TV-Tipp: Wie es ist, für Zalando, Amazon und Konsorten zu arbeiten

"ZDFzoom“ macht im boomenden Online-Handel eine "Kombination von harter Arbeit mit besonders schlechten Arbeitsbedingungen“ aus. Zalando kündigt mittlerweile stärkere Verbesserungen an.

Text: Petra Schwegler

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Nach den ARD-„Markenchecks“ blickt nun auch die ZDF-Doku-Reihe "ZDFzoom“ hinter die Kulissen namhafter Marken. Bei der Ausgabe am heutigen Mittwoch unter dem Titel „Gnadenlos billig - Wie Online-Shops den Markt aufrollen“ werden ab 22.45 Uhr 30 Minuten lang die Arbeitsbedingungen in der Boom-Branche Internethandel durchleuchtet. „Die Kunden schreien vor Glück, heißt es in mancher Werbung. Viele Mitarbeiter hingegen sind weniger glücklich“, heißt es in der Ankündigung in Anspielung auf Unternehmen wie Zalando, die teils gewaltige Umsatzsprünge verkünden können.

„ZDFzoom blickt hinter die Kulissen einer boomenden Branche: Allein im vergangenen Jahr stieg der Umsatz in Deutschland im Online-Versandhandel auf 34 Milliarden Euro“, heißt es. Auch Platzhirsch Amazon hat das „ZDFzoom“-Team durchleuchtet. Allgemein kritisiert der Reporterstab vorab, dass Tausende Beschäftigte dieser Unternehmen – darunter viele Zeitarbeiter – nahezu rund um die Uhr Pakete packen müssen. Gezahlt werde oft nur der gesetzliche Mindestlohn. Wer die Sendung am Abend verpasst - die Ausgabe ist im Nachgang in der ZDF-Mediathek abrufbar. 

Update: Zalando hat mittlerweile im eigenen Blog auf die Sendung reagiert. Darin verweist der Online-Händler auf externe Dienstleister und kündigt Sofort-Maßnahmen an. Konkret heißt es unter anderem: "Die Eindrücke der Dokumentation spiegeln aus unserer Sicht nicht die Arbeitsatmosphäre in den Zalando-Standorten wieder. Leider ist uns jedoch bewusst geworden, dass wir auf unsere Dienstleister deutlich mehr Einfluss nehmen müssen."


Autor:

Petra Schwegler, Redakteurin
Petra Schwegler

Die @Schweglerin der W&V. Schreibt seit mehr als 20 Jahren in Print und Online über Medien - inzwischen auch jede Menge über Digitales. Lebt im Mangfalltal, arbeitet in München.



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