Die etwas kürzere und andere Twitter-Version (60 Sek):

In den vergangenen Tagen haben auch die anderen Parteien ihre Wahlwerbespots für den Countdown zur Wahl vorgestellt. Nachdem sich viele Wähler:innen für die Briefwahl entscheiden werden und ihre Stimme damit schon in den nächsten Wochen abgeben, ist es wichtig, ihnen die wichtigsten Botschaften jetzt nahezubringen: bei der FDP ist das vor allem Parteichef Christian Lindner, bei der CDU Armin Laschet als Kohlekumpel und bei der SPD Olaf Scholz als Matroschka.

Geteiltes Echo im Netz

Wie bereits nach der Veröffentlichung der Spots der anderen Parteien explodiert auch diesmal wieder das Netz. Die Grünen bekommen reichlich Spott auf Twitter ab. "Hitverdächtig", kommentierte ein Nutzer ironisch unter den einminütigen Clip. "Ganz ehrlich Leute, wer hat das denn verbrochen?" Die Darbietung des umgeschriebenen Liedtextes fällt hier und da reichlich schief aus. Eine andere Nutzerin meinte: "Ich vermute mal, hier hat man extra schlechte Sänger ausgewählt, um die Herzen der potenziellen Wähler vor Rührung zerfließen zu lassen: Oh, der singt genauso schlecht wie ich! Das ist ja ein ECHTER Mensch!"

Im Fernsehen soll der Clip erstmals am Dienstagabend im Ersten laufen. Agentur und Partei setzten dabei "auf mehr als 20 Unterstützerinnen und Unterstützer" anstelle von professionellen Sängern und Sängerinnen, so die Grünen. Demnach singen sie zuhause oder am Arbeitsplatz einzelne Zeilen des umgeschriebenen Liedtextes.

Auch prominente Stimmen meldeten sich zu Wort: "Vielleicht WOLLEN die Grünen gar nicht gewählt werden?!", stellte der Satiriker Jan Böhmermann auf Twitter fest. Die Autorin Sophie Passmann fragte unter dem Spot: "Ist der Song schon auf Spotify"?

Doch es gab auch Zuspruch: "Schöner Spot. Echte Menschen. Hat man sonst vor künstlicher Perfektheit selten. (Und wem das nicht gefällt, der kann ja bei Retortenmusik, Autotune und Photoshop bleiben.)", kommentiere jemand anderes.

Der Bundesgeschäftsführer der Grünen, Michael Kellner, erklärte: "Wir wollen einen Aufbruch für dieses Land und wir wollen aus den ausgetretenen Pfaden der politischen Kommunikation austreten, das zeigt auch unser Clip. Wir wollen Dinge anders machen." Der Spot richte sich an die Breite der Gesellschaft.

Es ist nicht das erste Mal, dass die Grünen sich traditionellen deutschen Liedguts bedienen. 2018 starteten die Parteichefs Habeck und Baerbock auf eine Sommerreise, die unter dem Motto "Des Glückes Unterpfand" stand, einer Zeile aus der Nationalhymne.



Annette Mattgey, Redakteurin
Autor: Annette Mattgey

Seit 2000 im Verlag, ist Annette Mattgey (fast) nichts fremd aus der Marketing- und Online-Ecke. Für Markengeschichten, Kampagnen und Karriere-Themen hat sie ein besonderes Faible. Aus Bayern, obwohl sie "e bisi anners babbelt".