Keith Weed :
Unilever will keine Influencer mit Fake-Followern

Unilever-CMO Keith Weed gibt den Influencer-Schreck. Das Unternehmen will sich zukünftig an 3 Regeln halten.

Text: Ulrike App

Unilever-CMO Keith Weed scheut sich nicht vor Kritik.
Unilever-CMO Keith Weed scheut sich nicht vor Kritik.

Unilever-CMO Keith Weed hat keine Lust mehr auf die mangelnde Transparenz im Influencer-Marketing. Das machte er erneut beim Cannes-Festival deutlich.

Das Unternehmen will sich anscheinend noch stärker in die Diskussion über Lug und Betrug in der digitalen Welt einbringen. Das bedeutet nicht, dass Weed jetzt den Social-Media-Persönlichkeiten abschwört oder Influencer Marketing an sich verteufelt. Nein. Influencer seien wichtig, um die Konsumenten zu erreichen, so Weed. Unilever betont: Das Unternehmen will gegen Fake-Follower, Bots und betrügerische Geschäftsmodelle ankämpfen. 

Der Konsumgüterkonzern geht deshalb drei Verpflichtungen ein:

  1. Transparenz von Influencern: Unilever will nicht mit Influencer arbeiten, die Follower kaufen.
  2. Transparenz bei den eigenen Marken: Die Unilever-Brands werden keine Follower kaufen. 
  3. Transparenz bei den Plattformen: Das Unternehmen wird Partner bevorzugen, die für mehr Transparenz sorgen und helfen, unsaubere Praktiken im Ökosystem zu beseitigen.

Weed twitterte dieses Bekenntnis auch - und hofft anscheinend auf die Unterstützung seiner Kollegen, der Werbeverbände und der Social-Media-Plattformen.

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Weeds Worte finden Gehör. Marketing-Manager von Diageo, Samsung und eBay bekräftigten bei einer Diskussion in Cannes, Marken müssten mit Influencern arbeiten, die hinter dem Produkt stehen.  

Unilever lässt die kritisierten Player wissen: über sieben Milliarden Euro stecke der Konzern pro Jahr in seine Marken. Bereits im Februar 2018 hatte sich Weed sehr direkt geäußert. Der Marketingchef kündigte an, Unilever werde künftig nicht mehr auf Plattformen werben, die "die Spaltung der Gesellschaft vorantreiben oder beim Kinderschutz versagen"