Prognose :
USA: TV-Werbespendings gehen weiter zurück

2022 wird der TV-Marktanteil an den Gesamtspendings nur noch bei rund 25 Prozent liegen. Digital wächst dagegen kräftig.

Text: Franz Scheele

Ausgelöst durch die sinkende Zahl der Kabel-TV-Haushalte und die zunehmende Nutzung von Videostreaming-Angeboten werden die TV-Werbespendings in den USA in diesem Jahr um 0,5 Prozent auf 69,87 Milliarden Dollar zurückgehen. Gleichzeitig sinkt damit der TV-Anteil an den gesamten Werbespendings von 33,9 Prozent im vergangenen Jahr auf 31,6 Prozent. Dies geht aus der jüngsten Prognose des Marktforschers eMarketer zum US-Werbemarkt hervor.

Nur im Jahr 2020 wird es danach aufgrund der US-Präsidentschaftswahlen und der Olympischen Spiele in Japan nochmals eine leichte Zunahme der Spendings im TV-Bereich auf dann 69,52 Milliarden Dollar geben. Bis 2022 geht laut der Studie der TV-Marktanteil an den gesamten Spendings aber auf etwa ein Viertel zurück.

Dagegen steigen dieses Jahr die Spendings in den Digitalbereich erneut um happige 18,7 Prozent auf 107,30 Milliarden Dollar. Kräftig zulegen werden dabei auch die Werbeeinnahmen der Videostreaming-Anbieter, die sich teilweise oder ganz über Werbung finanzieren, wie etwa Hulu oder Roku.

So wird beispielsweise Hulu 2018 Werbeerlöse von etwas über 1,1 Milliarden Dollar erzielen – ein Plus von 13 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Gleichzeitig nimmt für den Videostreaming-Dienst aber der Anteil des Werbegeschäfts am Gesamtumsatz ab, da der Anteil der Abo-Erlöse noch deutlicher wächst. Rokus Werbeerlöse kommen in diesem Jahr der 300-Millionen-Dollar-Marke nahe, was einem Wachstum gegenüber 2017 um 93 Prozent entspricht.

Leicht zurück geht in den kommenden Jahren die Zahl der Nutzer traditioneller Fernsehprogramme, von 298,4 Millionen im vergangenen Jahr auf 296,9 Millionen im Jahr 2019. Dagegen steigt die Zahl der Nutzer von Videostreaming-Angeboten von 193,3 Millionen im vergangenen Jahr auf 202,8 Millionen im Jahr 2019, dem ersten Jahr, in dem die 200-Millionen-Marke überschritten wird.


Autor:

Franz Scheele
Franz Scheele

Schreibt als freier Autor für W&V Online. Unverbesserlich anglo- und amerikanophil interessieren ihn besonders die aktuellen und langfristigen Entwicklungen in den Medien- und Digitalmärkten Großbritanniens und der Vereinigten Staaten.