Künast kritisierte: "So billig darf sich die Wirtschaft nicht aus der Verantwortung stehlen." Die Industrie müsse endlich ernsthaft in die Pflicht genommen werden. Die frühere Ernährungsministerin nannte ein Ansetzen bei Portionsgrößen eine Lachnummer. "Wem hilft es, wenn zwar Packungsgrößen verändert werden, die Lebensmittel darin aber immer noch überzuckert sind?" Nötig sei ein "ganzheitlicher Ansatz für eine Ernährungswende, damit gutes Essen im Alltag für alle einfach wird". Dazu zählten etwa auch Verbesserungen der Gemeinschaftsverpflegung und eine Nährwert-Kennzeichnung in den Ampelfarben auf Packungen.

Foodwatch kritisierte Klöckners Pläne, zugesetzten Zucker und süßende Zutaten wie Stevia oder Dextrose in Kindertees und Kindermilch bis Ende 2019 zu verbieten. Dies würde bei Kindertees nur wenige Produkte betreffen, da Hersteller bereits vor Jahren wegen Kritik Rezepturen geändert und Produkte vom Markt genommen hätten. Die Deutsche Gesellschaft für Kinder- und Jugendmedizin sprach von einem "guten Schritt voran". In diesem Sinne sollte jegliche Form des Zusatzes von Süßungsmitteln in Kindertee und Kindermilch unterbunden werden - ob dies raffinierter Zucker, Honig oder Fruchtzucker sei. (dpa)


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W&V Redaktion
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