2,3-Milliarden-Euro-Deal :
Ü-Ei plus Butterfinger: Ferrero kauft Nestlé-US-Süßwaren

Schon seit Längerem plant Nestlé, sich von der US-Sparte zu trennen. Über Ferrero als Käufer ist schon spekuliert worden. Jetzt ist der Deal durch.

Text: W&V Redaktion

Lutschen Amerikaner gern: den Butterfinger von Nestlé, der 1999 nach Gen-Mais-Debatten vom deutschen Markt verschwand.
Lutschen Amerikaner gern: den Butterfinger von Nestlé, der 1999 nach Gen-Mais-Debatten vom deutschen Markt verschwand.

Nestlé verkauft sein US-Süßwarengeschäft für umgerechnet rund 2,3 Milliarden Euro an Ferrero. Die Transaktion werde voraussichtlich gegen Ende des ersten Quartals 2018 nach den üblichen Genehmigungsverfahren abgeschlossen sein, teilen Nestlé und Ferrero mit.

Ferrero erwirbt nach eigenen Angaben somit mehr als 20 amerikanische Marken, die sehr bekannt seien. Ferrero übernehme auch die US-Produktionsstätten von Nestlé in Bloomington, Franklin Park und Itasca, Illinois sowie die im Süßwarengeschäft tätige Belegschaft. Konzernchef Giovanni Ferrero sagte, mit der Übernahme werde Ferrero eine neue Marktgröße erreichen.

Ferrero ist nach eigenen Angaben der drittgrößte Konzern im globalen Süßwaren- und Schokoladenmarkt. Mit Ferrero habe man nun einen geeigneten Partner gefunden, erklärte Nestlé-Chef Mark Schneider. Ferrero teilte in Luxemburg mit, die Akquisition in den USA werde die Position des Unternehmens weltweit stärken. Ferrero werde damit zum drittgrößten Süßwarenhersteller in den USA.

Was der Deal für Käufer und Verkäufer bedeutet

Das Süßwarengeschäft von Nestlé in den USA macht nach Angaben des Unternehmens etwa drei Prozent des Umsatzes der Nestlé-Gruppe in den USA aus. Zu der Sparte, die es 2016 auf einen Jahresumsatz von etwa 735 Millionen Euro brachte, zählt etwa der in den USA beliebte Schokoriegel Butterfinger. Nestlé konkurriert im US-Markt mit größeren Rivalen wie Mars, Hershey und dem Milka-Hersteller Mondelez.

Der Konzern hatte im Juni angekündigt, den Verkauf der Sparte zu prüfen. Ferrero wurde bereits als Käufer mit den größten Chancen eingestuft. Der Süßwarenriese wurde 1946 als Familienunternehmen in Italien gegründet und erzielte nach eigenen Angaben zuletzt einen Umsatz von über 9,8 Milliarden Euro weltweit – mit Produkten wie Nutella, Kinder Überraschung und dem Überraschungsei.

Nestlé werde weiterhin in den USA investieren und auf Innovation setzen, kündigte Schneider an. Dies gelte insbesondere dort, wo Nestlé eine Führungsposition habe - wie bei Produkten für Heimtiere, Wasser, Kaffee, Tiefkühlkost und Säuglingsnahrung.

W&V Online/dpa 


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