Branche-Witze :
Urgestein-Rasur, Kreativ-Roboter: Die besten Aprilscherze

Kreativ-Roboter von Adobe, Nähmaschinen von Opel, autonomes Radeln mit Google, Jeans von Zuckerberg, spendable Schweinebauchs, die Zalando-Offshore-Plattform und ein bartloser Thomas Koch: Heute können wir uns vor Aprilscherzen kaum retten. Wir haben die besten Ideen gesammelt.  

Text: Frauke Schobelt

Am 1. April muss die Redaktion Meldungen und Redaktionspost noch gründlicher lesen als sonst. Denn wie jedes Jahr trudeln zig Aprilscherze ein - die einen mehr, die anderen weniger lustig. Wir haben die besten Ideen gesammelt - und sammeln weiter: 

Crossmedia meldet auf Facebook:

Thomas Koch als neues Rasur-Testimonial

Schluss mit Schnörres: Thomas Koch als neues Rasur-Testimonial. Der Bart ist ab - die Branchen-Legende Koch ist das neue...

Posted by CROSSMEDIA on Donnerstag, 31. März 2016

Was Thomas Koch - alias W&V-Blogger "Mr. Media" seit Jahren voraussagt, wird nun übrigens "Wirklichkeit":

Adobe präsentiert Kreativ-Roboter "Roboshop"

"Die künstliche Intelligenz erreicht die Kreativ-Branche": Adobe hat keine Kosten und Mühen gescheut und präsentiert seinen Beitrag zur "vierten Industriellen Revolution": "Adobe Roboshop, Creative Intelligence der nächsten Generation." Entwickelt worden sei der Kreativ-Roboter vom neugegründeten Adobe Cognitive Robotics Lab.

Hauptzielgruppe sind Kreativagenturen und designorientierte Unternehmen. Denn Roboshop sei der "perfekte Dienstleister": "Auftraggeber kennen das: Immer weiß der Art Director der beauftragten Agentur alles besser oder weigert sich gar, das Briefing nach Kundenwunsch umzusetzen. Mit Adobe Roboshop gehören diese Scherereien ab sofort der Vergangenheit an: Ohne Widerspruch wird der Auftrag entgegengenommen. Roboshop präsentiert in Windeseile erste kreative Scribbles, setzt das Feedback 1:1 um und liefert finale Layouts und Grafiken, die überzeugen – exakt nach Kundenwunsch und innerhalb kürzester Zeit. Vom ersten Briefing bis zur finalen Datei vergehen oftmals nur wenige Minuten." So das Marketing-"Versprechen". 

Dabei helfen dem knuffigen Kerlchen seine acht Finger: Mit einem Klick auf das spezielle "Rs-Keyboard" verbinde sich Roboshop mit der "Creative Cloud" und erhalte so Zugang zu den Tools und Apps von Adobe. "Heute verändern noch die Digital Natives die Arbeitswelt grundlegend. Wer aber vorne mit dabei sein will, sollte die Robotic Natives im Auge haben", witzelt Livia Sedlmeir, Communications Manager bei Adobe Systems GmbH in Deutschland. "Kunden sparen mit Adobe Roboshop jede Menge Zeit, Geld und Nerven. Ich bin mir sicher, für Kreativagenturen und Unternehmen amortisiert sich die Anschaffung des Adobe Roboters bereits innerhalb weniger Tage." 

Apropos Roboter: Auch Lieferdienste verkünden zum 1. April neue Dienstleistungen:

Deliveroo testet Drohnen

Gemeinsam mit dem Hamburger Restaurant Otto's Burger läutet der Food-Lieferdienst Deliveroo ein "neues Zeitalter" ein: Ziel von Deliveroo sei es, nach kurzer Testphase deutschlandweit per Drohne auszuliefern. Die einmonatige Testphase, an der sich beide Filialen des Hamburger Szenelokals beteiligen, beginnt am 1. April. In diesem Zeitraum werden alle Auslieferungen ausschließlich per Drohne erfolgen. Die Steuerung der Flugkörper verläuft über ein ausgeklügeltes GPS-System, an dessen Entwicklung monatelang gearbeitet wurde. Die Bestellungen von Otto's Burger werden in einer speziell angefertigten Thermobox verpackt. Außerdem garantiert Deliveroo seinen Kunden auch bei dieser neuen Lieferart eine maximale Wartezeit von 32 Minuten.

