Unternehmensplitter: Was in der Branche sonst noch los ist

Unterwasserwerbung für MacPomm +++ Fassaden-Kommentare in Bremen +++ Rundfunkchor Berlin bekommt neuen Markenauftritt +++ Olympia mit sportlichen Eintrittskarten +++  VW sponsert DFB-Pokal +++ Frauen vor +++ Red Bull rettet Eishockey in München +++

Text: Susanne Herrmann

Mecklenburg-Vorpommern: Das Landesmarketing Mecklenburg-Vorpommern präsentiert gemeinsam mit dem Ozeaneum Stralsund ein neues PR- und Werbemotiv mit dem Markensymbol Strandkorb. Das Markensymbol Mecklenburg-Vorpommerns wurde auf dem Boden des 2,6 Millionen Liter fassenden Schwarmfischbeckens in Szene gesetzt. Als Testimonial wirbt Henning May, Cheftaucher des Ozeaneums, mit dem Strandkorb für spannende Orte zum Entdecken und Staunen. Die Imagekampagne "MV tut gut." wird national und international eingesetzt. Eine Probeversenkung des Strandkorbs im Vorfeld sowie die eigentlichen Fotoaufnahmen mit einem 20-köpfigen Produktions- und Sicherheitsteam fanden außerhalb der Öffnungszeiten statt und dauerten acht Stunden. Die Konzeption stammt von der Leitagentur des Landesmarketings MV, Molthan van Loon Communications, Hamburg. Auf den Auslöser drückte der Berliner Werbefotograf Benno Kraehahn, ein Making of produzierte die Backyard Filmproduktion aus Wismar.

Wilhelm Wagenfeld Haus/Lange Nacht der Mussen in Bremen: Am 26. Mai lädt Bremen zur Langen Nacht der Museen anlässlich des 400-jährigen Jubiläums der Rathausfassade zum Blick hinter die Fassaden ein. Das Wilhelm Wagenfeld Haus hat hierfür eine interaktive Fassaden-Malaktion vorbereitet. Das Künstlerduo Doppelpack wird den Bretterzaun, der die denkmalgeschützte Fassade des Gebäudes umgibt, mit Zitaten und Sätzen bemalen. Besucher und Passanten sind zum Mitmachen eingeladen. "Wir wollen in einen malerischen Dialog mit den Menschen treten. Auf Zuruf werden wir in vorgezeichnete Sprechblasen Sätze und Phrasen malen, die sich aufeinander beziehen, also einen Dialog schaffen", erklärt Thomas Gerlach von Doppelpack. Sowas wie eine Facebook-Kommentarfunktion auf Brettern also. Sobald der Zaun vollständig bemalt ist, wird das Künstlerduo einzelne Sätze übermalen, sodass sich ein kontinuierlicher Dialog entwickelt.  Die Aktion wird von einer Kamera begleitet, die den Schaffensprozess am Ende in einer Zeitraffer-Aufnahme zusammenfasst.

Rundfunkchor Berlin: Seine Stärke ist aktustischer Natur, doch auch der Chor braucht ab und zu ein neues Gesicht. Die Berliner Agentur Heymann Brandt de Gelmini entwickelte für den den Rundfunkchor Berlin das neue Markendesign. Die aktuelle Saisonbroschüre und der neue Internetauftritt zeigen den neuen Markenauftritt des Ensembles um Chefdirigenten Simon Halsey. Die Initiative "Broadening the Scope of Choral Music" ("den Wirkungskreis der Chormusik erweitern") ist außerdem in Online und Print sichtbar. Herzstück ist die jährlich erscheinende Saisonbroschüre. Die neue Website soll das künstlerische Wirken sichtbar und fühlbar machen.

Olympische Spiele: London 2012 hat die Eintrittskarten vorgestellt. Die Markenberatung Futurebrand (Interpublic) hat Tickets entworfen, die jeweils die Sportart abbilden, für die sie gelten. Darüber hinaus zeigen die klugen Karten den Namen des Besitzers und enthalten verschüsselt Informationen zum Käufer, sodass über die versteckten Informationen in Hologramm und Barcode jede Karte zurückverfolgt werden kann. Damit soll das Fälschungsrisiko gemindert werden.

