Unternehmenssplitter: Was sonst noch in der Branche passiert

BBDO Proximity stoppt "Dirty Dance" für Wrigley, Aldi lenkt im Biotütenstreit ein und gibt Unterlassungserklärung ab, neue Sponsoring-Leitlinie von FASPO.

Text: Frauke Schobelt

Tanzstopp. BBDO Proximity setzt die Kampagne für Wrigley Extra Professional fort. In dem 15-Sekünder treten diesmal die Pastillen gegen die "Food Gang" an - bestehend aus animierter Zwiebel und Donut. Eine Dose Extra Professional Mints stoppt den "Dirty Dance" in der Mundhöhle. Der 15-Sekünder ist auf allen reichweitenstarken Sendern zu sehen. Die Produktion verantwortet Platige Images, um Media kümmert sich Mediacom.

Irreführende Werbung: Sowohl Aldi Nord als auch Aldi Süd haben eine Unterlassungerklärung abgegeben. Gegenüber der Deutschen Umwelthilfe (DUH) verpflichten sich die Unternehmen, ihre bislang als „biologisch abbaubar“ bezeichnete Einwegtüten aus Bioplastik nicht  mehr als "100% kompostierbar" zu bewerben.  Die Unterlassungserklärung untersagt den Handelskonzernen auch die Behauptung, dass die Tragetaschen "nach neuesten Umweltrichtlinien soweit wie möglich aus nachwachsenden Rohstoffen hergestellt" werden. Bereits in der vergangenen Woche hatte Aldi die umstrittenen Bioplastiktüten aus dem Sortiment genommen. Die DUH hatte Mitte April auch Rewe abgemahnt. Der Konzern hat sich bislang aber nicht bereit erklärt, die Behauptungen auf seinen Bioplastiktüten zu unterlassen. Die Frist zur Abgabe der Unterlassungserklärung läuft bis Donnerstag. Der Verkauf wurde aber vorübergehend gestoppt. „Die als ‚kompostierbar‘ beworbene Wegwerftüte aus Bioplastik ist keine umweltfreundliche Alternative zu anderen Plastiktüten und darf auch nicht als solche beworben werden“, erklärt DUH-Bundesgeschäftsführer Jürgen Resch. Nach Recherchen der DUH unter über 80 deutschen Kompostwerken geben 98 Prozent der Kompostierungsanlagen an, keine Biokunststoffe zu kompostieren. In der Regel werden Bioplastiktüten dort gemeinsam mit anderen Plastikfolien als Störstoffe aussortiert und anschließend entsorgt. Für eine Eigenkompostierung sind die zu „100% kompostierbaren“ Tüten nach Herstelleraussagen nicht vorgesehen.

Code of Conduct: Der Fachverband Sponsoring FASPO hat die Leitlinien für partnerschaftliches Verhalten in der Sponsoringwirtschaft neu definiert und im "Sponsorship Code of Conduct" zusammengefasst. Er basiert auf dem „Code of best Practice“ aus dem Jahre 2003, der in vielen Punkten aktualisiert wurde. Der Verhaltenskodex stellt keine Selbstverpflichtung der Branche dar, sondern hat Empfehlungscharakter. Unter anderem werden die Themen Forschung und Analyse, Ambush-Marketing, Doping, ethische Grundwerte, Hospitality-Einladungen und Mediationsforum behandelt. Erhältlich ist der „Sponsorship Code of Conduct“ gegen eine Schutzgebühr über www.faspo.de.


Autor:

Frauke Schobelt, Ressortleiterin
Frauke Schobelt

ist Ressortleiterin im Online-Ressort und schreibt über alles Mögliche in den Kanälen Marketing und Agenturen. Sie hat ein Faible für Kampagnen, die „Kreation des Tages“ und die Nordsee. Und für den Kaffeeautomaten. Seit 2000 im Verlag W&V.