Konkurrent Lieferheld setzt auf Nachhaltigkeit

Das Online-Bestellportal Lieferheld will eine nachhaltigere Essensauslieferung einführen und stellt das gesamte Verpackungsmaterial ausschließlich auf ökologisch nachhaltige und sogar essbare Boxen um. Die in Zusammenarbeit mit dem Schweizer Nahrungsmittelkonzern Nestlé - einem der weltweiten Vorreiter in Sachen Nachhaltigkeit - entwickelten "High Sustainability Ready To Eat Eco Convenience Packaging Systems" gibt es in drei Ausführungen". Basis sind Boxen aus einem Chia-Samen-Gelee-, Weizengras-, Grünkohlpulver-Konglomerat und einer Hanffaser-Verflechtung. Die Luxusvariante "HSRTEECPS Even More" - mit Naturmoos oder Schilfstreifen-Floß - richtet sich an besonders anspruchsvolle Kunden- mit entsprechend saftigem Aufschlag.  

Selbstironische Produktankündigungen, das haben auch Samsung und Google drauf, wie "Curved" zusammentrug: 

Google: Fallschirme und selbstfahrende Räder

In einem YouTube-Video kündigt Google das wasserfeste Headset "Cardboard Plastic" an. Das durchsichtige Teil soll beim Tragen die Realität vermitteln, wie sie wirklich ist. 

In einem weitern Video kündigt das Unternehmen "Parachutes by Google Express" an. Drohnen seien zwar die Zukunft für Lieferungen – aber die Welt dafür noch nicht bereit. Die Lösung: Fallschirme. 

Und dann gibt es da noch das selbstfahrende Fahrrad:

Samsung und das "Internet der Hosen"

Samsung nimmt sich zum "April Fool's Day" mit dem "Internet der Hosen" selbst auf den Arm. In seinem Newsroom kündigt Samsung eine ganze Designlinie an Beinkleidern an, die mit Features wie "Wi-Fly" ausgestattet sind. Vor einem offenen Hosenstall warnt etwa eine Push-Mitteilung auf dem Smartphone.

Mittlerweile hat Samsung auch seinen am 31. März veröffentlichten Teaser "#TheNextGalaxy" als Aprilscherz entlarvt, der eine große 8 anzeigt.

Zuckerberg-Kollektion bei H&M

Um eine Hose geht es auch bei diesem Aprilscherz: Der Absender ist nicht ganz klar, sowohl Facebook als auch H&M kommen in Frage. Auf jeden Fall kommt die "Mark Zuckerberg-Kollektion" für die schwedische Modemarke am 1. April enorm gut an. Denn sie besteht nur aus sieben grauen T-Shirts und einer Jeans.  

Zalando nutzt Ölplattform als Logistikzentrum

Online-Händler Zalando macht Ernst mit seinen Ausbau-Plänen. Zu den bestehenden Standorten in Erfurt, Mönchengladbach, Brieselang, Stradella und Lahr soll ein weiteres Logistikzentrum auf einer ehemaligen Shell-Ölplattform in der Nordsee dazukommen. "Im Rahmen der kontinuierlichen Erweiterung des Logistiknetzwerks wird der neue Standort vollständig von Zalando betrieben und bietet aufgrund der Transportoptionen durch Schiffs- und Luftfahrtverkehr einen entscheidenden Vorteil gegenüber konventionellen Logistikzentren", heißt es im Unternehmensblog.

Rohrpost von Amazon

Eher "Back to the roots" heißt es in der Logistik von Amazon. Wie das Unternehmen in seinem Blog ankündigt, erhalten Prime-Mitglieder ab Sommer 2016 Bestellungen mit Prime Rohrpost innerhalb einer Stunde im Berliner Stadtgebiet. "Kleinere Produkte werden innerhalb kürzester Zeit an die im gesamten Berliner Stadtgebiet verteilten Pressure Points transportiert. Produkte mit maximalem Durchmesser von 25 cm wie Kindle Geräte, Spielzeug oder Elektronik werden mit 70 km/h von der Verteilstation in Berlin-Köpenick an Kunden geliefert." Als nächster Schritt sei geplant, dass Prime Kunden sich in bestimmten Stadtgebieten den Rohrpost-Anschluss direkt zu Hause installieren können.

Elektro-Flugzeug von Wow Air

Was Tesla kann, kann Wow Air schon lange. Die isländische Low-Cost-Airline führt das "weltweit erste rein elektrisch betriebene Passagierflugzeug" ein. Um auch über den Wolken etwas für den Umweltschutz zu tun, kooperiere die Fluglinie mit den Luftfahrtentwicklern von SpaceCraftOne. Der elektrische Motor wird von Solarzellen betrieben, die auf dem Flugzeugrumpf angebracht sind. Akkumulatoren auf den Tragflächen ergänzen den Elektromotor. Ein weiterer Vorteil: Ähnlich wie Hybridfahrzeuge sei das elektrische Flugzeug viel leiser als Düsenflieger. "So können Passagiere auf Langstreckenflügen leichter schlafen". Und Flughafensperrstunden seien dann auch kein Thema mehr. 

