Das aktuelle Anzeigenmotiv erscheint im Rahmen der "Antriebskampagne", die von der Agentur Heimat entwickelt wurde. Damit signalisiere der Verband, "dass wir die Menschen mit ihren individuellen Wünschen ernst nehmen, auch wenn wir uns nicht persönlich mit jedem Einzelwunsch identifizieren können und müssen", so Schulz. "Dies gilt auch für die Forderungen der Demonstranten, für die wir sicherlich nicht in jedem Einzelfall eintreten, die wir aber vor dem Hintergrund der Finanzkrise gut nachvollziehen können." Zu den Forderungen der Bewegung gehört beispielsweise auch die Einführung einer Finanztransaktionssteuer.

Auch Verbandspräsident Uwe Fröhlich äußert Verständnis für die "große Verunsicherung hinsichtlich der Fähigkeit der Politik und der Banken, einen Lösungsweg zu finden." Die Occupy-Bewegung könne da Impulse geben, sagt er in der "B.Z. am Sonntag". Für die Zeitung stellt er sich einem Zwiegespräch mit einem Occupy-Demonstranten, der den Banker mit der Kritik der Bewegung konfrontiert und mit dem eigenen Investmentgeschäft der Bankengruppe. Fröhlich warnt jedoch vor einer pauschalen Verurteilung der Banken und einer "Vereinfachung" der Themen. "Letztendlich haben wir eine Staatsschuldenkrise und keine Bankenkrise", so Fröhlich. Das normale Bankgeschäft stehe nicht in der Kritik. "Differenzierung ist dringend notwendig", so Fröhlich. Das Geschäftsmodell der Volksbanken und Raiffeisenbanken sei nicht das der internationalen Großbanken. "Wir zocken nicht."

Die Occupy-Bewegung hat mittlerweile weitere Proteste angekündigt. In den USA sammelt sie Spenden, demnächst ist der erste TV-Spot zu sehen. Für Aufmerksamkeit sorgt auch die auffällige Maske, die sich tausende Demonstranten überstülpen. Sie stammt ursprünglich aus der Comic-Verfilmung "V wie Vendetta" und soll Guy Fawkes darstellen, einen Revoluzzer aus dem 16. Jahrhundert. Auch das Internet-Kollektiv Anonymus schmückt sich damit. Sie könnte sich als Symbol auch dieser Bewegung durchsetzen.


Autor:

Frauke Schobelt, Ressortleiterin
Frauke Schobelt

koordiniert und steuert als Newschefin der W&V den täglichen Newsdienst und schreibt selber über alles Mögliche in den Kanälen von W&V Online. Sie hat ein Faible für nationale und internationale Kampagnen, Markengeschichten, die "Kreation des Tages" und die Nordsee. Und für den Kaffeeautomaten. Seit 2000 im Verlag W&V.