PSA Groupe und General Motors :
Übernahmegerüchte um Opel und Peugeot

Mit einer "Klarstellung" reagierten PSA Groupe und General Motors auf Berichte, nach denen es "fortgeschrittene Gespräche" über einen Verkauf der Automarke Opel an Peugeot gebe. Geredet wird offenbar.

Text: Frauke Schobelt

Vielleicht steht im PSA-Familienbild irgendwann auch ein Opel. Vielleicht aber auch nicht.
Vielleicht steht im PSA-Familienbild irgendwann auch ein Opel. Vielleicht aber auch nicht.

Mit einer "Klarstellung" reagierten am Dienstag die PSA Groupe und General Motors auf Medienberichte, nach denen es "fortgeschrittene Gespräche" über einen Verkauf der Automarke Opel an Peugeot gebe.

In dem Statement heißt es: 

Seit 2012 arbeiten General Motors und die Groupe PSA in einer Allianz zusammen, die heute drei Projekte in Europa umfasst und erhebliche Synergien für die beiden Gruppen generiert.

Innerhalb dieses Rahmens prüfen General Motors und die Groupe PSA regelmäßig auch weitere Expansions- und Kooperationsmöglichkeiten. Die Groupe PSA bestätigt, dass sie gemeinsam mit General Motors zahlreiche strategische Initiativen erwägt, mit dem Ziel, ihre Rentabilität und operative Effizienz zu verbessern, darunter auch eine mögliche Akquisition von Opel und Vauxhall.

Es ist nicht sichergestellt, dass eine Einigung erzielt wird.

Zuvor hatten Reuters und Bloomberg berichtet, dass der französische Autokonzern über einen Kauf des deutschen Autobauers Opel verhandelt.

Gegenüber dem "Handelsblatt" bestätigte ein PSA-Sprecher am Dienstag Verhandlungen. "Im Rahmen unserer Gespräche über eine Ausweitung der Kooperation reden wir auch über den Kauf von Opel", zitiert ihn das Blatt. Die Gespräche seien bereits "fortgeschritten", aber noch sei nichts vereinbart. Auch der Opel-Mutterkonzern GM bestätigte der Wirtschaftszeitung, dass Gespräche geführt werden.

Befragte Experten reagierten zurückhaltend. "Wenn sich zwei Lahme zusammentun, wird kein Gesunder daraus", lautete ein Urteil. Branchenexperte Ferdinand Dudenhöfer glaubt, dass GM vom Opel-Verkauf mehr profitieren würde als Peugeot vom Kauf. 

Opel gehört seit fast 90 Jahren zu GM. Und ist ein Sorgenkind: Seit Jahren versucht der Konzern, die angeschlagene Marke zu sanieren. Die Aufholjagd trug langsam Früchte, Opel arbeitete sich in der Kundengunst wieder nach vorne. Für 2016 peilte die Marke gemeinsam mit der britischen Schwester Vauxhall sogar erstmals wieder einen Gewinn an. Währungsturbulenzen nach dem Brexit-Votum vereitelten dies jedoch, so das Unternehmen.  

Am vergangenen Dienstag meldete GM laut "Handelsblatt" für die Europatochter einen operativen Verlust in Höhe von 257 Millionen Dollar (241 Millionen Euro). Immerhin eine deutliche Verbesserung: Im Vorjahreszeitraum wies die Bilanz ein Minus von 813 Millionen Dollar aus.  

2017 setzt Opel auf die Strategie "7 in 17": Opel-Chef Karl-Thomas Neumann: "Sieben neue Modelle in nur einem Jahr – das gab’s noch nie bei Opel!" In der "größten Modelloffensive der Unternehmensgeschichte" will die deutsche Marke von 2016 bis 2020 insgesamt 29 neue Modelle auf den Markt bringen.

Die PSA Groupe kündigte 2016 die weltweite Produktoffensive "Push to Pass" für Citroen und Peugeot an. Bis 2021 sind 121 regionale Markteinführungen geplant. 


Autor:

Frauke Schobelt, Ressortleiterin
Frauke Schobelt

ist Ressortleiterin im Online-Ressort und schreibt über alles Mögliche in den Kanälen Marketing und Agenturen. Sie hat ein Faible für Kampagnen, die „Kreation des Tages“ und die Nordsee. Und für den Kaffeeautomaten. Seit 2000 im Verlag W&V.