet blieben erhalten. Es gehe bei dem US-Verfahren außerdem "weder um eine Geschäftsauflösung noch einen Konkurs nach deutschem Verständnis". Ziel sei es, die Schulden bei laufenden Betrieb zu senken - ”zum Zweck der Rückkehr auf eine nachhaltige Erfolgsspur für das Unternehmen Toys'R'Us". Die Zahlungsfähigkeit der europäischen Gesellschaften sei gesichert.

Warum der Zeitpunkt ungünstig ist

Der Schritt kommt dennoch zu einer ungelegenen Zeit - direkt vor dem Weihnachtsgeschäft. Toys'R'Us - 2005 von Investoren um Bain und KKR übernommen - ist ein weiterer klassischer Einzelhändler, dem Amazon & Co. stark zusetzen. Allein in diesem Jahr haben bereits mehr als ein Dutzend amerikanische Ketten wie Payless, Gymboree oder Perfumania Gläubigerschutz beantragt.

Dies bedeutet allerdings noch nicht das Ende. Viele Einzelhändler versuchen im Insolvenzverfahren, ihre unrentablen Läden zu schließen und parallel dazu das Online-Geschäft auszubauen. Auch im Fall von Toys'R'Us laufen die Geschäfte erst einmal weiter, Kredite werden aber zunächst nicht mehr bedient. Die Investoren hatten die Kette für 7,5 Milliarden Dollar gekauft und ihr die Schulden aufgebürdet.

Toys'R'Us beschäftigt insgesamt etwa 64.000 Menschen. Die Gruppe hat 875 Filialen in den Vereinigten Staaten. Weltweit sind es über 1600, wenn man den Kinderausstatter Babies'R'Us mitrechnet, in Deutschland laut Internetseite 66.

W&V Online/dpa


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