Lieblings-Armbanduhr als Tattoo

Der Onlineshop Chronext zitiert aus einer "Studie", nach der sich 89 Prozent der Kunden am liebsten nie von ihrer Lieblingsuhr trennen würden. Das E-Commerce-Unternehmen biete daher ein kostenloses Tattoo beim Kauf einer Luxus-Uhr. Ob Rolex Submariner, Omega Speedmaster oder Patek Philippe Nautilus – jede beliebige Uhr lasse sich tätowieren. Und Chronext denkt weiter: Künftige Tattoos könnte es sogar mit "echten Uhrenkomplikationen" geben, etwa einem "vollfunktionalen 60-Sekunden-Chronograph". Auch Nicht-Käufer könnten sich ihre Lieblingsuhr tätowieren lassen, wie kostspielig dieser Spaß sei, hänge vom Preis der tatsächlichen Uhr ab. Salons mit Tattoo-Artists in London, Zug und Köln warten nun auf Kundschaft. Philipp Man, Geschäftsführer und Gründer: "Schade, dass ich nur zwei Handgelenke habe. Wir hoffen sehr allen Anfragen gerecht zu werden, schon jetzt ist unser Service in internen Kreisen auf große Resonanz gestoßen." 

Die Wurstbox von Glossybox

Eine grandiose neue Geschäftsidee - bestimmt hilfreich bei der Kundenbindung - hat auch Glossybox:

Coming soon...unsere WurstboxWer neben Beauty auch nicht auf leckere Wurst verzichten kann, für den haben wir jetzt...

Posted by GLOSSYBOX on Donnerstag, 31. März 2016

McCain bringt Kartoffelprodukte in Emoji-Form

Ums Essen geht es auch beim Tiefkühlkost-Anbieter McCain, der sonst mit Pommes & Co. aufwartet. Doch jetzt hat er sich eine Produktinnovation ausgedacht, die zum Leidwesen einiger Facebook-Follower wohl nicht ins reguläre Programm kommt: Inspiriert von den vielfältigen Emojis im Social Web stellt das Unternehmen auf seiner Facebook-Seite die Special Edition "McCain Smiles Emotion" vor. Darin sollen dann neben den üblichen lachenden Kartoffelgesichtern auch Gesichter mit weiteren Emotionen enthalten sein. "So kann nun jede Mahlzeit kinderleicht und unmittelbar mit Icons bewertet werden und das offline und ganz ohne Smartphone oder Computer", schreibt die Hamburger Agentur Achtung, die diesen Aprilscherz in die Welt schickte.

Wir freuen uns, euch unsere neuen McCain Smiles Emotion vorzustellen. Für kurze Zeit findet ihr in der Packung neben...

Posted by McCain Deutschland on Freitag, 1. April 2016

Opel kehrt zurück ins Nähmaschinen-Geschäft 

Gerade erst ließ Autohersteller Opel den legendären GT im futuristischen Sportwagen-Konzeptcar GT Concept wiederauferstehen - nun feiern die Rüsselsheimer zum 1. April erneut die Firmentradition: Mit der Nähmaschine hat Adam Opel einst das Unternehmen in Rüsselsheim gegründet, mit der "Nähmaschine der Zukunft" wolle sich Opel nun "neue Geschäftsfelder" erschließen. Mit "skulpturaler Formgebung", "deutscher Ingenieurskunst" und Designelementen des Opel GT Concept sollen die zwei Nähmaschinen-Konzepte bei der Pariser Fashion Week 2016 überzeugen. Der Slogan in Anlehnung an den berühmten GT-Slogan laute: "Nur Nähen ist schöner."

Škoda Snowman geht an den Start

Auch Škoda öffnet sich zum 1. April einem neuen Marktsegment, das anders als die Opel-Nähmaschine noch näher dran ist Kerngeschäft. Da SUV mittlerweile jeder kann, kündigen die Tschechen mit dem "Škoda Snowman" rechtzeitig zum Frühlingsanfang eine Pistenraupe mit Plug-in-Hybridantrieb an. Der Verkauf soll im Dezember 2016 starten. "Mit dem modernen, markanten und emotionalen Design setzt das tschechische Traditionsunternehmen neue Akzente im hartumkämpften Segment der Pistenbearbeitungsgeräte", heißt es in der Mitteilung. Und: "Der Snowman ist ein Grundelement der Škoda Unternehmensstrategie 2025 und bedeutet einen mutigen Schritt in neue Geschäftsfelder."