VW: Der Humpen 2012 steht in Dortmund, über die Rechte am Pokal 2013 wird schon fleißig verhandelt. Die Marke Volkswagen wird ab der kommenden Saison zum ersten Mal Offizieller Partner des DFB-Pokals. Das teilt der Autokonzern mit. Volkswagen erhält damit umfangreiche Werbe- und Marketingrechte bei allen 63 Spielen einer DFB-Pokalsaison. Außerdem ist mit dem Engagement das exklusive Recht verbunden, bei sämtlichen DFB-Pokalspielen der Männer mit dem Markenzeichen auf dem rechten Trikotärmel aller Mannschaften zu werben.

Women Speaker Foundation: Laut einer aktuellen Studie von Ernst & Young entwickeln sich Unternehmen mit weiblichen Vorstandsmitgliedern in Sachen Umsatz und Gewinn besser als andere Unternehmen. Trotzdem nehmen Männer nach wie vor knapp 80 Prozent der Führungspositionen in deutschen Unternehmen ein – und männliche Redner dominieren die Podien. Das will Regina Mehler, Gründerin und Geschäftsführerin der Women Speaker Foundation, ändern und die Wahrnehmung von Frauen in der Öffentlichkeit stärken - zum Beispiel durch die Präsenz von Frauen bei Vorträgen und Branchentreffen. Mittlerweile zählt die Women Speaker Foundation über 300 Frauen in ihrem internationalen Netzwerk. Sie vermittelt die Frauen nicht nur, sondern fördert und coacht sie auch nach individuellen Bedürfnissen zu allen Karriere-Entscheidungen. Die Rednerinnenagentur vermittelt Expertinnen, Diskussions- oder Gesprächspartnerinnen, Impulsrednerinnen und Moderatorinnen aus den deutschsprachigen Ländern, sowie Native Speaker aus dem europäischen Ausland und den USA.

Red Bull: Der Eishockeyklub EHC München bleibt in der ersten Liga (DEL). Mit neuem Sponsor und neuem Namen: Als EHC Red Bull München wird der DEL-Klub erst einmal für ein Jahr weiterspielen, berichtet die Süddeutsche Zeitung. Der österreichische Getränkehersteller und der Erstligist haben sich auf eine Kooperation geeinigt, zunächst für die kommende Saison. Der Verein war schon als erledigt betrachtet worden, die Linzenz war praktisch schon nach Schwenningen verkauft, weil der EHC erneut Sponsoren-Probleme hatte. Diese Saison musste der Eishockeyklub ohne Hauptsponsor auskommen, der ehemalige Brustsponsor und Premium-Geldgeber Müller-Brot hatte Insolvenz angemeldet. Pleiten, Pech und Pannen prägen die Vereinsgeschichte: Schon Ende der Sechzigerjahre wurde die Eishockeyabteilung, damals inklusive Ausrüstung, verkauft - nach Augsburg. Kurz darauf wurde der EHC 70 gegründet, arbeitete sich hoch in die Liga - und meldete 1982 Konkurs an. Der anschließend gegründete Klub EC Hedos München schaffte 1989 den Aufstieg in die Bundesliga. und wurde 1994 Meister. Doch mit der Gründung der DEL 1994 kam das Pech zurück: Die umbenannten Maddogs hatten nicht genug Geld für die DEL. Ligareif spielten die Münchner erst wieder ab 1999. Die Anschütz Group startete mit der Lizenz aus Landshut und den "Munich Barons", die direkt den Titel holten. 2002 hatte der reiche Onkel aus Amerika keinen Spaß mehr an geringen Einnahmen und mageren Ticketverkaufszahlen und verlagerte die Lizenz mitsamt Mannschaft nach Hamburg (Freezers). Als EHC versuchten es die Münchenr erneut und spielten sich hoch, in der Saison 2010/2011 gelang der Aufstieg. Wie lang die DEL-Reife anhält, wird sich zeigen.


Autor:

Susanne Herrmann
Susanne Herrmann

schreibt als freie Autorin für W&V. Und setzt sich als ehemalige Textchefin und Gelegenheitslektorin für Sprachpräzision ein. Ihre Lieblingsthemen reichen von abenteuerlustigen Gründern über Super Bowl bis Video on Demand – dazwischen bleibt Raum für Medien- und Marketinggeschichten.