Patent auf "Wachtturm" und "Erwachet" :
Unternehmer sichert sich Marken der Jehovas

Für die Zeitschriften "Wachtturm" und "Erwachet" liegt das Markenrecht bei einem bayerischen Unternehmer - die Zeugen Jehovas sind empört. 

Text: Petra Schwegler

Ein Unternehmer aus Bayern hat sich die Marken "Wachtturm" und "Erwachet" beim Deutschen Patent- und Markenamt gesichert. Die Namen der beiden Zeugen-Jehovas-Magazine. Als Grund gibt Thomas Resch aus Hauzenberg laut Bild vom Dienstag aufdringliche Jehovas-Mitglieder an seiner Haustür an, ein Vorfall aus dem Sommer 2017.

Wie das Springer-Blatt am Dienstag unter der Headline "Böses Erwachen auf dem Patentamt: Unternehmer trickst Zeugen Jehovas aus" berichtet, bietet der 47-jährige Unternehmer die von ihm gesicherten Marken nun zum Verkauf an. Die Boulevardzeitung bildet dazu Resch mit den beiden Urkunden des Patent- und Markenamts vom Juni 2017 ab.

Naturgemäß reagieren die Zeugen Jehovas aufgeregt; der Bild sagt ein Sprecher, das Patentamt hätte dem Antrag nicht stattgeben dürfen. Und: "Wir fordern Herrn Resch dazu auf, die rechtswidrig und böswillig erlangten Marken unverzüglich abzugeben."

Der Unternehmer fühlt sich indes im Recht, wartet der Zeitung zufolge auf ein "gutes Angebot" der Glaubensgemeinschaft, um sich gesprächsbereit zu zeigen.

Der Bild-Bericht über die Jehova-Marken.

Der Bild-Bericht über die Jehova-Marken.

Der "Wachtturm" und "Erwachet" sind die wichtigsten Zeitschriften der Zeugen Jehovas. Laut Bild könnte die Auflage der beiden Blätter bei 2,8 Millionen Exemplaren liegen – und damit weit über jener deutscher Nachrichtenmagazine.


Autor:

Petra Schwegler, Redakteurin
Petra Schwegler

Die @Schweglerin der W&V. Schreibt seit mehr als 20 Jahren in Print und Online über Medien - inzwischen auch jede Menge über Digitales. Lebt im Mangfalltal, arbeitet in München.