Und das kann der Snowman: Seine Höchstgeschwindigkeit beträgt 20 km/h, er bewältigt Steigungen bis zu 100 Prozent und kann sich auf der Stelle drehen. Bei Talfahrten werden die Batterien automatisch aufgeladen, im Mittel begnüge sich das Gefährt mit etwa 14 Liter Kraftstoff pro Stunde. Auf Wunsch gibt es ein klimatisiertes Ablagefach, das die Sonnenbrille beschlagfrei hält und Mütze und Handschuhe trocknet. Im Aschenbecher ist eine automatische Löschanlage integriert, die Schnee aus der Umgebungsluft nutzt. Das Connectivity-Konzept ist ebenfalls Hightech pur: Der Škoda Snowman ist per Funk mit der Bergstation vernetzt. Und das alles für schlappe 280.000 Euro. 

Suzuki kooperiert mit Parship

Deutlich weniger monströs ist das neue Connectivity-Sondermodell von Suzuki Vitara "PARSHIP", das der japanische Autohersteller in Kooperation mit dem Partnerportal Parship auf die Straße bringt. Dabei soll der Kompakt-SUV als "mobiler Partnervermittler" dienen: Automatisch matcht das Fahrzeug den Fahrer unterwegs mit Profilen anderer Parship-Mitglieder - dank GPS und mobilem Internet. Findet der Vitara „PARSHIP“ eine Übereinstimmung, sendet er automatisch eine Kontaktanfrage an das Smartphone des Nutzers. Wem das nicht genug ist, der kann zusätzlich die Pfeiffunktion nutzen: Passenden Fußgängern und Fahrradfahrern in direkter Nähe pfeift das Auto dann vollautomatisch hinterher.

Christian Andersen, Manager Press and Marketing Communication von Suzuki Deutschland: "Wir leben in einer schnelllebigen Zeit und die Partnersuche wird immer schwieriger. Besonders für Berufstätige ist die Partnersuche oft kompliziert und stressig. Was liegt also näher, als die tägliche Autofahrt von und zur Arbeit mit der Suche nach dem Traumpartner bzw. der Traumpartnerin zu verbinden?"

Weitere Aprilscherze von Automobilherstellern hat "Autobild" gesammelt

Virgin mit neuem Logo

Und da war da noch die Fluglinie Virgin America mit der Ankündigung, sich ein neues Corporate Design zuzulegen. Der exzentrische Boss Richard Branson sieht in dem neuen Logo den "Kern der Marke". Die Ähnlichkeit mit bestimmten weiblichen Körperteilen lässt sich nicht leugnen:

Schluss mit lustig bei Comedy Central

Viacom International Media Networks Northern Europe gibt am 1. April die strategische Neuausrichtung der Entertainment-Marke Comedy Central bekannt. Ab dem 2. Mai 2016 werde aus Comedy Central das neue Format "Crime Central". Statt Witz und Ironie gibt es künftig Spannung und Action. Neben TV-Highlights aus den USA sollen auch Eigenproduktionen des Senders das abendliche Unterhaltungsprogramm füllen. Der Sender passe sich damit Zuschauerwünschen an, schließlich bezeuge eine Studie des Instituts für Kulturforschung (IKF): Die Deutschen seien das unlustigste Volk der Welt. "Wo der Spaß aufhört, fängt die Kriminalität an“, so Herbert Gerhardts von der IKF. "Drei von vier der befragten Staatsbürger gaben an, dass sie einen Krimi jederzeit einer Komödie vorziehen würden." Darauf reagiert die Marke. 

Alpenverein verteilt Hüttenbesucher

Seit dem 1. April geht auch der Deutsche Alpenverein neue Wege: Aus Naturschutzgründen könnten Bergsportlerinnen und Bergsportler künftig ihre Hütten nicht mehr frei wählen. Über das Portal „Natürlich unterwegs“ müssen Interessierte ihre Reservierungswünsche für Alpenvereinshütten abgeben und werden automatisch auf die 324 Hütten des DAV verteilt. 

Recruiting mit Schweinebauch

Und dann ist da natürlich noch die neue Agentur "die Schweinebauchs", der W&V heute beim Aprilscherzen ein wenig geholfen hat. Dahinter verbirgt sich nämlich eine witzige Recruiting-Aktion von Bloom. Mit Food-Trucks tauchten die "Schweinebauchs" in Frankfurt vor Ogilvy und in München und Erlangen vor den Gebäuden von Publicis auf. Frankfurt war schnell leer gegessen. Hier sind Eindrücke aus München.  


Autor:

Frauke Schobelt, Ressortleiterin
Frauke Schobelt

ist Ressortleiterin im Online-Ressort und schreibt über alles Mögliche in den Kanälen Marketing und Agenturen. Sie hat ein Faible für Kampagnen, die „Kreation des Tages“ und die Nordsee. Und für den Kaffeeautomaten. Seit 2000 im Verlag W&V.