Fußball-WM :
Vodafone zog Kampagne mit Mesut Özil zurück

Die Telco-Marke Vodafone wollte Ex-Nationalspieler Mesut Özil als Markenbotschafter für die WM - doch nach dem Erdogan-Foto kam der Rückzug.

Text: Ulrike App

Mesut Özils Vertrag mit Adidas läuft weiter.
Mesut Özils Vertrag mit Adidas läuft weiter.

Der Telekommunikations-Konzern Vodafone hat ein bereits produziertes Werbe-Video und entsprechende Fotos mit dem umstrittenen Fußball-Star Mesut Özil bereits vor der Fußball-Weltmeisterschaft gestoppt. Dies bestätigte das Unternehmen. 

Die Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung berichtete, der britische Mobilfunkanbieter habe einen Werbe-Clip mit dem Fußballer und seinem
Hund Balboa produziert. Auch Social-Media-Aktivitäten seien geplant gewesen. Özil hätte einen Betrag im niedrigen sechsstelligen Bereich bekommen, wäre die Partnerschaft von Dauer gewesen. So erhielt der Fußballer nur etwas mehr als 20.000 Euro von Vodafone, schreibt die Zeitung.

Nach den Bildern des damaligen Nationalspielers mit dem türkischen Präsidenten Erdogan hat Vodafone die Pläne allerdings eingestampft. "Mit der Kampagne hätten wir in der massiven Diskussion im Netz mit unserer Botschaft nicht mehr durchdringen können", sagte ein Sprecher gegenüber der Zeitung.

Ähnlich war auch DFB-Generalsponsor Mercedes-Benz bei der WM-Offensive "Best never rest" vorgegangen. Manche Unternehmen hätte ihn im Stich gelassen, beklagte Özil am 22. Juli in seinem dreiteiligen Twitter-Statement zum DFB und den Sponsoren. Einige Tage später bestätigte Daimler-Vorstandschef Dieter Zetsche, der Vertrag als Markenbotschafter laufe noch bis Ende des Jahres 2018. "Es gibt keine Notwendigkeit, ihn vorzeitig zu beenden", so Zetsche.

Özils Abrechnung verschonte allerdings die Partner Adidas, Beats und Big Shoes.


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Ulrike App
Ulrike App

ist bei W&V Online für Digitalthemen zuständig. Und das hat nicht nur mit ihrem Nachnamen zu tun, sondern auch mit ihrer Leidenschaft für Gadgets und Social Media. Sie absolvierte vor ihrer Print-Zeit im Marketing-Ressort der W&V die Berliner Journalisten-Schule und arbeitete als freie Journalistin.